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Alltag im NS-Staat: Anpassung und WiderstandAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktives Lernen eignet sich besonders, weil Schülerinnen und Schüler hier die komplexen Entscheidungen im NS-Alltag nachvollziehen können. Durch Handlungsorientierung werden abstrakte Begriffe wie Mitläufertum und Widerstand greifbar, und die Konsequenzen von Anpassung oder Protest werden im geschützten Rahmen erfahrbar.

Klasse 9Vom Imperialismus bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs: Brüche und Kontinuitäten4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die psychologischen und sozialen Faktoren, die zur Anpassung und zum Mitläufertum im NS-Staat führten.
  2. 2Erklären Sie die Bandbreite individueller und kollektiver Widerstandsformen im Alltag des NS-Regimes.
  3. 3Bewerten Sie die Risiken und Herausforderungen, denen sich Einzelpersonen und Gruppen beim Widerstand gegen das NS-Regime gegenübersahen.
  4. 4Vergleichen Sie die Motivationen von Personen, die sich anpassten, mit denen, die Widerstand leisteten.

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50 Min.·Kleingruppen

Lernen an Stationen: Anpassung vs. Widerstand

Richten Sie fünf Stationen ein mit Quellen zu Alltagsverhalten: Anpassung (Propaganda), Mitläufertum (Denunziation), passiver Widerstand (Kirchenlieder), aktiver Protest (Flugblätter), Repressalien. Gruppen rotieren, notieren Belege und diskutieren Gründe. Abschließende Plenumrunde fasst zusammen.

Vorbereitung & Details

Analysiere die Gründe für Anpassung und Mitläufertum in der NS-Zeit.

Moderationstipp: Beim Stationenlernen sorgen Sie dafür, dass jede Station klare Arbeitsaufträge und Quellenzitate enthält, die zum Vergleich verschiedener Perspektiven anregen.

Setup: Im Raum verteilte Tische/Stationen

Materials: Stationskarten mit Arbeitsanweisungen, Unterschiedliche Materialien je Station, Timer für die Rotation

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
40 Min.·Partnerarbeit

Rollenspiel: Entscheidung im Alltag

Teilen Sie Rollenkarten aus (z. B. Arbeiter, Hausfrau, Lehrer) mit Szenarien wie 'Kollege wird denunziert'. In Paaren proben Reaktionen, dann performen und bewerten sie Optionen. Reflexion: Welche Faktoren beeinflussen die Wahl?

Vorbereitung & Details

Erkläre die verschiedenen Formen des zivilen Ungehorsams und Widerstands im Alltag.

Moderationstipp: Im Rollenspiel geben Sie den Schülerinnen und Schülern konkrete Rollenkarten mit Handlungsoptionen, um die Entscheidungsfindung zu strukturieren.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
35 Min.·Ganze Klasse

Fischaugen-Diskussion: Grauzonen

Schüler sitzen im Kreis, einer in der Mitte argumentiert eine Position (z. B. 'Anpassung war immer feige'), andere kontern. Nach 3 Minuten Wechsel. Sammeln Sie Argumente an der Tafel für Bewertung der Widerstandsschwierigkeiten.

Vorbereitung & Details

Beurteile die Schwierigkeiten, sich dem NS-Regime zu widersetzen.

Moderationstipp: Bei der Fischaugen-Diskussion achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Aussagen anhand von Quellen oder Beispielen aus dem Alltag belegen.

Setup: Gruppentische mit bereitgestellten Materialmappen

Materials: Quellenpaket (5–8 Quellen), Analyse-Arbeitsblatt, Vorlage zur Theoriebildung

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Einzelarbeit

Quellenkartei: Perspektiven sammeln

Jeder Schüler sortiert 10 Quellenkarten in Kategorien (Anpassung, Widerstand, Neutralität) und begründet. Im Plenum vergleichen Gruppen und erstellen eine gemeinsame Übersicht.

Vorbereitung & Details

Analysiere die Gründe für Anpassung und Mitläufertum in der NS-Zeit.

Moderationstipp: Bei der Quellenkartei stellen Sie sicher, dass die ausgewählten Quellen unterschiedliche soziale Gruppen und Haltungen repräsentieren, um Vielfalt abzubilden.

Setup: Gruppentische mit bereitgestellten Materialmappen

Materials: Quellenpaket (5–8 Quellen), Analyse-Arbeitsblatt, Vorlage zur Theoriebildung

AnalysierenBewertenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte betonen die Bedeutung von Kontextwissen, um Schülerinnen und Schüler vor vorschnellen Urteilen zu schützen. Vermeiden Sie es, Widerstand romantisch zu verklären, sondern zeigen Sie die realen Risiken und Hindernisse auf. Nutzen Sie lokale Beispiele, um die Themen lebendig zu halten und Bezüge zur Gegenwart herzustellen.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Grauzonen zwischen Anpassung und Widerstand erkennen und historisch fundiert begründen. Sie nutzen Quellen und Diskussionen, um individuelle Motive zu analysieren und ethische Abwägungen nachzuvollziehen.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend des Stationenlernens 'Anpassung vs. Widerstand' wird oft angenommen, 'Alle Deutschen waren begeisterte Nazis'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Beobachten Sie, wie die Schülerinnen und Schüler die Quellen an den Stationen vergleichen und dabei erkennen, dass viele aus Angst, Gewohnheit oder sozialem Druck handelten. Fordern Sie sie auf, konkrete Beispiele aus den Stationen zu nennen, die diese Nuancen belegen.

Häufige FehlvorstellungWährend des Rollenspiels 'Entscheidung im Alltag' wird geglaubt, 'Widerstand gab es nur organisiert und gewalttätig'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler im Rollenspiel die Optionen für zivilen Ungehorsam wie Schweigen oder kleine Hilfsleistungen erkennen und diskutieren, warum diese Formen risikoreich waren.

Häufige FehlvorstellungWährend der Fischaugen-Diskussion 'Grauzonen' wird 'Anpassung bedeutet immer Verrat' als pauschale Aussage formuliert.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Lenken Sie die Diskussion darauf, dass die Schülerinnen und Schüler im Gespräch konkrete Szenarien aus den Quellen oder dem Rollenspiel analysieren und ethische Dilemmata benennen, um Grauzonen zu verstehen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der Fischaugen-Diskussion 'Grauzonen' stellen Sie den Schülerinnen und Schülern die Frage: 'Welche drei Faktoren hätten Ihre Entscheidung beeinflusst, sich anzupassen oder Widerstand zu leisten, und warum?' Lassen Sie sie ihre Antworten in Kleingruppen zusammentragen und der Klasse präsentieren.

Lernstandskontrolle

Nach dem Stationenlernen 'Anpassung vs. Widerstand' bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte eine konkrete Form des Alltagsmitläufertums und eine konkrete Form des Alltags-Widerstands zu notieren. Sie ergänzen eine kurze Erklärung, warum die gewählte Widerstandsform schwierig durchzuführen war.

Kurze Überprüfung

Während des Rollenspiels 'Entscheidung im Alltag' geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine kurze Liste von Verhaltensweisen vor. Sie klassifizieren jede Verhaltensweise als 'Anpassung', 'Mitläufertum' oder 'Widerstand' und begründen ihre Einordnung in einem Satz.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie schnelle Schülerinnen und Schüler auf, eine fiktive Tagebucheintragung aus der Perspektive einer Widerstand leistenden Person zu verfassen.
  • Unterstützen Sie Lernende mit Schwierigkeiten, indem Sie eine vorgefertigte Tabelle mit Beispielen für Anpassung und Widerstand zum Ausfüllen anbieten.
  • Für vertiefende Exploration können Sie eine Podiumsdiskussion mit historischen Akteuren (z.B. einem Mitläufer, einem Widerständler und einem Denunzianten) simulieren.

Schlüsselvokabular

MitläufertumDas Verhalten von Personen, die sich einer vorherrschenden politischen oder sozialen Bewegung anschließen, oft aus Konformitätsdruck oder um Nachteile zu vermeiden.
Ziviler UngehorsamDie bewusste und gewaltfreie Weigerung, bestimmte Gesetze, Forderungen oder Befehle einer Regierung oder einer Besatzungsmacht zu befolgen, oft als Form des Protests.
DenunziationDie Anzeige oder Beschuldigung einer Person bei den Behörden, oft aus persönlichen Motiven oder um sich selbst zu schützen oder Vorteile zu erlangen.
GleichschaltungDer Prozess der erzwungenen Anpassung und Kontrolle aller gesellschaftlichen und politischen Organisationen und Institutionen an die Ideologie und die Ziele der Nationalsozialistischen Partei.

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