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Geschichte · Klasse 8 · Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit: Die Französische Revolution · 1. Halbjahr

Verfassung und konstitutionelle Monarchie

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die erste französische Verfassung und die Rolle des Königs.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzOrientierungskompetenz

Über dieses Thema

Die Verfassung von 1791 führte in Frankreich die konstitutionelle Monarchie ein und begrenzte die Macht Ludwigs XVI. als verfassungsmäßiges Oberhaupt. Schülerinnen und Schüler untersuchen, wie die Nationalversammlung Legislative, Exekutive und Judikative trennte, Grundrechte wie Freiheit, Gleichheit und Eigentum festschrieb und aktives Wahlrecht für wohlhabende Männer einführte. Sie analysieren die Rolle des Königs, der Gesetze sanktionieren, aber nicht allein regieren konnte.

Im Rahmen der Französischen Revolution verkörpert die Verfassung einen Kompromiss zwischen revolutionären Forderungen und monarchistischen Resten. Die Lernenden bewerten Gründe für ihr Scheitern, etwa den Fluchtversuch des Königs nach Varennes 1791, der Misstrauen schürte, und den Druck radikaler Gruppen wie den Jakobinern. Dies stärkt Sachkompetenz durch Quellenanalyse und Orientierungskompetenz durch Bewertung historischer Entwicklungen gemäß KMK-Standards.

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil Rollenspiele und Gruppendiskussionen Machtdynamiken erlebbar machen. Schülerinnen und Schüler internalisieren komplexe Verhältnisse durch Simulationen und Debatten, was abstrakte Konzepte konkretisiert und eigenständiges Urteilsvermögen fördert.

Leitfragen

  1. Erklären Sie die Funktionsweise der konstitutionellen Monarchie in Frankreich nach 1791.
  2. Analysieren Sie die Gründe für das Scheitern der konstitutionellen Monarchie.
  3. Beurteilen Sie, inwiefern die Verfassung von 1791 einen Kompromiss zwischen alten und neuen Kräften darstellte.

Lernziele

  • Erklären Sie die Kernprinzipien der Gewaltenteilung (Legislative, Exekutive, Judikative) in der Verfassung von 1791.
  • Analysieren Sie die spezifischen Rechte und Pflichten, die der französischen Verfassung von 1791 für den König und die Bürger zugewiesen wurden.
  • Bewerten Sie die Kompromisse, die in der Verfassung von 1791 zwischen monarchischen Traditionen und revolutionären Idealen eingegangen wurden.
  • Identifizieren Sie mindestens zwei Hauptgründe für das Scheitern der konstitutionellen Monarchie in Frankreich nach 1791.

Bevor es losgeht

Die Ständeversammlung und ihre Rolle vor 1789

Warum: Schülerinnen und Schüler müssen die traditionelle Machtstruktur Frankreichs vor der Revolution verstehen, um die Veränderungen durch die Verfassung von 1791 einordnen zu können.

Grundideen der Aufklärung

Warum: Ein Verständnis der aufklärerischen Ideen zu Freiheit, Gleichheit und Volkssouveränität ist notwendig, um die Ziele und Inhalte der Verfassung zu begreifen.

Schlüsselvokabular

Konstitutionelle MonarchieEine Staatsform, in der die Macht des Monarchen durch eine Verfassung (eine geschriebene oder ungeschriebene Verfassung) begrenzt ist.
GewaltenteilungDas Prinzip der Trennung der Staatsmacht in drei unabhängige Zweige: Legislative (Gesetzgebung), Exekutive (Ausführung) und Judikative (Rechtsprechung).
SanktionierenDie formelle Bestätigung oder Zustimmung eines Gesetzes durch die zuständige Autorität, in diesem Fall des Königs.
Aktives WahlrechtDas Recht, bei Wahlen zu wählen, das in der Verfassung von 1791 an Besitz- und Steuerkriterien gebunden war.
NationalversammlungDas revolutionäre Parlament Frankreichs, das 1789 gebildet wurde und die Verfassung von 1791 ausarbeitete.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDer König behielt nach 1791 alle alten Machtbefugnisse.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich wurde seine Rolle auf Sanktionierung und Außenpolitik beschränkt, Legislative lag bei der Versammlung. Rollenspiele helfen, da Schüler die neuen Grenzen simulieren und spüren, wie der König abhängig wurde.

Häufige FehlvorstellungDie Verfassung war eine vollständige Demokratie.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Wahlrecht war zensusbeschränkt, Frauen ausgeschlossen. Quellenanalysen in Stationen klären dies, indem Gruppen Einschränkungen markieren und mit Idealen vergleichen.

Häufige FehlvorstellungDas Scheitern lag nur am König.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Radikale Einflüsse und wirtschaftliche Krisen trugen bei. Debatten fördern nuanciertes Denken, da Schüler Argumente austauschen und mehrere Ursachen gewichten.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Verfassung von 1791 kann mit modernen parlamentarischen Systemen verglichen werden, wie sie beispielsweise in Großbritannien oder Spanien existieren, wo Monarchen ebenfalls eine repräsentative, aber begrenzte Rolle spielen.
  • Das Konzept des aktiven Wahlrechts erinnert an historische Debatten über Wahlrechtsbeschränkungen in vielen Ländern, einschließlich Deutschland im Kaiserreich, wo Wahlrecht oft an Einkommen oder Bildung geknüpft war.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie einen Vorteil und einen Nachteil der konstitutionellen Monarchie nach der Verfassung von 1791.' Sie schreiben ihre Antworten auf die Karte und geben sie ab.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bürger im Jahr 1791. Würden Sie die Verfassung als gerechten Kompromiss oder als unzureichende Reform betrachten? Begründen Sie Ihre Antwort mit Bezug auf die Macht des Königs und die Rechte der Bürger.'

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie auf dem Whiteboard oder einer Folie drei Aussagen zur Verfassung von 1791 (z.B. 'Der König konnte Gesetze blockieren', 'Alle Männer hatten das Wahlrecht', 'Die Gewaltenteilung war vollständig umgesetzt'). Die Schülerinnen und Schüler stimmen mit 'wahr' oder 'falsch' ab und begründen kurz ihre Wahl.

Häufig gestellte Fragen

Wie funktionierte die konstitutionelle Monarchie nach 1791?
Die Verfassung teilte die Gewalten: Die gesetzgebende Nationalversammlung erließ Gesetze, der König sanktionierte sie und leitete die Exekutive. Er ernannte Minister, hatte Vetorecht und Außenkompetenzen, durfte aber keine Steuern erheben. Dies schuf Balance, die jedoch durch Misstrauen scheiterte. Aktuelle Analysen mit Primärquellen vertiefen das Verständnis.
Warum scheiterte die konstitutionelle Monarchie?
Der Fluchtversuch Ludwigs XVI. 1791 zerstörte Vertrauen, radikale Sansculotten und Jakobiner forderten Republik. Wirtschaftskrise und Krieg verschärften Spannungen. Schüler bewerten dies durch Timelines und Debatten, um kausale Ketten zu erkennen und Orientierungskompetenz zu stärken.
War die Verfassung von 1791 ein Kompromiss?
Ja, sie bewahrte die Monarchie, begrenzte aber absolutistische Macht, führte Grundrechte ein, beschränkte Wahlrecht jedoch auf Wohlhabende. Adlige verloren Privilegien, Bürger gewannen Rechte. Vergleichstabellen in Gruppenarbeit machen den Kompromiss greifbar und fördern kritisches Analysieren.
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis der Verfassung?
Rollenspiele lassen Schüler Machtverhältnisse erleben, Quellenstationen trainieren Analyse, Debatten schärfen Argumentation. Solche Methoden machen abstrakte Konzepte wie Gewaltenteilung konkret, verbessern Retention und fördern Kompetenzen. Lehrer beobachten Missverständnisse live und korrigieren gezielt, was passives Lesen übertrifft.

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