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Geschichte · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Terror und Verfolgung

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil es komplexe Strukturen und Prozesse sichtbar macht. Durch haptische und diskursive Methoden verstehen Schülerinnen und Schüler die Systematik von Terror und Verfolgung besser als durch reine Textarbeit. Die Verbindung von Analyse, Perspektivwechsel und Quellenarbeit fördert kritisches Denken und historische Empathie.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzUrteilskompetenz
30–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Instrumente des Terrors

Richten Sie vier Stationen ein: Gestapo (Zeugenaussagen lesen), SS (Organigramm zeichnen), Konzentrationslager (Karten markieren) und Denunziation (Fälle diskutieren). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Erkenntnisse in einem Protokoll. Abschließende Plenumrunde fasst zusammen.

Analysieren Sie die Rolle von Gestapo, SS und Konzentrationslagern im NS-Terror.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler während des Stationenlernens die Organigramme der NS-Organisationen selbst erstellen und vergleichen, damit sie die Machtkonzentration in Gestapo und SS aktiv nachvollziehen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem Begriff (z.B. Gestapo, SS, Konzentrationslager, Nürnberger Gesetze). Sie schreiben auf die Rückseite eine kurze Erklärung des Begriffs und nennen ein konkretes Beispiel für dessen Funktion im NS-Terror.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Arbeit: Ausgrenzungsschritte

Teilen Sie die Klasse in Paare auf. Jedes Paar recherchiert und malt einen Abschnitt des Zeitstrahls von 1933 bis 1945 mit Schlüsseldaten zur Judenverfolgung. Paare präsentieren und ergänzen den Klassenzeitstrahl gemeinsam.

Erklären Sie die schrittweise Ausgrenzung und Verfolgung von Juden und anderen Minderheiten.

ModerationstippGeben Sie beim Zeitstrahl konkrete Jahreszahlen vor, aber lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Ereignisse selbstständig den richtigen Abschnitten zuordnen, um die Systematik zu erkennen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Instrumente nutzte die NS-Diktatur am wirksamsten zur Unterdrückung und warum?' Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre Top 3 Argumente, gestützt auf die behandelten Quellen und Begriffe.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Widerstandsentscheidung

Schülerinnen und Schüler verkörpern Rollen wie Widerständler, Denunziant oder NS-Beamter. In Szenarien üben sie Entscheidungen und diskutieren Konsequenzen. Debriefing reflektiert Motive und Risiken.

Beurteilen Sie die Bedeutung des Widerstands gegen das NS-Regime.

ModerationstippBegrenzen Sie die Rollenspiel-Szenarien auf realistische Entscheidungsmomente, damit die Schülerinnen und Schüler die Ambivalenz und Risiken des Widerstands konkret erleben können.

Worauf zu achten istErstellen Sie eine Liste mit 5 Aussagen zum Thema Terror und Verfolgung (z.B. 'Die SS war ausschließlich für die Verwaltung der Konzentrationslager zuständig.'). Die Schülerinnen und Schüler kennzeichnen jede Aussage als 'wahr' oder 'falsch' und korrigieren falsche Aussagen kurz.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse35 Min. · Einzelarbeit

Quellenjagd: Terroralltag

Verteilen Sie Quellenkarten mit Berichten aus dem NS-Alltag. Individuen sortieren sie thematisch und teilen in Kleingruppen. Gemeinsam bewerten sie die Auswirkungen auf die Gesellschaft.

Analysieren Sie die Rolle von Gestapo, SS und Konzentrationslagern im NS-Terror.

ModerationstippFordern Sie bei der Quellenjagd eine klare Trennung zwischen Fakten, Interpretationen und Emotionen in den Quellen, um eine sachliche Auseinandersetzung zu gewährleisten.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit einem Begriff (z.B. Gestapo, SS, Konzentrationslager, Nürnberger Gesetze). Sie schreiben auf die Rückseite eine kurze Erklärung des Begriffs und nennen ein konkretes Beispiel für dessen Funktion im NS-Terror.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf eine klare Trennung zwischen Strukturanalyse und menschlichem Leid. Vermeiden Sie es, das Thema emotional zu überladen, ohne die historische Distanz zu wahren. Nutzen Sie multiperspektivische Ansätze, um Widerstand nicht nur als Heldentum, sondern als moralische Entscheidung in extremen Situationen zu zeigen. Quellenarbeit sollte immer mit Kontextwissen verknüpft sein, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die zentralen Akteure, Strukturen und Mechanismen des NS-Terrors benennen und zueinander in Beziehung setzen können. Sie sollen die schrittweise Ausgrenzung und die begrenzten Widerstandsmöglichkeiten differenziert darstellen und bewerten können. Die Fähigkeit, zwischen Propaganda, Gesetzgebung und Gewalt zu unterscheiden, ist dabei zentral.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens 'Instrumente des Terrors' watch for...

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Organigramme der NS-Organisationen vergleichen und markieren, welche Institutionen Sonderrechte hatten. Korrigieren Sie direkt, wenn sie die reguläre Polizei als Hauptakteur nennen.

  • Während der Zeitstrahl-Arbeit 'Ausgrenzungsschritte' watch for...

    Fordern Sie die Paare auf, die gesetzlichen Maßnahmen und Pogrome farblich zu unterscheiden und in einer Legende zu erklären. Fragen Sie gezielt nach, warum bestimmte Ereignisse aufeinander folgten.

  • Während des Rollenspiels 'Widerstandsentscheidung' watch for...

    Beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler Widerstand als heldenhaft oder als moralische Notlösung darstellen. Nutzen Sie die Reflexionsphase, um die begrenzten Erfolgschancen konkret zu benennen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden