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Geschichte · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Außenpolitik und Kriegsvorbereitung

Aktive Lernformen sind hier besonders wirksam, weil sie den Schülern ermöglichen, Hitlers schrittweise Eskalation und die Reaktionen der Westmächte nicht nur zu memorieren, sondern durch eigenes Handeln zu begreifen. Die Kombination aus räumlichen, zeitlichen und emotionalen Zugängen fördert ein nachhaltiges Verständnis für die Komplexität politischer Entscheidungen vor dem Krieg.

KMK BildungsstandardsSachkompetenzOrientierungskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel45 Min. · Kleingruppen

Zeitlinienbau: Schritte zum Krieg

Teilen Sie die Klasse in Gruppen auf und weisen Sie jedem Team ein Ereignis zu, wie Anschluss oder Sudetenkrise. Gruppen recherchieren Daten, zeichnen Ereignisse auf eine gemeinsame Zeitlinie und notieren Ursachen und Folgen. Abschließende Plenumdiskussion verbindet die Teile.

Analysieren Sie die Ziele von Hitlers Außenpolitik (Lebensraum, Revision des Versailler Vertrages).

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler bei der Zeitleiste zunächst nur die Daten und Ereignisse sammeln, bevor sie über Ursachen und Folgen diskutieren – so vermeiden Sie vorschnelle Vereinfachungen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem der Schlüsselbegriffe (z.B. 'Appeasement-Politik'). Sie schreiben eine kurze Erklärung des Begriffs und nennen ein konkretes historisches Ereignis, bei dem dieser Begriff eine Rolle spielte.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Münchner Konferenz

Weisen Sie Rollen zu: Hitler, Chamberlain, Daladier, Henlein. Paare bereiten Positionen vor, debattieren 10 Minuten. Die Klasse bewertet Entscheidungen und simuliert Alternativen. Protokolliert Argumente für Reflexion.

Erklären Sie die Bedeutung des Anschlusses Österreichs und der Sudetenkrise.

ModerationstippBeim Rollenspiel zur Münchner Konferenz achten Sie darauf, dass die Rollenkarten nicht nur Fakten, sondern auch persönliche Motive und politische Zwänge der Figuren enthalten.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Berater des britischen Premierministers Neville Chamberlain im Jahr 1938. Welche Argumente würden Sie für und gegen die Appeasement-Politik gegenüber Hitler vorbringen, basierend auf den Informationen, die Ihnen zur Verfügung stehen?'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Planspiel40 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Appeasement-Analyse

Richten Sie vier Stationen mit Primärquellen ein, z. B. Reden oder Verträge. Gruppen analysieren je eine Quelle auf Ziele und Wirkungen, rotieren und fassen zusammen. Erstellen Sie eine Bewertungstabelle.

Beurteilen Sie die Rolle der Appeasement-Politik der Westmächte.

ModerationstippBei den Quellenstationen stellen Sie sicher, dass jeder Textabschnitt eine klare Leitfrage hat, die die Schüler zur Analyse konkreter Formulierungen anregt.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen (Anschluss, Sudetenkrise, Münchner Abkommen). Sie ordnen jedem Ereignis ein Hauptziel von Hitlers Außenpolitik zu und begründen kurz ihre Wahl.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Planspiel30 Min. · Einzelarbeit

Kartenmarkierung: Expansionspläne

Verteilen Sie Karten Europas. Individuen markieren Schritte wie Rheinlandbesetzung und Lebensraumgebiete, begründen mit Zitaten. Gemeinsame Präsentation diskutiert Strategien.

Analysieren Sie die Ziele von Hitlers Außenpolitik (Lebensraum, Revision des Versailler Vertrages).

ModerationstippMarkieren Sie die Expansionspläne auf der Karte mit unterschiedlichen Farben für friedliche Annexionen und militärische Eroberungen, um die Strategie Hitlers sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit einem der Schlüsselbegriffe (z.B. 'Appeasement-Politik'). Sie schreiben eine kurze Erklärung des Begriffs und nennen ein konkretes historisches Ereignis, bei dem dieser Begriff eine Rolle spielte.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte arbeiten hier mit einer Balance aus chronologischem Aufbau und thematischer Vertiefung, um die schrittweise Radikalisierung zu verdeutlichen. Sie vermeiden eine moralisierende Darstellung und konzentrieren sich stattdessen auf die Analyse von Entscheidungsprozessen. Wichtig ist, die Perspektive der Zeitgenossen ernst zu nehmen, ohne Hitlers Kriegsziele zu verharmlosen. Aktuelle Forschungsergebnisse zu Hitlers Kalkül und den Grenzen der Appeasement-Politik sollten dabei integriert werden.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich daran, dass die Schülerinnen und Schüler die Ziele und Methoden der nationalsozialistischen Außenpolitik analysieren und die Strategien der Appeasement-Politik in ihrer Ambivalenz einordnen können. Sie nutzen Quellen und Karten, um eigene Schlüsse zu ziehen und historische Zusammenhänge argumentativ zu vertreten.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zur Münchner Konferenz hören manche Schüler nur oberflächlich zu und gehen davon aus, Appeasement sei reine Feigheit gewesen.

    Nutzen Sie die Rollenkarten, um die Schüler gezielt nach den Argumenten der Appeasement-Befürworter zu fragen. Lassen Sie sie in der Diskussion herausarbeiten, warum Chamberlain und Daladier Revisionen akzeptierten – etwa um die eigene wirtschaftliche Schwäche oder die Angst vor einem neuen Weltkrieg zu reflektieren.

  • Während der Quellenstationen zur Appeasement-Analyse glauben einige Schüler, Hitler habe keinen großen Krieg gewollt und sei überrascht worden.

    Fordern Sie die Schüler auf, in den Quellen nach Hinweisen auf Hitlers Kriegspläne zu suchen, etwa in Reden oder strategischen Dokumenten. Lassen Sie sie konkrete Formulierungen markieren, die auf eine kalkulierte Risikobereitschaft hindeuten.

  • Während der Kartenmarkierung zu den Expansionsplänen entsteht der Eindruck, die Westmächte hätten den Krieg allein durch Appeasement verhindern können.

    Nutzen Sie die markierten Karten, um gemeinsam mit den Schülern zu diskutieren, welche Faktoren außer der Appeasement-Politik Hitlers Aufstieg begünstigten – etwa die militärische Aufrüstung Deutschlands oder die innere Zerrissenheit der Westmächte. Lassen Sie sie in Kleingruppen Argumente für und gegen die These sammeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden