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Geschichte · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Merkantilismus: Wirtschaft im Absolutismus

Aktive Lernformen eignen sich besonders für das Thema Merkantilismus, weil Schülerinnen und Schüler die abstrakten Prinzipien durch eigene Handlungen nachvollziehen und die staatlichen Eingriffe in die Wirtschaft konkret erleben können. Durch Rollenspiele und Stationenarbeit wird der abstrakte Begriff des positiven Handelsbilanzüberschusses greifbar und die Bedeutung von Macht und Kontrolle im Absolutismus verständlich.

KMK BildungsstandardsKMK Bildungsstandards Mittlerer Schulabschluss: Die Neuzeit bis zum 19. Jahrhundert, Absolutismus und AufklärungLehrplanPLUS Bayern G 7.5: Absolutismus und Aufklärung, Die Herrschaft des AbsolutismusKernlehrplan NRW G9 Sek I: Inhaltsfeld 5, Europa auf dem Weg in die Moderne (Absolutismus)
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Merkantilistische Verhandlungen

Teilen Sie die Klasse in Gruppen als Händler, Staatsbeamte und Kolonialherren ein. Jede Gruppe verhandelt über Zölle und Exporte, notiert Argumente. Abschließende Plenumdiskussion bewertet Erfolge. Ergänzen Sie mit Karten zu Kolonien.

Erklären Sie die Funktionsweise und Ziele des Merkantilismus.

ModerationstippBereiten Sie beim Rollenspiel 'Merkantilistische Verhandlungen' klare Rollenprofile und wirtschaftliche Daten vor, damit die Schülerinnen und Schüler die Verhandlungen zielgerichtet führen und die Auswirkungen von Schutzzöllen oder Exportverboten selbst erleben.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei merkantilistische Maßnahmen und erklären Sie, wie sie dem Staat helfen sollten, Reichtum anzuhäufen.' Die Antworten werden eingesammelt und auf Verständnis geprüft.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Planspiel50 Min. · Kleingruppen

Stationslauf: Prinzipien des Merkantilismus

Richten Sie Stationen ein: 1. Handelsbilanz berechnen mit Tabellen, 2. Schutzzölle simulieren mit Preisen, 3. Kolonialwaren sortieren, 4. Vor-/Nachteile debattieren. Gruppen rotieren und protokollieren Erkenntnisse.

Analysieren Sie die Vor- und Nachteile des Merkantilismus für die absolutistischen Staaten.

ModerationstippStellen Sie beim Stationslauf sicher, dass jede Station eine klare Aufgabe und ein konkretes Material wie ein Arbeitsblatt oder eine Kartei mit Quellen hat, damit die Gruppen eigenständig und zielgerichtet arbeiten können.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'War der Merkantilismus eine gute oder schlechte Wirtschaftspolitik für die Menschen im Absolutismus?' Lassen Sie die Schüler Argumente für beide Seiten sammeln und diskutieren, basierend auf den gelernten Vor- und Nachteilen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Planspiel35 Min. · Partnerarbeit

Vergleichsanalyse: Vergangenheit und Gegenwart

Paare erstellen Tabellen: Merkantilismus vs. EU-Freihandel. Sammeln Sie Zeitungsartikel, diskutieren Gemeinsamkeiten. Präsentationen im Plenum mit Peer-Feedback.

Vergleichen Sie den Merkantilismus mit heutigen Wirtschaftssystemen.

ModerationstippFühren Sie die Vergleichsanalyse zwischen Vergangenheit und Gegenwart mit einer klaren Leitfrage ein, z.B. 'Wie würden heutige Länder auf eine merkantilistische Politik reagieren?' um die Diskussion zu strukturieren.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Liste von Wirtschaftsmaßnahmen (z.B. Exportförderung, freier Handel, hohe Importzölle, staatliche Subventionen für Manufakturen). Die Schüler klassifizieren jede Maßnahme als 'merkantilistisch' oder 'nicht-merkantilistisch' und begründen kurz ihre Wahl.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Erfolg oder Misserfolg?

Teilen Sie in Pro- und Contra-Gruppen. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert eine 20-minütige Debatte. Abstimmung und Reflexion am Ende.

Erklären Sie die Funktionsweise und Ziele des Merkantilismus.

ModerationstippLeiten Sie die Debatte 'Erfolg oder Misserfolg?' mit einer provokanten These ein, z.B. 'Der Merkantilismus war eine gescheiterte Wirtschaftspolitik, weil er nur den Eliten nutzte', um die Schülerinnen und Schüler zu einer fundierten Argumentation anzuregen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit der Frage: 'Nennen Sie zwei merkantilistische Maßnahmen und erklären Sie, wie sie dem Staat helfen sollten, Reichtum anzuhäufen.' Die Antworten werden eingesammelt und auf Verständnis geprüft.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen beim Merkantilismus auf eine Kombination aus handlungsorientiertem Lernen und kritischer Reflexion. Sie vermeiden abstrakte Definitionen und setzen stattdessen auf konkrete Beispiele wie die Gründung von Manufakturen oder die Folgen von Importzöllen für Bauern. Wichtig ist, die Schülerinnen und Schüler dazu anzuleiten, die langfristigen Folgen für die Gesellschaft zu bedenken und nicht nur die kurzfristigen Vorteile für den Staat zu sehen. Aktuelle Bezüge, etwa zu Handelspolitik oder Subventionen, helfen, die Relevanz des Themas zu verdeutlichen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler die Ziele und Methoden des Merkantilismus erklären und in historischen und aktuellen Kontexten einordnen können. Sie sollen staatliche Eingriffe in die Wirtschaft als strategisches Mittel erkennen und die sozialen sowie wirtschaftlichen Folgen für verschiedene Bevölkerungsgruppen bewerten können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Merkantilistische Verhandlungen' achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler erkennen, dass der Merkantilismus nicht auf freiem Handel, sondern auf staatlicher Kontrolle und Zwang basierte. Fragen Sie nach dem Unterschied zwischen den Verhandlungspositionen und den tatsächlichen Machtverhältnissen im Absolutismus.

    Nutzen Sie die Verhandlungsrunden, um die Schülerinnen und Schüler gezielt darauf hinzuweisen, dass der Staat durch Zölle, Monopole und Kolonialpolitik aktiv eingriff und dass dies nicht mit modernem Kapitalismus vergleichbar ist.

  • Während des Stationslaufs 'Prinzipien des Merkantilismus' beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler annehmen, dass der Merkantilismus allen Bevölkerungsgruppen nutzte. Fordern Sie sie auf, die sozialen Folgen von Steuern und Monopolen zu analysieren.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in den Gruppen die Auswirkungen von hohen Importzöllen auf Bauern oder Handwerker simulieren und diskutieren Sie gemeinsam, wer von der merkantilistischen Politik profitierte und wer benachteiligt wurde.

  • Während der Vergleichsanalyse 'Vergangenheit und Gegenwart' achten Sie darauf, ob Schülerinnen und Schüler den Merkantilismus nur als Kolonialhandel wahrnehmen. Konfrontieren Sie sie mit Quellen zu Manufakturen und Binnenzöllen.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, Quellen zu beiden Aspekten zu sammeln und in einer Tabelle gegenüberzustellen, um ein ausgewogenes Bild des Merkantilismus zu entwickeln.


In dieser Übersicht verwendete Methoden