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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Wirtschafts- und Währungsunion

Aktive Lernformen sind hier besonders wirksam, weil die WWU komplexe wirtschaftliche und politische Zusammenhänge verbindet, die Schüler:innen durch Handeln selbst erfahren müssen. Durch Simulationen und Datenanalyse werden abstrakte Konzepte wie Wechselkurse oder Wettbewerbsnachteile greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 13.1: Deutschland nach 1945, Der Weg zur deutschen EinheitKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 7, Umbrüche seit den 1970er-Jahren. Der Prozess der deutschen Einheit
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Verhandlungen zur WWU

Teilen Sie die Klasse in Ost- und Westvertreter ein. Jede Gruppe bereitet Argumente für oder gegen den 1:1-Kurs vor, verhandelt dann 20 Minuten und fasst Ergebnisse zusammen. Abschließend bewerten alle die historischen Entscheidungen.

Analysieren Sie die Chancen und Risiken der Wirtschafts- und Währungsunion.

ModerationstippIm Rollenspiel als Moderator nicht eingreifen, sondern den Schüler:innen Raum geben, eigene Lösungswege zu erarbeiten und Konflikte auszutragen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Befürworter einer schnellen Währungsunion und Kritiker. Geben Sie jeder Gruppe eine Liste mit wirtschaftlichen Daten (z.B. Arbeitslosenquote, Produktionszahlen, Inflationsrate) aus dem Jahr 1990. Jede Gruppe soll Argumente formulieren, warum die schnelle Union aus ihrer Sicht vorteilhaft oder nachteilig war, und diese im Plenum präsentieren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Lernen an Stationen50 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Wirtschaftsdaten vor und nach 1990

Richten Sie vier Stationen mit Grafiken zu Arbeitslosigkeit, Inflation und BIP ein. Gruppen sammeln Daten, diskutieren Ursachen und präsentieren Erkenntnisse. Ergänzen Sie mit Primärquellen wie DDR-Zeitungen.

Erklären Sie die Auswirkungen der Umstellung auf die ostdeutsche Wirtschaft.

ModerationstippBei den Stationen klare Zeitvorgaben setzen und sicherstellen, dass jede Gruppe mindestens einmal die Perspektive der ostdeutschen Betriebe einnimmt.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte zwei Hauptgründe zu notieren, warum die Einführung der D-Mark in der DDR als Chance gesehen wurde, und zwei Hauptgründe, warum sie als Risiko betrachtet wurde. Ergänzen Sie eine kurze Einschätzung, welche Seite Ihrer Meinung nach stärker ins Gewicht fiel.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Schnelle Union ja oder nein

Zwei Teams vorbereiten: Pro-Team betont Stabilität, Contra-Team Risiken. 10 Minuten pro Rede, dann Abstimmung und Reflexion. Nutzen Sie Flipcharts für Argumente.

Bewerten Sie die Entscheidung für eine schnelle Währungsunion.

ModerationstippIn der Pro/Contra-Debatte gezielt Gegenargumente einstreuen, um die Schüler:innen zu einer differenzierten Argumentation zu führen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Fallstudie über einen fiktiven ostdeutschen Betrieb im Jahr 1991 vor, der mit sinkenden Aufträgen und steigenden Lohnkosten kämpft. Die Schüler sollen in Einzelarbeit erklären, wie die Wirtschafts- und Währungsunion zu diesen Problemen beigetragen haben könnte, und eine mögliche kurzfristige Lösungsstrategie für den Betrieb vorschlagen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Fallstudienanalyse30 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Fallstudie: Ein ostdeutsches Unternehmen

Jeder Schüler analysiert ein reales Beispiel wie den Kombinat Robotron: Vorher-Nachher-Vergleich mit Daten zu Umsatz und Beschäftigung. Gemeinsame Präsentation schließt ab.

Analysieren Sie die Chancen und Risiken der Wirtschafts- und Währungsunion.

ModerationstippBei der Fallstudie darauf achten, dass die Schüler:innen nicht nur die Probleme, sondern auch mögliche Anpassungsstrategien der Betriebe entwickeln.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in zwei Gruppen: Befürworter einer schnellen Währungsunion und Kritiker. Geben Sie jeder Gruppe eine Liste mit wirtschaftlichen Daten (z.B. Arbeitslosenquote, Produktionszahlen, Inflationsrate) aus dem Jahr 1990. Jede Gruppe soll Argumente formulieren, warum die schnelle Union aus ihrer Sicht vorteilhaft oder nachteilig war, und diese im Plenum präsentieren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten vermeiden, die WWU als rein wirtschaftliches Phänomen darzustellen, da politische Entscheidungen hier entscheidend waren. Stattdessen empfiehlt es sich, Wirtschaft und Politik als vernetzte Systeme zu behandeln und Schüler:innen zu ermutigen, beide Perspektiven zu berücksichtigen. Fallstudien und historische Quellen helfen, die Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig Nuancen zu erkennen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schüler:innen wirtschaftliche Entscheidungen kritisch hinterfragen und ihre Argumente mit konkreten Daten oder Fallbeispielen untermauern. Sie sollen sowohl die Chancen als auch die Risiken der WWU sachlich bewerten können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels zur WWU könnte der Eindruck entstehen, die Union habe sofortigen Wohlstand gebracht.

    Nutzen Sie die Reflexionsphase nach dem Rollenspiel, um gemeinsam mit den Schüler:innen die langfristigen Folgen des 1:1-Kurses zu analysieren. Zeigen Sie auf, wie die Simulation die Preisanpassungen und Insolvenzen sichtbar macht und warum diese nicht sofort spürbar waren.

  • Während der Stationenarbeit zu Wirtschaftsdaten könnte der Eindruck entstehen, der Wechselkurs 1:1 sei rein wirtschaftlich fair gewesen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler:innen auf die Datenvisualisierungen und fragen Sie gezielt nach den Produktivitätsunterschieden zwischen Ost und West. Diskutieren Sie, wie politische Entscheidungen den Kurs beeinflussten und warum wirtschaftliche Fairness nicht allein durch Zahlen bestimmt wird.

  • Während der Pro/Contra-Debatte könnte die Annahme entstehen, die DDR-Wirtschaft hätte ohne die WWU überlebt.

    Nutzen Sie die Quellen aus den Stationen, um den Kontext des DDR-Kollapses zu verdeutlichen. Bitten Sie die Schüler:innen, in der Debatte die historischen Rahmenbedingungen einzubeziehen und die Alternativen zur WWU kritisch zu hinterfragen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden