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Wirtschafts- und WährungsunionAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktive Lernformen sind hier besonders wirksam, weil die WWU komplexe wirtschaftliche und politische Zusammenhänge verbindet, die Schüler:innen durch Handeln selbst erfahren müssen. Durch Simulationen und Datenanalyse werden abstrakte Konzepte wie Wechselkurse oder Wettbewerbsnachteile greifbar und nachvollziehbar.

Klasse 13Brüche und Kontinuitäten: Deutschland und die Welt im 20. Jahrhundert4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die wirtschaftlichen Vorteile und Nachteile der Einführung der D-Mark in der DDR anhand von Statistiken.
  2. 2Erklären Sie die Kausalzusammenhänge zwischen der schnellen Währungsunion und dem Produktionsrückgang in ostdeutschen Betrieben.
  3. 3Bewerten Sie die politischen Entscheidungsprozesse, die zur schnellen Wirtschafts- und Währungsunion führten, unter Berücksichtigung verschiedener Perspektiven.
  4. 4Vergleichen Sie die wirtschaftliche Entwicklung der DDR vor und nach der Währungsunion anhand von Schlüsselindikatoren wie Arbeitslosigkeit und BIP.

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45 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Verhandlungen zur WWU

Teilen Sie die Klasse in Ost- und Westvertreter ein. Jede Gruppe bereitet Argumente für oder gegen den 1:1-Kurs vor, verhandelt dann 20 Minuten und fasst Ergebnisse zusammen. Abschließend bewerten alle die historischen Entscheidungen.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Chancen und Risiken der Wirtschafts- und Währungsunion.

Moderationstipp: Im Rollenspiel als Moderator nicht eingreifen, sondern den Schüler:innen Raum geben, eigene Lösungswege zu erarbeiten und Konflikte auszutragen.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
50 Min.·Kleingruppen

Lernen an Stationen: Wirtschaftsdaten vor und nach 1990

Richten Sie vier Stationen mit Grafiken zu Arbeitslosigkeit, Inflation und BIP ein. Gruppen sammeln Daten, diskutieren Ursachen und präsentieren Erkenntnisse. Ergänzen Sie mit Primärquellen wie DDR-Zeitungen.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie die Auswirkungen der Umstellung auf die ostdeutsche Wirtschaft.

Moderationstipp: Bei den Stationen klare Zeitvorgaben setzen und sicherstellen, dass jede Gruppe mindestens einmal die Perspektive der ostdeutschen Betriebe einnimmt.

Setup: Im Raum verteilte Tische/Stationen

Materials: Stationskarten mit Arbeitsanweisungen, Unterschiedliche Materialien je Station, Timer für die Rotation

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
40 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Schnelle Union ja oder nein

Zwei Teams vorbereiten: Pro-Team betont Stabilität, Contra-Team Risiken. 10 Minuten pro Rede, dann Abstimmung und Reflexion. Nutzen Sie Flipcharts für Argumente.

Vorbereitung & Details

Bewerten Sie die Entscheidung für eine schnelle Währungsunion.

Moderationstipp: In der Pro/Contra-Debatte gezielt Gegenargumente einstreuen, um die Schüler:innen zu einer differenzierten Argumentation zu führen.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Einzelarbeit

Individuelle Fallstudie: Ein ostdeutsches Unternehmen

Jeder Schüler analysiert ein reales Beispiel wie den Kombinat Robotron: Vorher-Nachher-Vergleich mit Daten zu Umsatz und Beschäftigung. Gemeinsame Präsentation schließt ab.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Chancen und Risiken der Wirtschafts- und Währungsunion.

Moderationstipp: Bei der Fallstudie darauf achten, dass die Schüler:innen nicht nur die Probleme, sondern auch mögliche Anpassungsstrategien der Betriebe entwickeln.

Setup: Gruppentische mit Platz für die Fallunterlagen

Materials: Fallstudien-Paket (3-5 Seiten), Arbeitsblatt mit Analyseraster, Präsentationsvorlage

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung

Dieses Thema unterrichten

Lehrkräfte sollten vermeiden, die WWU als rein wirtschaftliches Phänomen darzustellen, da politische Entscheidungen hier entscheidend waren. Stattdessen empfiehlt es sich, Wirtschaft und Politik als vernetzte Systeme zu behandeln und Schüler:innen zu ermutigen, beide Perspektiven zu berücksichtigen. Fallstudien und historische Quellen helfen, die Komplexität zu reduzieren und gleichzeitig Nuancen zu erkennen.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schüler:innen wirtschaftliche Entscheidungen kritisch hinterfragen und ihre Argumente mit konkreten Daten oder Fallbeispielen untermauern. Sie sollen sowohl die Chancen als auch die Risiken der WWU sachlich bewerten können.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
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Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend des Rollenspiels zur WWU könnte der Eindruck entstehen, die Union habe sofortigen Wohlstand gebracht.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie die Reflexionsphase nach dem Rollenspiel, um gemeinsam mit den Schüler:innen die langfristigen Folgen des 1:1-Kurses zu analysieren. Zeigen Sie auf, wie die Simulation die Preisanpassungen und Insolvenzen sichtbar macht und warum diese nicht sofort spürbar waren.

Häufige FehlvorstellungWährend der Stationenarbeit zu Wirtschaftsdaten könnte der Eindruck entstehen, der Wechselkurs 1:1 sei rein wirtschaftlich fair gewesen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler:innen auf die Datenvisualisierungen und fragen Sie gezielt nach den Produktivitätsunterschieden zwischen Ost und West. Diskutieren Sie, wie politische Entscheidungen den Kurs beeinflussten und warum wirtschaftliche Fairness nicht allein durch Zahlen bestimmt wird.

Häufige FehlvorstellungWährend der Pro/Contra-Debatte könnte die Annahme entstehen, die DDR-Wirtschaft hätte ohne die WWU überlebt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie die Quellen aus den Stationen, um den Kontext des DDR-Kollapses zu verdeutlichen. Bitten Sie die Schüler:innen, in der Debatte die historischen Rahmenbedingungen einzubeziehen und die Alternativen zur WWU kritisch zu hinterfragen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach dem Rollenspiel zur WWU bitten Sie die Schüler:innen, in einer kurzen Reflexion zu notieren, welche Argumente in der Verhandlung am überzeugendsten waren und warum. Sammeln Sie diese Punkte an der Tafel und diskutieren Sie, welche Kompromisse in der Realität möglich gewesen wären.

Lernstandskontrolle

Nach der Stationenarbeit zur WWU lassen Sie die Schüler:innen einen Exit-Ticket ausfüllen, auf dem sie jeweils ein wirtschaftliches und ein politisches Argument für die WWU formulieren. Bewerten Sie die Tickets darauf, ob die Schüler:innen beide Perspektiven erkennen und sachlich argumentieren.

Kurze Überprüfung

Während der Fallstudie zum ostdeutschen Betrieb präsentieren Sie eine kurze Zusammenfassung der Probleme und bitten die Schüler:innen, in Einzelarbeit zu erklären, wie die WWU diese verursacht hat. Die Lösungsvorschläge sammeln Sie ein und besprechen sie im Plenum, um die Transferleistung zu überprüfen.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie die Schüler:innen auf, eine fiktive Pressemitteilung aus dem Jahr 1990 zu verfassen, in der sie die WWU aus Sicht der DDR-Regierung oder der Bundesregierung bewerten.
  • Für Schüler:innen, die Schwierigkeiten haben, bieten Sie eine vereinfachte Tabelle an, die die wichtigsten wirtschaftlichen Kennzahlen (z.B. BIP, Arbeitslosigkeit) vor und nach der WWU gegenüberstellt.
  • Vertiefen Sie das Thema durch eine Exkursion zu einer lokalen Industriegeschichte oder einem Gespräch mit Zeitzeug:innen, die die Auswirkungen der WWU in ihrer Region erlebt haben.

Schlüsselvokabular

WährungsunionEin Vertrag zwischen zwei oder mehr Staaten, der die Einführung einer gemeinsamen Währung oder die gegenseitige Anerkennung ihrer Währungen als gesetzliches Zahlungsmittel vorsieht.
KonvertibilitätDie Fähigkeit einer Währung, frei in andere Währungen umgetauscht zu werden, was für den internationalen Handel und Investitionen entscheidend ist.
ProduktivitätsgefälleDer Unterschied in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit und Effizienz zwischen Unternehmen oder Volkswirtschaften, hier spezifisch zwischen Ost- und Westdeutschland.
TransferleistungenFinanzielle Mittel, die von einem Staat oder einer Region an einen anderen zur wirtschaftlichen Unterstützung oder Angleichung gezahlt werden, wie z.B. die Aufbauhilfe Ost.
WechselkursDas Verhältnis, zu dem eine Währung gegen eine andere getauscht wird; hier relevant der anfänglich festgelegte Kurs von 1:1 zwischen DDR-Mark und D-Mark.

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