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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Bürgerrechtsbewegung und Montagsdemonstrationen

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil die Bürgerrechtsbewegung und Montagsdemonstrationen durch konkrete Handlungen entstanden und wirken konnten. Schülerinnen und Schüler verstehen historische Prozesse besser, wenn sie Quellen selbst analysieren, Perspektiven einnehmen und historische Zusammenhänge aktiv nachvollziehen.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 13.1: Deutschland nach 1945, Die friedliche Revolution in der DDRKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 7, Umbrüche seit den 1970er-Jahren. Opposition und friedliche Revolution in der DDRKMK EPA Geschichte: Sachgebiet 4, Die deutsche Einheit. Die friedliche Revolution in der DDR
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen45 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Quellen zur Bürgerrechtsbewegung

Richten Sie Stationen mit Flyern, Liedtexten und Fotos ein. Gruppen analysieren je eine Quelle zu Motiven und Forderungen, notieren Erkenntnisse und präsentieren sie. Abschließende Plenumdiskussion verbindet die Ergebnisse.

Analysieren Sie die Motive und Forderungen der Bürgerrechtsgruppen in der DDR.

ModerationstippBeim Stationenlernen die Quellen klar strukturieren und kurze Einstiegsfragen zu jedem Material formulieren, damit die Schülerinnen und Schüler direkt in die Analyse einsteigen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Parallelen und Unterschiede sehen Sie zwischen den Forderungen der Bürgerrechtsbewegung in der DDR und aktuellen Protestbewegungen weltweit?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Punkte im Plenum vorstellen.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Montagsdemonstration

Teilen Sie Rollen zu (Demonstrant, Stasi, Kirchenvertreter). Gruppen proben eine Demonstration mit Plakaten und Slogans, diskutieren dann Risiken und Entscheidungen. Reflexion in der Klasse.

Erklären Sie die Rolle der Kirchen als Schutzraum für die Opposition.

ModerationstippBeim Rollenspiel klare Rollenprofile vorgeben, aber auch Raum für spontane Reaktionen lassen, um die emotionale und politische Dimension der Demonstration erlebbar zu machen.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit dem Namen einer Bürgerrechtsgruppe oder einer Demonstration (z.B. 'Neues Forum', 'Montagsdemonstration Leipzig'). Bitten Sie die Schüler, auf der Karte zwei Sätze zu notieren: 1. Was war die Hauptforderung dieser Gruppe/Demonstration? 2. Welche Rolle spielte die Kirche dabei (falls zutreffend)?

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte35 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Kirchen als Schutzraum

Erstellen Sie gemeinsam einen Zeitstrahl relevanter Ereignisse. Paare debattieren die Rolle der Kirchen an ausgewählten Punkten und bewerten ihren Beitrag zur Revolution.

Bewerten Sie die Bedeutung der Montagsdemonstrationen für den Verlauf der Friedlichen Revolution.

ModerationstippBei der Zeitstrahl-Debatte die Kirchen als Akteure sichtbar machen: Schülerinnen und Schüler sollen die Schutzfunktion nicht nur theoretisch, sondern durch die Perspektive der Beteiligten nachvollziehen.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild oder ein kurzes Video einer Montagsdemonstration. Bitten Sie die Schüler, drei Adjektive aufzuschreiben, die die Atmosphäre und die Stimmung der abgebildeten Szene beschreiben. Sammeln Sie die Adjektive und besprechen Sie kurz, welche davon am treffendsten sind.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Rollenspiel30 Min. · Einzelarbeit

Vergleichstabelle: DDR-Opposition und Welt

Individuell füllen Schüler eine Tabelle mit Parallelen zu Bürgerrechtsbewegungen weltweit aus, teilen dann in Kleingruppen. Plenum fasst Gemeinsamkeiten zusammen.

Analysieren Sie die Motive und Forderungen der Bürgerrechtsgruppen in der DDR.

ModerationstippBei der Vergleichstabelle zunächst eine gemeinsame Einstiegstabelle mit der Lehrkraft erstellen, um die Kriterien für die Gegenüberstellung transparent zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Parallelen und Unterschiede sehen Sie zwischen den Forderungen der Bürgerrechtsbewegung in der DDR und aktuellen Protestbewegungen weltweit?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Punkte im Plenum vorstellen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass der Zugang über persönliche Geschichten und emotionale Momente gelingt. Vermeiden Sie eine rein sachliche Darstellung der Ereignisse, sondern lassen Sie die Schülerinnen und Schüler die Spannung zwischen Hoffnung und Repression spüren. Nutzen Sie lokale Bezüge, etwa durch Zeitzeugenberichte oder Dokumente aus der Region, um die Themen greifbarer zu machen. Forschung zeigt, dass handlungsorientierte Methoden besonders nachhaltig wirken, wenn sie mit einer klaren politischen Einordnung verbunden werden.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Motive der Oppositionellen erklären, die Bedeutung der Kirchen als Schutzraum erkennen und die Dynamik der Montagsdemonstrationen in ihren lokalen und überregionalen Zusammenhängen beschreiben können. Sie sollen zudem die langfristigen Wirkungen dieser Bewegungen auf die Friedliche Revolution verstehen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zu Quellen der Bürgerrechtsbewegung achten Sie darauf, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Einzelschicksale betrachten, sondern die langfristigen Wirkungen dieser Gruppen erkennen. Fragen Sie gezielt nach Verbindungen zwischen den Quellen, um die Vorgeschichte der Friedlichen Revolution sichtbar zu machen.

    Nach dem Stationenlernen lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in einer Reflexionsrunde aufzeigen, welche Quellen besonders deutlich machen, dass die Montagsdemonstrationen kein spontaner Ausbruch waren, sondern auf jahrelanger Arbeit beruhten.

  • Während des Rollenspiels zur Montagsdemonstration beobachten Sie, ob Schülerinnen und Schüler die Rolle der Kirchen nur als neutralen Versammlungsort wahrnehmen. Achten Sie darauf, dass sie die aktive Schutzfunktion erkennen.

    Nach dem Rollenspiel führen Sie eine kurze Auswertung durch, in der die Schülerinnen und Schüler erklären sollen, wie die Kirchen konkret Schutz boten und warum dies für die Opposition so wichtig war.

  • Während der Gruppendiskussion mit Karten zu den Montagsdemonstrationen achten Sie darauf, ob Schülerinnen und Schüler annehmen, die Demonstrationen seien nur auf Leipzig beschränkt gewesen.

    Nach der Gruppendiskussion lassen Sie die Schülerinnen und Schüler auf einer Karte die Ausbreitung der Montagsdemonstrationen markieren und gemeinsam diskutieren, wie diese Vernetzung den Mauerfall beschleunigte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden