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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Die Massenflucht und die Öffnung der Grenzen

Aktive Methoden wie Stationenrotation oder Rollenspiele machen die komplexen Zusammenhänge der Massenflucht 1989 für Schülerinnen und Schüler greifbar. Durch das Erleben historischer Prozesse verstehen sie, wie individuelle Entscheidungen und kollektives Handeln politische Systeme verändern können.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G 13.1: Deutschland nach 1945, Die friedliche Revolution in der DDRKernlehrplan NRW S II: Inhaltsfeld 7, Umbrüche seit den 1970er-Jahren. Opposition und friedliche Revolution in der DDR
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fallstudienanalyse45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Fluchtwege analysieren

Richten Sie vier Stationen ein: Station 1 mit Karten und Statistiken zur Massenflucht über Ungarn, Station 2 mit Berichten zur Prager Botschaft, Station 3 mit SED-Dokumenten zum Druck, Station 4 mit Zeitungsartikeln. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren Ursachen. Abschließend teilen Gruppen Erkenntnisse im Plenum.

Analysieren Sie die Gründe für die Massenflucht aus der DDR im Sommer 1989.

ModerationstippLegen Sie für die Stationenrotation konkrete Fluchtrouten und -methoden mit Karten, Auszügen aus Tagebüchern und Zeitungsartikeln aus.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der folgenden Fragen: 'Welche Rolle spielte die ungarische Regierung bei der Ermöglichung der Flucht?' oder 'Wie wirkte sich die Besetzung der Prager Botschaft auf die DDR-Führung aus?' Lassen Sie die Gruppen ihre Antworten sammeln und präsentieren.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Diplomatie-Simulation

Weisen Sie Rollen zu: ungarische Politiker, DDR-Flüchtlinge, SED-Führung, westdeutsche Diplomaten. Gruppen bereiten Positionen vor, verhandeln 20 Minuten über Grenzöffnung. Danach reflektiert die Klasse Entscheidungsprozesse und Konsequenzen.

Erklären Sie die diplomatischen Verwicklungen und die Rolle Ungarns.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten die Schülerinnen und Schüler die Rollenkarten mit klaren Interessen, Zielen und Handlungsspielräumen erhalten.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte die drei wichtigsten Gründe für die Massenflucht aus der DDR im Sommer 1989 zu notieren. Fordern Sie sie auf, einen Satz hinzuzufügen, der erklärt, wie diese Gründe das SED-Regime unter Druck setzten.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Konstruktion: Ereigniskette

In Paaren sammeln Schülerinnen und Schüler Daten zu Fluchtzahlen und Reaktionen, bauen einen gemeinsamen Zeitstrahl auf. Jede Paar-Gruppe fügt Ereignisse ein und begründet Kausalitäten. Präsentation schließt mit Bewertung des SED-Drucks ab.

Bewerten Sie den Druck, den die Massenflucht auf das SED-Regime ausübte.

ModerationstippBeim Zeitstrahl-Konstruktion stellen Sie sicher, dass die Ereigniskette nicht nur linear, sondern auch in parallelen Entwicklungen erkennbar wird.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Liste von Begriffen bereit (z.B. Ausreiseantrag, Botschaftsbesetzung, Grenzöffnung). Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, jedem Begriff eine kurze, eigene Erklärung zuzuordnen, die den Kontext der Massenflucht 1989 widerspiegelt.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Ursachen bewerten

Teilen Sie kontroverse Quellen aus: Flüchtlingsberichte vs. SED-Propaganda. Im Plenum debattieren Paare Gründe für die Flucht und den Druck auf das Regime. Moderator notiert Argumente für Synthese.

Analysieren Sie die Gründe für die Massenflucht aus der DDR im Sommer 1989.

ModerationstippBei der Quelle-Debatten analysieren Sie zunächst gemeinsam ein Beispiel, um die Methode der Quellenkritik zu verdeutlichen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe eine der folgenden Fragen: 'Welche Rolle spielte die ungarische Regierung bei der Ermöglichung der Flucht?' oder 'Wie wirkte sich die Besetzung der Prager Botschaft auf die DDR-Führung aus?' Lassen Sie die Gruppen ihre Antworten sammeln und präsentieren.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf handlungsorientierte Zugänge, weil sie die Abstraktheit historischer Prozesse verringern. Vermeiden Sie reine Faktenvermittlung, da die Komplexität der politischen und gesellschaftlichen Verstrickungen sonst zu Überforderung führt. Nutzen Sie stattdessen Quellenarbeit und Perspektivwechsel, um die Handlungsmacht einzelner Akteure sichtbar zu machen.

Am Ende der Einheit erkennen die Lernenden die vielschichtigen Ursachen und Auswirkungen der Fluchtbewegung sowie die vernetzten diplomatischen Dynamiken. Sie können spontane und geplante Elemente unterscheiden und historische Abläufe kausal analysieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation zur Fluchtwege-Analyse wird oft angenommen, dass die Massenflucht rein spontan und unorganisiert war.

    Nutzen Sie die Quellen in den Stationen, um gezielt Netzwerke der Opposition und Kirchen zu identifizieren. Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, zwischen geplanten und spontanen Elementen zu unterscheiden und die kausalen Zusammenhänge in einer gemeinsamen Reflexion zu benennen.

  • Während des Rollenspiels zur Diplomatie-Simulation wird häufig vermutet, dass Ungarn die Grenzen aus rein humanitären Gründen öffnete.

    Verweisen Sie auf die Rollenkarten und die vorgegebenen Interessen der ungarischen Regierung. Diskutieren Sie im Anschluss an das Spiel, welche innenpolitischen und wirtschaftlichen Faktoren die Entscheidung tatsächlich beeinflussten und wie diese in der Simulation sichtbar wurden.

  • Während der Zeitstrahl-Konstruktion wird oft angenommen, dass der Druck auf die SED überschaubar und kontrollierbar war.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Ereigniskette mit Pfeilen und Anmerkungen zu ergänzen, die den eskalierenden Effekt der Fluchtbewegung auf das DDR-Regime verdeutlichen. Die Visualisierung hilft, die Dynamik der Ereignisse zu verstehen und Fehleinschätzungen zu korrigieren.


In dieser Übersicht verwendete Methoden