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Geschichte · Klasse 13 · Aufbruch und Umbruch: Die 1960er Jahre und die neue Ostpolitik · 2. Halbjahr

Die Grünen als politische Kraft

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die Entstehung und den Aufstieg der Partei Die Grünen als Ausdruck der neuen sozialen Bewegungen.

Über dieses Thema

Die Grünen entstanden Ende der 1970er Jahre aus den neuen sozialen Bewegungen wie Umwelt-, Friedens- und Frauenbewegung. Schülerinnen und Schüler analysieren die Gründung der Partei 1980 als Bündnis verschiedener Gruppen, das Ökologie, Basisdemokratie und Pazifismus in den Vordergrund stellte. Der Aufstieg in den 1980er Jahren spiegelt den gesellschaftlichen Wandel wider, der traditionelle Parteien herausforderte und grüne Themen in die Politik trug.

Im Kontext der BRD prägten die Grünen die politische Kultur durch Immunitätsverweigerung, Quotenregelungen und Forderungen nach Bürgernähe. Programmatisch betonten sie Nachhaltigkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Abrüstung, was zu Konflikten mit etablierten Strukturen führte. Der Einfluss zeigt sich in der Rot-Grünen Koalition ab 1998, die Umweltgesetze und die Agenda 2000 umsetzte. Diese Thematik verbindet historische Analyse mit Bewertung demokratischer Prozesse und fördert Kompetenzen in Quellenkritik und Argumentation gemäß KMK-Standards.

Aktives Lernen eignet sich besonders, da politische Entwicklungen durch Rollenspiele, Quellenanalysen und Debatten lebendig werden. Schülerinnen und Schüler erarbeiten Positionen selbst, diskutieren Kontroversen und simulieren Entscheidungsprozesse, was abstrakte Konzepte konkretisiert und langfristiges Verständnis vertieft.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Gründe für die Gründung der Grünen Partei.
  2. Erklären Sie die programmatischen Schwerpunkte und die Besonderheiten der Grünen.
  3. Bewerten Sie den Einfluss der Grünen auf die politische Kultur und Gesetzgebung der BRD.

Lernziele

  • Analysieren Sie die gesellschaftlichen und politischen Ursachen, die zur Gründung der Partei Die Grünen führten.
  • Erklären Sie die Kernpunkte des Programms der Grünen, einschließlich Ökologie, Basisdemokratie und Pazifismus, und vergleichen Sie diese mit den Programmen etablierter Parteien der 1980er Jahre.
  • Bewerten Sie den Einfluss der Grünen auf die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland anhand konkreter Beispiele wie Immunitätsverweigerung und Quotenregelungen.
  • Beurteilen Sie die Auswirkungen der Grünen auf die Gesetzgebung der BRD, insbesondere im Hinblick auf Umweltpolitik und soziale Reformen.

Bevor es losgeht

Die Bundesrepublik Deutschland nach 1945

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der politischen und gesellschaftlichen Entwicklung der BRD ist notwendig, um die Entstehung und Rolle einer neuen Partei wie Die Grünen einordnen zu können.

Gesellschaftliche Umbrüche in den 1960er und 1970er Jahren

Warum: Die Kenntnis der neuen sozialen Bewegungen dieser Zeit bildet die Grundlage für das Verständnis der Entstehung der Grünen.

Schlüsselvokabular

Neue soziale BewegungenBürgerinitiativen und Organisationen, die sich ab den 1960er Jahren für Themen wie Umweltschutz, Frieden und Frauenrechte einsetzten und traditionelle politische Strukturen herausforderten.
BasisdemokratieEin politisches Organisationsprinzip, das auf direkter Beteiligung der Mitglieder an Entscheidungsprozessen beruht und hierarchische Strukturen ablehnt.
Ökologischer UmbauDas Ziel, Wirtschaft und Gesellschaft grundlegend umzugestalten, um Umweltzerstörung zu vermeiden und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
PazifismusDie Ablehnung von Krieg und Gewalt als Mittel der Politik; die Grünen forderten insbesondere Abrüstung und eine friedliche Konfliktlösung.
BürgerrechtsbewegungEine Bewegung, die sich für die Ausweitung und den Schutz von Bürgerrechten einsetzt, oft im Widerstand gegen staatliche oder gesellschaftliche Diskriminierung.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Grünen waren von Anfang an eine einheitliche Ökopartei.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Tatsächlich formierten sie sich als heterogenes Bündnis mit Spannungen zwischen Basis und Realos. Aktive Rollenspiele helfen, da Schüler Positionen einnehmen und Konflikte nachstellen, was die Dynamik greifbar macht und Klischees abbaut.

Häufige FehlvorstellungDie Grünen hatten keinen bleibenden Einfluss auf die BRD.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Ihr Impact zeigt sich in Gesetzen wie EEG und Atomausstieg. Gruppenanalysen von Gesetzestexten vor und nach Rot-Grün fördern Vergleiche und zeigen kausale Zusammenhänge, wodurch Schüler Bewertungskompetenzen schärfen.

Häufige FehlvorstellungGrüne Politik war rein ideologisch ohne Praxis.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Forderungen wurden umgesetzt, z.B. in der Agenda 2010-Debatte. Debatten in Kleingruppen korrigieren dies, indem Schüler Erfolge und Misserfolge abwägen und Quellen prüfen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Arbeit von Umweltverbänden wie dem BUND oder Greenpeace, die durch Protestaktionen und Lobbyarbeit auf politische Entscheidungen Einfluss nehmen, spiegelt die Ursprünge und Ziele der Grünen wider.
  • Die Debatten um den Atomausstieg und die Energiewende in Deutschland, die maßgeblich von den Grünen vorangetrieben wurden, zeigen den langfristigen Einfluss der Partei auf die nationale Gesetzgebung und die Energieversorgung.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Stellen Sie den Schülerinnen und Schülern folgende Frage: 'Welche drei Forderungen der frühen Grünen sind heute noch relevant und warum? Diskutieren Sie in Kleingruppen und präsentieren Sie Ihre Ergebnisse.' Achten Sie darauf, dass die Begründungen auf dem Programm der Grünen basieren.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einer Karteikarte zwei Sätze zu schreiben: Einer, der die Gründung der Grünen erklärt, und ein weiterer, der einen konkreten Einfluss der Grünen auf die heutige Politik beschreibt. Überprüfen Sie die Karten auf inhaltliche Korrektheit und Präzision.

Kurze Überprüfung

Geben Sie den Lernenden kurze Texte oder Schlagzeilen aus den 1970er und 1980er Jahren vor, die sich auf Umwelt-, Friedens- oder Frauenbewegungen beziehen. Lassen Sie sie diese Texte den 'neuen sozialen Bewegungen' zuordnen, aus denen Die Grünen entstanden. Dies prüft das Verständnis der Entstehungsgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Was waren die Gründe für die Gründung der Grünen Partei?
Die Grünen gründeten sich 1980 als Reaktion auf Umweltzerstörung, NATO-Nachrüstung und patriarchale Strukturen. Sie vereinten Bewegungen der 1960er/70er Jahre und wollten basisdemokratische Alternativen zu Volksparteien bieten. Schüler analysieren dies durch Primärquellen, um gesellschaftliche Proteste zu verstehen.
Welche programmatischen Schwerpunkte hatten die Grünen?
Kernbereiche umfassten Ökologie, Pazifismus, Feminismus und soziale Gerechtigkeit. Besonderheiten waren Rotationsprinzip und Immunitätsverweigerung für Transparenz. Im Unterricht eignen sich Vergleiche mit anderen Parteiprogrammen, um Unterschiede zu verdeutlichen und Bewertungen zu üben.
Wie kann aktives Lernen den Unterricht zu den Grünen bereichern?
Aktive Methoden wie Stationen, Rollenspiele und Debatten machen die Entstehung und Wirkung der Grünen erfahrbar. Schüler simulieren Parteitage oder Koalitionsverhandlungen, analysieren Quellen kollaborativ und argumentieren Positionen. Das vertieft Verständnis für Demokratieprozesse und fördert kritisches Denken nach KMK-Standards.
Welchen Einfluss hatten die Grünen auf die politische Kultur der BRD?
Sie etablierten grüne Themen in der Agenda, prägten Rot-Grün ab 1998 mit Reformen wie Bürgergeld und Umweltpaketen. Politische Kultur wandelte sich durch Bürgernähe und Quoten. Bewertungen im Unterricht nutzen Wahldaten und Gesetze für fundierte Analysen.

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