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Geschichte · Klasse 13 · Weltpolitik im 21. Jahrhundert: Globalisierung und neue Konflikte · 2. Halbjahr

Die Europäische Union: Von der EWG zur EU

Die Schülerinnen und Schüler verfolgen die Entwicklung der Europäischen Union von ihren Anfängen bis zur heutigen politischen Union.

Über dieses Thema

Die Entwicklung der Europäischen Union von der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) im Jahr 1957 bis zur heutigen politischen Union umfasst zentrale Stationen wie die Römischen Verträge, den Eintritt neuer Mitglieder und den Maastrichter Vertrag von 1992. Schülerinnen und Schüler dieser Stufe analysieren die Motive der Integration nach dem Zweiten Weltkrieg, darunter den Wunsch nach dauerhaftem Frieden durch wirtschaftliche Verflechtung und die Vermeidung nationaler Konflikte. Der Maastrichter Vertrag markiert einen Wendepunkt: Er schuf die Europäische Union mit Bürgerrecht, Währungsunion und gemeinsamer Außen- und Sicherheitspolitik.

Im Kontext des Fachs Brüche und Kontinuitäten verbindet dieses Thema die Nachkriegszeit mit der Globalisierung des 21. Jahrhunderts. Die Bewertung der EU als Friedensprojekt fordert Schüler zu einer kritischen Auseinandersetzung mit Erfolgen wie der Euro-Einführung und Herausforderungen wie dem Brexit heraus. So entsteht ein Verständnis für Kontinuitäten in der europäischen Zusammenarbeit trotz Brüchen.

Aktives Lernen eignet sich besonders gut für dieses Thema, da abstrakte Integrationsprozesse durch Rollenspiele, Zeitstrahlen und Debatten konkret werden. Schüler internalisieren komplexe Zusammenhänge, wenn sie Verhandlungen nachstellen oder Quellen gemeinsam auswerten. Solche Methoden fördern kritisches Denken und machen die EU-Geschichte lebendig und relevant.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Motive und Ziele der europäischen Integration nach dem Zweiten Weltkrieg.
  2. Erklären Sie die Bedeutung des Maastrichter Vertrages für die Entwicklung der EU.
  3. Bewerten Sie die Rolle der EU als Friedensprojekt in Europa.

Lernziele

  • Analysieren Sie die wirtschaftlichen und politischen Motive der Gründungsmitglieder für die Gründung der EWG.
  • Erklären Sie die schrittweise Entwicklung der EWG zur Europäischen Union anhand wichtiger Verträge und Erweiterungen.
  • Bewerten Sie die EU als Instrument zur Friedenssicherung und zur Förderung der wirtschaftlichen Stabilität in Europa nach 1945.
  • Vergleichen Sie die Ziele der EWG mit den heutigen Zielen der EU im Hinblick auf politische und wirtschaftliche Integration.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Nachkriegszeit in Europa

Warum: Ein Verständnis der politischen und wirtschaftlichen Situation Europas nach dem Zweiten Weltkrieg ist notwendig, um die Motive für die europäische Integration zu verstehen.

Grundlagen der Globalisierung

Warum: Das Thema baut auf dem Verständnis der globalen wirtschaftlichen und politischen Verflechtungen auf, die im 21. Jahrhundert relevant sind.

Schlüsselvokabular

Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG)Eine Organisation, die 1957 durch die Römischen Verträge gegründet wurde, mit dem Ziel, einen gemeinsamen Markt für Waren, Dienstleistungen und Kapital zu schaffen.
Römische VerträgeDie Verträge von 1957, die die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaft (Euratom) ins Leben riefen und die wirtschaftliche Integration Europas vorantrieben.
Maastrichter VertragDer Vertrag von 1992, der die Europäische Union (EU) formell gründete und die Europäische Politische Zusammenarbeit, die Wirtschafts- und Währungsunion sowie die Justiz- und Innenpolitik integrierte.
BinnenmarktEin Markt, der die freie Bewegung von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital zwischen den Mitgliedstaaten der EU ermöglicht, um wirtschaftliches Wachstum zu fördern.
FriedensprojektDie Konzeption der EU als ein Projekt, das durch wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit dauerhaften Frieden und Stabilität zwischen europäischen Nationen sichern soll.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie EU ist rein wirtschaftlich und nicht politisch.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Schüler übersehen die politische Dimension seit Maastricht. Aktive Methoden wie Rollenspiele helfen, indem sie Verhandlungen nachstellen und Bürgerrechte greifbar machen. Gemeinsame Diskussionen klären, dass die EU auch Sicherheitspolitik umfasst.

Häufige FehlvorstellungDie Integration verlief linear ohne Rückschläge.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler sehen oft nur Erfolge und ignorieren Krisen wie Leerstand oder Brexit. Timeline-Arbeiten in Gruppen enthüllen Brüche, fördern nuanciertes Denken. Peer-Feedback vertieft das Verständnis für Kontinuitäten.

Häufige FehlvorstellungDer Maastrichter Vertrag führte sofort zum Euro.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Der Euro kam erst 1999/2002. Stationsrotationen mit Zeitplänen korrigieren dies, da Schüler Phasen sequentiell nachvollziehen. Diskussionen helfen, Zeitrahmen zu verinnerlichen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Die Europäische Zentralbank in Frankfurt am Main steuert die Geldpolitik der Eurozone und beeinflusst so direkt die Preise und die wirtschaftliche Stabilität für Millionen von Bürgern in den Mitgliedstaaten.
  • Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg stellt sicher, dass das EU-Recht in allen Mitgliedstaaten einheitlich angewendet wird, was Auswirkungen auf Verbraucherschutzgesetze und Arbeitsrechte hat.
  • Die jährlichen Verhandlungen über den EU-Haushalt, an denen Vertreter aller Mitgliedstaaten beteiligt sind, bestimmen die Finanzierung von Agrarsubventionen, regionalen Entwicklungsprogrammen und Forschungsprojekten.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler erhalten eine Karte mit einem wichtigen Ereignis in der EU-Geschichte (z.B. Römische Verträge, Maastrichter Vertrag, Osterweiterung). Sie sollen auf der Rückseite zwei Sätze schreiben, die die Bedeutung dieses Ereignisses für die Entwicklung der EU erklären.

Diskussionsfrage

Lehrerfrage: 'Inwiefern hat die EU ihr Ziel, ein Friedensprojekt zu sein, erreicht? Nennen Sie mindestens zwei konkrete Beispiele für Erfolge und eine aktuelle Herausforderung, die diese Rolle beeinträchtigt.'

Kurze Überprüfung

Die Schüler erhalten eine Liste von Aussagen über die EWG und die EU, von denen einige richtig und einige falsch sind. Sie sollen die Aussagen als richtig oder falsch einstufen und bei falschen Aussagen kurz begründen, warum sie falsch sind.

Häufig gestellte Fragen

Wie entstand die EU aus der EWG?
Die EWG wurde 1957 durch die Römischen Verträge gegründet, um Frieden durch Kohle- und Stahlunion zu sichern. Der Maastrichter Vertrag von 1992 wandelte sie in die EU um, mit Säulen für Wirtschaft, Gemeinsamer Außenpolitik und Justiz. Erweiterungen und der Euro festigten die politische Union. Dieses Wissen eignet sich für Zeitstrahlen und Debatten.
Was bedeutet der Maastrichter Vertrag für die EU?
Der Vertrag schuf die EU als supranationale Union mit EU-Bürgerschaft, Wirtschafts- und Währungsunion sowie Kooperation in Außen- und Sicherheitspolitik. Er legte Grundlagen für den Euro und erweiterte Kompetenzen. In Unterricht nutzen Sie Rollenspiele, um Verhandlungen zu simulieren und die Bedeutung für Integration zu verdeutlichen.
Wie fördert aktives Lernen das Verständnis der EU-Entwicklung?
Aktive Ansätze wie Rollenspiele zu Verträgen oder Gruppen-Timelines machen abstrakte Prozesse erfahrbar. Schüler argumentieren als Staatsvertreter, entdecken Motive selbst und bewerten Erfolge kritisch. Solche Methoden stärken Systemdenken, da sie Quellenanalyse mit Diskussion verbinden und die EU als dynamisches Friedensprojekt lebendig werden lassen.
Ist die EU ein erfolgreiches Friedensprojekt?
Die EU verhinderte Kriege in Westeuropa und integrierte Oststaaten friedlich, doch Herausforderungen wie Populismus und Brexit zeigen Grenzen. Schüler bewerten dies durch strukturierte Debatten mit Pro- und Contra-Argumenten aus Quellen. So lernen sie, Erfolge und Risiken abzuwägen.

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