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Geschichte · Klasse 13 · Die Krise der Moderne: Vom Kaiserreich zur Weimarer Republik · 1. Halbjahr

Aufstieg des Nationalsozialismus

Die Schülerinnen und Schüler analysieren die Faktoren, die den Aufstieg der NSDAP begünstigten, und die Strategien der Machtergreifung.

Über dieses Thema

Der Aufstieg des Nationalsozialismus stellt einen zentralen Bruch in der deutschen Geschichte dar. Schülerinnen und Schüler der Klasse 13 analysieren die Faktoren, die den Wahlerfolg der NSDAP in der Spätphase der Weimarer Republik begünstigten: die Weltwirtschaftskrise, die Demütigungen des Versailler Vertrags, die Polarisierung der Parteienlandschaft und die Schwäche der Demokratie. Sie untersuchen Strategien der Machtergreifung wie die Rolle der Propaganda unter Goebbels, die Einschüchterung durch die SA und die Unterstützung konservativer Eliten durch Papen und Hindenburg.

Im Kontext des KMK-Standards 'Brüche und Kontinuitäten' verbindet dieses Thema die Krise der Weimarer Republik mit langfristigen Entwicklungen des 20. Jahrhunderts. Es schult Kompetenzen in Quellenkritik, Kausalanalyse und der Bewertung politischer Verantwortung, die Schüler für zeitgeschichtliche Debatten wappnen.

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil komplexe Machtdynamiken durch Quellenarbeit, Simulationen und strukturierte Debatten greifbar werden. Schüler rekonstruieren Ursachen selbst und üben, manipulative Narrative zu durchschauen, was ihr historisches Denken vertieft und Demokratiebewusstsein stärkt.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Gründe für den Wahlerfolg der NSDAP in der Spätphase der Weimarer Republik.
  2. Erklären Sie die Rolle der Propaganda und der SA im Aufstieg der Nationalsozialisten.
  3. Bewerten Sie die Verantwortung der konservativen Eliten für die Machtergreifung Hitlers.

Lernziele

  • Analysieren Sie die wirtschaftlichen und politischen Faktoren, die zur Destabilisierung der Weimarer Republik beitrugen und die NSDAP begünstigten.
  • Erklären Sie die Funktion von Propaganda und paramilitärischen Organisationen (SA) bei der Mobilisierung und Radikalisierung der Wählerschaft.
  • Bewerten Sie die Rolle und die Motive konservativer Eliten bei der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler.
  • Vergleichen Sie die Wahlkampfstrategien der NSDAP mit denen anderer Parteien in der Spätphase der Weimarer Republik.

Bevor es losgeht

Die Gründung der Weimarer Republik

Warum: Grundkenntnisse über die Entstehung und die Verfassung der Weimarer Republik sind notwendig, um deren Krisen und Scheitern zu verstehen.

Der Versailler Vertrag und seine Folgen

Warum: Das Verständnis der Belastungen und Demütigungen durch den Versailler Vertrag ist essenziell, um die nationalistische Stimmung und die Kritik an der Republik nachzuvollziehen.

Grundlagen politischer Systeme

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von Demokratie, Parlamentarismus und autoritären Systemen hilft den Schülern, die politischen Entwicklungen der Weimarer Zeit einzuordnen.

Schlüsselvokabular

MachtergreifungDer Prozess, durch den die NSDAP am 30. Januar 1933 die politische Macht in Deutschland übernahm und die parlamentarische Demokratie beendete.
VolksgemeinschaftEin zentrales Propagandakonzept der Nationalsozialisten, das eine rassisch homogene, sozial geeinte und autoritär geführte Gesellschaft beschwor.
GleichschaltungDie systematische Unterordnung aller staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen unter die Kontrolle der NSDAP nach 1933.
NotverordnungenGesetzgebungsverfahren, die es dem Reichspräsidenten erlaubten, ohne Zustimmung des Reichstags zu regieren, was die parlamentarische Demokratie untergrub.
AntisemitismusEine Ideologie, die Juden als minderwertig oder als Bedrohung darstellt und zu Hass und Verfolgung aufruft; ein Kernbestandteil der nationalsozialistischen Ideologie.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie NSDAP hatte eine absolute Mehrheit der Stimmen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die NSDAP erreichte maximal 37,3 Prozent im Juli 1932. Aktive Simulationen von Koalitionen zeigen, wie Minderheiten durch Allianzen Macht ergreifen. Gruppenarbeit mit Wahldiagrammen klärt Mehrheitsmissverständnisse und fördert genaues Rechnen.

Häufige FehlvorstellungNur Hitlers Charisma führte zum Erfolg.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Systematische Propaganda und Gewalt der SA waren entscheidend. Quellenanalysen in Stationen helfen Schülern, Charisma von Strategien zu trennen. Peer-Diskussionen stärken kritisches Denken.

Häufige FehlvorstellungKonservative Eliten waren machtlos.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Sie ermöglichten die Ernennung Hitlers. Rollenspiele als Elitenmitglieder verdeutlichen Entscheidungsprozesse. Debatten trainieren Bewertung von Verantwortung.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker, die in Archiven wie dem Bundesarchiv in Berlin-Lichterfelde arbeiten, analysieren Originaldokumente, um die Entscheidungsfindungsprozesse der damaligen politischen Akteure zu rekonstruieren.
  • Gedenkstätten wie das Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände in Nürnberg nutzen ihre Ausstellungen, um die Mechanismen der NS-Propaganda und Massenmobilisierung für heutige Besucher erfahrbar zu machen.
  • Journalisten und Medienwissenschaftler untersuchen heute die Wirkung von Desinformation und populistischen Kampagnen, indem sie historische Parallelen zum Aufstieg der NSDAP ziehen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Lassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte drei Hauptgründe für den Erfolg der NSDAP notieren und einen Satz dazu schreiben, wie die SA zur Machtübernahme beitrug.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Inwieweit waren die konservativen Eliten für die Ernennung Hitlers verantwortlich, und welche Alternativen hatten sie?' Leiten Sie eine Diskussion, in der Schüler verschiedene Perspektiven und historische Argumente austauschen.

Kurze Überprüfung

Bitten Sie die Schüler, die Definition von 'Gleichschaltung' in eigenen Worten zu formulieren und ein Beispiel zu nennen, wie sie sich auf das tägliche Leben auswirkte.

Häufig gestellte Fragen

Welche Faktoren begünstigten den Wahlerfolg der NSDAP?
Wirtschaftskrise mit Massenarbeitslosigkeit, Ressentiments gegen Versailles und Parteienzerfall schwächten die Republik. Propaganda versprach einfache Lösungen, SA schüchterte Gegner ein. Schüler lernen durch Datenvergleiche, wie diese Faktoren kumulierten und 1932 37 Prozent Stimmen brachten, ohne absolute Mehrheit.
Wie wirkte die Propaganda der Nationalsozialisten?
Goebbels nutzte Radio, Filme und Plakate, um Feindbilder zu schaffen und Hitler zu mythisieren. Wiederholung und Emotionen übertrugen Fakten. Quellenvergleiche zeigen, wie Massenmedien Stimmungen lenkten und rationale Debatte unterdrückten, was heute für Medienkompetenz relevant ist.
Wie kann aktives Lernen den Aufstieg des Nationalsozialismus verständlich machen?
Durch Stationenlernen mit Primärquellen und Simulationen von Wahlen werden abstrakte Prozesse konkret. Schüler rotieren, analysieren Plakate oder Briefe und debattieren Rollen, was Ursachen selbst entdecken lässt. Diese Methoden fördern Quellenkritik und Empathie für historische Akteure, vertiefen Verständnis nachhaltig.
Welche Verantwortung trugen konservative Eliten?
Papen und Hindenburg unterschätzten Hitler und sahen in ihm ein Mittel gegen Linke. Ihre Toleranz gegenüber SA-Gewalt ermöglichte die Ernennung am 30. Januar 1933. Bewertungen in Debatten schulen Schüler, Motive wie Antikommunismus von Konsequenzen zu trennen.

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