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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Widerstand gegen das NS-Regime: Formen und Motive

Aktives Lernen eignet sich für dieses Thema besonders, weil es die Vielfalt und Komplexität des Widerstands gegen das NS-Regime greifbar macht. Durch handlungsorientierte Methoden wie Rollenspiele oder Stationenlernen erleben Schülerinnen und Schüler die Ambivalenzen und Herausforderungen der Handelnden direkt, statt sie nur theoretisch zu diskutieren.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.2: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Widerstand im 'Dritten Reich')Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 7: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Lernen an Stationen50 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Formen des Widerstands

Richten Sie fünf Stationen ein: Weiße Rose (Flyer analysieren), 20. Juli (Attentatspläne besprechen), Rosenstraße (Zeitzeugenberichte lesen), Kirchenwiderstand (Predigten vergleichen), Alltagsresistenz (Tagebücher notieren). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Motive. Abschließende Plenumdiskussion.

Analysieren Sie die Motive und Ziele der Geschwister Scholl und der Weißen Rose.

ModerationstippLassen Sie beim Stationenlernen gezielt Quellen mit widersprüchlichen Perspektiven einbauen, um die Heterogenität des Widerstands sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen einer Widerstandsgruppe (z.B. Weiße Rose, Kreisauer Kreis, Solf-Kreis). Sie sollen auf der Rückseite zwei Sätze schreiben: einen über die Hauptmotive der Gruppe und einen über die größte Herausforderung, der sie sich gegenübersah.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Weißen Rose-Versammlung

Teilen Sie Rollen zu: Geschwister Scholl, Mitstreiter, NS-Beobachter. Gruppen planen eine geheime Flugblattaktion, diskutieren Motive und Risiken. Präsentation vor der Klasse mit Nachbesprechung zu Zielen und Wirkungen.

Erklären Sie, warum der Widerstand in Deutschland so zersplittert war.

ModerationstippIm Rollenspiel der Weißen Rose achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur die historischen Fakten reproduzieren, sondern die emotionalen und moralischen Konflikte der Figuren nachvollziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Unter welchen Umständen kann 'stiller Widerstand' im Alltag als wirksam und bedeutsam für eine Gesellschaft betrachtet werden?' Leiten Sie eine kurze Klassendiskussion, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Argumente mit Beispielen aus der NS-Zeit und möglichen Parallelen zur Gegenwart untermauern.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Philosophische Stühle40 Min. · Partnerarbeit

Motive-Kartei: Gruppendebatte

Jede Gruppe zieht eine Widerstandsform, sammelt Motive aus Quellen und erstellt eine Karteikarte. Im Plenum debattieren sie Vor- und Nachteile, bewerten Zersplittertheit. Synthese auf Plakat.

Beurteilen Sie die Bedeutung des "Stillen Widerstands" im Alltag.

ModerationstippBei der Motive-Kartei geben Sie den Gruppen klare Debattenregeln vor, damit kontroverse Standpunkte sachlich und mit Beispielen aus den Quellen diskutiert werden.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Liste mit verschiedenen Handlungen (z.B. Flugblätter verteilen, Befehle verweigern, Informationen weitergeben, sich verstecken). Bitten Sie sie, jede Handlung als 'aktiven', 'passiven' oder 'stillen' Widerstand zu klassifizieren und kurz zu begründen, warum sie diese Einordnung wählen.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Philosophische Stühle35 Min. · Einzelarbeit

Stiller Widerstand: Szenarien lösen

Verteilen Sie Alltagsszenarien (z. B. Lehrer hilft Juden). Individuen notieren Handlungsoptionen, teilen in Kleingruppen und bewerten Bedeutungen. Klassenvoting zur Wirksamkeit.

Analysieren Sie die Motive und Ziele der Geschwister Scholl und der Weißen Rose.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen einer Widerstandsgruppe (z.B. Weiße Rose, Kreisauer Kreis, Solf-Kreis). Sie sollen auf der Rückseite zwei Sätze schreiben: einen über die Hauptmotive der Gruppe und einen über die größte Herausforderung, der sie sich gegenübersah.

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen hier auf multiperspektivische Zugänge, um die Komplexität des Themas abzubilden. Vermeiden Sie eine Heroisierung der Widerstandskämpferinnen und -kämpfer, sondern betonen Sie stattdessen die Ambivalenzen und Grenzen ihres Handelns. Forschungsbasiert zeigt sich, dass Schülerinnen und Schüler durch die Kombination von emotionalen Zugängen (z.B. Rollenspiele) und analytischen Methoden (z.B. Quellenarbeit) ein tieferes Verständnis entwickeln.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt der Widerstandsformen benennen und in historische Kontexte einordnen können. Sie erkennen die Zersplitterung der Bewegung als strukturelle Schwäche und reflektieren die Motive und Dilemmata der Handelnden differenziert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens zu Formen des Widerstands beobachten viele Schülerinnen und Schüler unkritisch die Widerstandsbewegungen als einheitlich und stark organisiert.

    Nutzen Sie die Stationen gezielt, um Quellen mit unterschiedlichen Organisationsgraden und Erfolgsaussichten einzusetzen, z.B. Flugblätter der Weißen Rose neben Berichten über den Kreisauer Kreis. Diskutieren Sie im Anschluss gemeinsam, warum gerade diese Zersplitterung die Wirksamkeit einschränkte.

  • Im Rollenspiel zur Weißen Rose zeigen einige Schülerinnen und Schüler die Vorstellung, dass Widerstandshandeln immer klar und heldenhaft war, ohne innere Zweifel.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, im Rollenspiel explizit Unsicherheiten und innere Konflikte der Figuren darzustellen. Nutzen Sie die anschließende Reflexionsrunde, um diese Ambivalenzen mit historischen Quellen zu vergleichen, z.B. Sophie Scholls Briefen.

  • Beim Szenarienlernen zum 'stillen Widerstand' unterschätzen Schülerinnen und Schüler oft die Bedeutung alltäglicher Handlungen wie das Weitergeben von Informationen.

    Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in den Szenarien die langfristigen Auswirkungen 'stillen Widerstands' auf die Moral der Gesellschaft diskutieren. Nutzen Sie dazu konkrete Beispiele wie die Rolle der Kirchenkritik oder das Verstecken von Verfolgten und vergleichen Sie die Wirksamkeit mit aktivem Widerstand.


In dieser Übersicht verwendete Methoden