Wirtschaft und Aufrüstung: Autarkie und KriegsvorbereitungAktivitäten & Unterrichtsstrategien
Aktives Lernen hilft Schülern, die komplexen Zusammenhänge zwischen nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik, Autarkie und Kriegsvorbereitung zu durchdringen. Durch das Erarbeiten von Statistiken, Rollenspiele und Debatten wird der propagandistische Charakter des 'Wirtschaftswunders' greifbar und die sozialen Kosten sichtbar.
Lernziele
- 1Analysieren Sie die Rolle staatlicher Ausgaben und Schulden bei der Finanzierung der NS-Wirtschaftspolitik.
- 2Erklären Sie die Verflechtung zwischen der deutschen Industrie und dem NS-Staat im Kontext der Rüstungsproduktion.
- 3Bewerten Sie die sozialen und persönlichen Kosten der Vollbeschäftigung für die deutsche Arbeiterschaft unter dem NS-Regime.
- 4Identifizieren Sie die propagandistischen Strategien zur Darstellung der NS-Wirtschaftserfolge.
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Quellenkarussell: Wirtschaftsdaten analysieren
Richten Sie Stationen mit Grafiken zu Arbeitslosigkeit, Rüstungsausgaben und Schulden ein. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Trends und Ursachen. Abschließend teilen sie Erkenntnisse im Plenum.
Vorbereitung & Details
Analysieren Sie, inwiefern das "Wirtschaftswunder" der Nazis auf Pump gebaut war.
Moderationstipp: Lassen Sie beim Quellenkarussell die Schüler zunächst die Daten selbst interpretieren, bevor Sie sie in den historischen Kontext einordnen, um ihre Quellenkompetenz zu stärken.
Setup: Tische für große Papierformate oder Wandflächen
Materials: Begriffskarten oder Haftnotizen, Plakatpapier, Marker, Beispiel für eine Concept Map
Rollenspiel: Industrie und NS-Staat
Teilen Sie Rollen wie Krupp-Vertreter, Göring und Gewerkschafter aus. Gruppen verhandeln über Aufrüstungsaufträge und simulieren Konsequenzen. Debriefing diskutiert reale Verflechtungen.
Vorbereitung & Details
Erklären Sie die Verflechtung von Industrie und NS-Staat bei der Aufrüstung.
Moderationstipp: Im Rollenspiel sollten Sie klare Rollenprofile vorgeben, die unterschiedliche Perspektiven auf die NS-Wirtschaftspolitik abbilden, etwa Industrielle, Arbeiter oder NS-Funktionäre.
Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario
Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing
Diagrammerstellung: Autarkie-Bilanz
Schüler sammeln Daten zu Importen, Vierjahresplan und Ersatzstoffen. In Paaren erstellen sie Balkendiagramme und bewerten Erfolge. Präsentationen klären Misserfolge.
Vorbereitung & Details
Beurteilen Sie, welchen Preis die Arbeiter für die Vollbeschäftigung zahlten.
Moderationstipp: Bei der Diagrammerstellung zur Autarkie-Bilanz achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur Zahlen übertragen, sondern auch die politisch-strategische Bedeutung hinter den Daten erkennen.
Setup: Tische für große Papierformate oder Wandflächen
Materials: Begriffskarten oder Haftnotizen, Plakatpapier, Marker, Beispiel für eine Concept Map
Debatte: Preis der Vollbeschäftigung
Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite bereitet Argumente mit Quellen vor. Moderierte Debatte endet mit Abstimmung und Reflexion.
Vorbereitung & Details
Analysieren Sie, inwiefern das "Wirtschaftswunder" der Nazis auf Pump gebaut war.
Moderationstipp: In der Debattenrunde geben Sie gezielte Impulsfragen vor, die die Schüler zwingen, ihre Argumente an konkreten Beispielen aus den vorangegangenen Aktivitäten zu festzumachen.
Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum
Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr
Dieses Thema unterrichten
Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer betonen, dass der Zugang über die wirtschaftlichen Mechanismen – Schulden, Rüstung, Zwangsarbeit – den Schülern hilft, die NS-Ideologie als Mittel zum Zweck zu verstehen. Vermeiden Sie es, die Wirtschaftspolitik isoliert zu betrachten, sondern verknüpfen Sie sie stets mit der politischen und sozialen Realität. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Schüler besonders gut lernen, wenn sie selbst die propagandistischen Versprechen mit den harten Fakten konfrontieren.
Was Sie erwartet
Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Mechanismen der NS-Wirtschaftspolitik erklären, Propaganda von Realität unterscheiden und die langfristigen Folgen der Aufrüstung kritisch bewerten können. Sie nutzen Quellen, um fundierte Aussagen zu treffen und historische Zusammenhänge zu analysieren.
Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.
- Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
- Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
- Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungWährend des Quellenkarussells fällt auf, dass einige Schüler das 'Wirtschaftswunder' als nachhaltig und effizient darstellen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Nutzen Sie die analysierten Statistiken und Reden aus dem Quellenkarussell, um gemeinsam mit den Schülern zu zeigen, wie die scheinbaren Erfolge auf Schulden, Raub und Ausbeutung beruhten. Lassen Sie sie die langfristigen Folgen für die deutsche Wirtschaft ableiten.
Häufige FehlvorstellungWährend des Rollenspiels 'Industrie und NS-Staat' gehen einige Schüler davon aus, dass die Aufrüstung allen Arbeitern gleich zugutekam.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Beziehen Sie sich auf die Rollenprofile und die im Spiel gewonnenen Erfahrungen, um deutlich zu machen, dass Vollbeschäftigung mit Lohnkontrolle, Zwangsarbeit und Verlust von Freiheitsrechten einherging. Fragen Sie gezielt nach den individuellen Schicksalen hinter den Rollen.
Häufige FehlvorstellungWährend der Diagrammerstellung zur Autarkie-Bilanz wird die Autarkie als voller Erfolg dargestellt.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Greifen Sie auf die Vergleichsdaten aus dem Quellenkarussell zurück und lassen Sie die Schüler im Diagramm die Diskrepanz zwischen Plan und Wirklichkeit sichtbar machen. Diskutieren Sie gemeinsam, warum der Vierjahresplan scheiterte und welche Folgen das hatte.
Ideen zur Lernstandserhebung
Nach dem Quellenkarussell erhalten die Schüler eine Karteikarte mit den Begriffen 'Autarkie', 'Rüstungswirtschaft' oder 'Zwangsarbeit'. Sie schreiben eine kurze Definition in eigenen Worten und nennen ein konkretes Beispiel, wie dieser Begriff mit der NS-Wirtschaftspolitik verbunden war.
Nach der Debattenrunde stellen Sie die Frage: 'Inwiefern war das scheinbare 'Wirtschaftswunder' der Nazis eine Mogelpackung?' Die Schüler sammeln Argumente, die sowohl die Schaffung von Arbeitsplätzen als auch die zugrundeliegenden Schulden und sozialen Kosten beleuchten.
Während des Quellenkarussells zeigen Sie eine einfache Grafik zu den Rüstungsausgaben zwischen 1933 und 1939. Die Schüler formulieren zwei Beobachtungen und ziehen eine Schlussfolgerung über die Prioritäten der NS-Wirtschaftspolitik.
Erweiterungen & Unterstützung
- Fordern Sie schnelle Schüler auf, ein fiktives Interview mit Hjalmar Schacht oder Hermann Göring zu entwerfen, in dem sie die Widersprüche zwischen Propaganda und Realität thematisieren.
- Unterstützen Sie Schüler mit Lernschwierigkeiten, indem Sie ihnen vorbereitete Zitate oder Statistiken mit Lücken zum Ausfüllen geben, um den Einstieg zu erleichtern.
- Vertiefen Sie das Thema mit einer Exkursion zu einem Industriemuseum oder einer lokalen Gedenkstätte, die mit NS-Rüstung oder Zwangsarbeit verbunden ist.
Schlüsselvokabular
| Autarkie | Das Streben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit von anderen Staaten, insbesondere durch die Förderung der heimischen Produktion und die Einschränkung von Importen. |
| Vierjahresplan | Ein von Hermann Göring 1936 initiiertes Programm zur Steigerung der Rüstungsproduktion und zur Vorbereitung Deutschlands auf den Krieg, das auf Autarkie abzielte. |
| Rüstungswirtschaft | Der Wirtschaftszweig, der sich auf die Herstellung von Waffen, Munition und militärischer Ausrüstung konzentriert, ein zentraler Bestandteil der NS-Wirtschaftspolitik. |
| Arbeitsfront (DAF) | Die nationalsozialistische Organisation, die die deutschen Arbeiter und Angestellten umfasste und zur Kontrolle, Gleichschaltung und Propaganda diente. |
| Zwangsarbeit | Die unter Androhung von Strafe oder Gewalt erzwungene Arbeit von Personen, die oft aus besetzten Gebieten oder Konzentrationslagern stammten und für die Rüstungsindustrie eingesetzt wurden. |
Vorgeschlagene Methoden
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