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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Wirtschaft und Aufrüstung: Autarkie und Kriegsvorbereitung

Aktives Lernen hilft Schülern, die komplexen Zusammenhänge zwischen nationalsozialistischer Wirtschaftspolitik, Autarkie und Kriegsvorbereitung zu durchdringen. Durch das Erarbeiten von Statistiken, Rollenspiele und Debatten wird der propagandistische Charakter des 'Wirtschaftswunders' greifbar und die sozialen Kosten sichtbar.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.2: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Wirtschafts- und Sozialpolitik)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 7: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Wirtschaftspolitik und Kriegsvorbereitung)
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Quellenkarussell: Wirtschaftsdaten analysieren

Richten Sie Stationen mit Grafiken zu Arbeitslosigkeit, Rüstungsausgaben und Schulden ein. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Trends und Ursachen. Abschließend teilen sie Erkenntnisse im Plenum.

Analysieren Sie, inwiefern das "Wirtschaftswunder" der Nazis auf Pump gebaut war.

ModerationstippLassen Sie beim Quellenkarussell die Schüler zunächst die Daten selbst interpretieren, bevor Sie sie in den historischen Kontext einordnen, um ihre Quellenkompetenz zu stärken.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit den Begriffen 'Autarkie', 'Rüstungswirtschaft' oder 'Zwangsarbeit'. Sie sollen eine kurze Definition in eigenen Worten schreiben und ein Beispiel nennen, wie dieser Begriff mit der NS-Wirtschaftspolitik verbunden war.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Industrie und NS-Staat

Teilen Sie Rollen wie Krupp-Vertreter, Göring und Gewerkschafter aus. Gruppen verhandeln über Aufrüstungsaufträge und simulieren Konsequenzen. Debriefing diskutiert reale Verflechtungen.

Erklären Sie die Verflechtung von Industrie und NS-Staat bei der Aufrüstung.

ModerationstippIm Rollenspiel sollten Sie klare Rollenprofile vorgeben, die unterschiedliche Perspektiven auf die NS-Wirtschaftspolitik abbilden, etwa Industrielle, Arbeiter oder NS-Funktionäre.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Inwiefern war das scheinbare 'Wirtschaftswunder' der Nazis eine Mogelpackung?' Lassen Sie die Schüler Argumente sammeln, die sowohl die Schaffung von Arbeitsplätzen als auch die zugrundeliegenden Schulden und sozialen Kosten beleuchten.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Concept-Mapping35 Min. · Partnerarbeit

Diagrammerstellung: Autarkie-Bilanz

Schüler sammeln Daten zu Importen, Vierjahresplan und Ersatzstoffen. In Paaren erstellen sie Balkendiagramme und bewerten Erfolge. Präsentationen klären Misserfolge.

Beurteilen Sie, welchen Preis die Arbeiter für die Vollbeschäftigung zahlten.

ModerationstippBei der Diagrammerstellung zur Autarkie-Bilanz achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur Zahlen übertragen, sondern auch die politisch-strategische Bedeutung hinter den Daten erkennen.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine einfache Grafik oder Statistik zu den Rüstungsausgaben zwischen 1933 und 1939. Bitten Sie die Schüler, zwei Beobachtungen zu formulieren und eine mögliche Schlussfolgerung über die Prioritäten der NS-Wirtschaftspolitik zu ziehen.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Preis der Vollbeschäftigung

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite bereitet Argumente mit Quellen vor. Moderierte Debatte endet mit Abstimmung und Reflexion.

Analysieren Sie, inwiefern das "Wirtschaftswunder" der Nazis auf Pump gebaut war.

ModerationstippIn der Debattenrunde geben Sie gezielte Impulsfragen vor, die die Schüler zwingen, ihre Argumente an konkreten Beispielen aus den vorangegangenen Aktivitäten zu festzumachen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit den Begriffen 'Autarkie', 'Rüstungswirtschaft' oder 'Zwangsarbeit'. Sie sollen eine kurze Definition in eigenen Worten schreiben und ein Beispiel nennen, wie dieser Begriff mit der NS-Wirtschaftspolitik verbunden war.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer betonen, dass der Zugang über die wirtschaftlichen Mechanismen – Schulden, Rüstung, Zwangsarbeit – den Schülern hilft, die NS-Ideologie als Mittel zum Zweck zu verstehen. Vermeiden Sie es, die Wirtschaftspolitik isoliert zu betrachten, sondern verknüpfen Sie sie stets mit der politischen und sozialen Realität. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Schüler besonders gut lernen, wenn sie selbst die propagandistischen Versprechen mit den harten Fakten konfrontieren.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schülerinnen und Schüler die Mechanismen der NS-Wirtschaftspolitik erklären, Propaganda von Realität unterscheiden und die langfristigen Folgen der Aufrüstung kritisch bewerten können. Sie nutzen Quellen, um fundierte Aussagen zu treffen und historische Zusammenhänge zu analysieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Quellenkarussells fällt auf, dass einige Schüler das 'Wirtschaftswunder' als nachhaltig und effizient darstellen.

    Nutzen Sie die analysierten Statistiken und Reden aus dem Quellenkarussell, um gemeinsam mit den Schülern zu zeigen, wie die scheinbaren Erfolge auf Schulden, Raub und Ausbeutung beruhten. Lassen Sie sie die langfristigen Folgen für die deutsche Wirtschaft ableiten.

  • Während des Rollenspiels 'Industrie und NS-Staat' gehen einige Schüler davon aus, dass die Aufrüstung allen Arbeitern gleich zugutekam.

    Beziehen Sie sich auf die Rollenprofile und die im Spiel gewonnenen Erfahrungen, um deutlich zu machen, dass Vollbeschäftigung mit Lohnkontrolle, Zwangsarbeit und Verlust von Freiheitsrechten einherging. Fragen Sie gezielt nach den individuellen Schicksalen hinter den Rollen.

  • Während der Diagrammerstellung zur Autarkie-Bilanz wird die Autarkie als voller Erfolg dargestellt.

    Greifen Sie auf die Vergleichsdaten aus dem Quellenkarussell zurück und lassen Sie die Schüler im Diagramm die Diskrepanz zwischen Plan und Wirklichkeit sichtbar machen. Diskutieren Sie gemeinsam, warum der Vierjahresplan scheiterte und welche Folgen das hatte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden