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Geschichte · Klasse 12 · Nationalsozialismus: Ideologie, Terror und Widerstand · 2. Halbjahr

Attentat vom 20. Juli 1944

Die Schülerinnen und Schüler analysieren das Attentat auf Hitler vom 20. Juli 1944 und seine Hintergründe.

Über dieses Thema

Das Attentat vom 20. Juli 1944 stellt einen zentralen Moment des Widerstands gegen das NS-Regime dar. Schülerinnen und Schüler analysieren die Planung durch Claus Schenk Graf von Stauffenberg und seine Mitverschwörer, ihre Motive wie die Verhinderung weiterer Kriegsverbrechen, die Beendigung des Vernichtungskriegs und die Rettung Deutschlands vor totaler Niederlage. Sie untersuchen den Ablauf im Führerhauptquartier Wolfsschanze, den technischen Defekt der Bombe durch den verschobenen Tisch und die rasche Niederschlagung des anschließenden Putsches durch Himmlers Sicherheitsapparat.

Dieses Thema passt zu den KMK-Standards für Geschichte in der Qualifikationsphase und vertieft das Verständnis von Nationalsozialismus: Ideologie, Terror und Widerstand. Es schult Kompetenzen in Quellenanalyse, Argumentation und ethischer Bewertung, indem Schüler prüfen, ob das Attentat Deutschlands Ehre wiederherstellen oder das Land retten sollte. Solche Diskussionen fördern differenziertes Denken über Kontinuitäten und Umbrüche in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts.

Aktives Lernen wirkt hier besonders wirksam, weil komplexe Motive und Entscheidungen durch Rollenspiele, Debatten und kooperative Quellenarbeiten erfahrbar werden. Schüler entwickeln so nicht nur Wissen, sondern auch Urteilsfähigkeit und Empathie für historische Akteure.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Ziele und Motive der Verschwörer um Stauffenberg.
  2. Erklären Sie die Gründe für das Scheitern des Attentats.
  3. Beurteilen Sie, ob das Attentat ein Versuch zur Rettung Deutschlands oder der Ehre war.

Lernziele

  • Analysieren Sie die unterschiedlichen Motive und Ziele der Verschwörer um Claus Schenk Graf von Stauffenberg.
  • Erklären Sie die entscheidenden Faktoren, die zum Scheitern des Attentats und des nachfolgenden Putsches führten.
  • Bewerten Sie die historische Bedeutung des Attentats vom 20. Juli 1944 im Kontext des deutschen Widerstands.
  • Vergleichen Sie die strategischen und ethischen Herausforderungen, denen sich die Widerstandsgruppe gegenübersah.

Bevor es losgeht

Grundlagen des Nationalsozialismus

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der NS-Ideologie, der Herrschaftsstrukturen und der Verbrechen ist notwendig, um die Motive des Widerstands nachvollziehen zu können.

Der Zweite Weltkrieg: Ursachen und Verlauf

Warum: Die Kenntnis des Kriegsverlaufs und der militärischen Situation Deutschlands im Jahr 1944 ist essenziell, um die Dringlichkeit und die Ziele des Attentats zu verstehen.

Schlüsselvokabular

WiderstandsgruppeEine Gruppe von Personen, die sich organisiert, um gegen eine bestehende politische Macht oder Ideologie zu agieren, oft mit dem Ziel, diese zu stürzen oder zu verändern.
Operation WalküreDer Deckname für den militärischen Plan des deutschen Widerstands, der nach dem Attentat auf Hitler die Macht übernehmen sollte, um die NS-Herrschaft zu beenden.
PutschEin plötzlicher, oft gewaltsamer Umsturzversuch, der darauf abzielt, die bestehende Regierung oder Ordnung zu stürzen und die Macht zu übernehmen.
StaatsstreichEine illegale und oft gewaltsame Übernahme der Staatsgewalt durch eine kleine Gruppe, typischerweise aus dem Militär oder der Regierung selbst.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDas Attentat scheiterte nur durch Zufall.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Mehrere Faktoren trugen bei: der verschobene Tisch, Hitlers dickes Jackett und fehlende zweite Bombe. Aktive Quellenanalysen in Gruppen helfen Schülern, Kausalitäten zu erkennen und Vereinfachungen zu vermeiden.

Häufige FehlvorstellungDie Verschwörer handelten nur aus persönlicher Ehre.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Motive umfassten Widerstand gegen Völkermord, Kriegsende und demokratische Zukunft. Rollenspiele fördern empathisches Verständnis und nuancierte Bewertungen.

Häufige FehlvorstellungDer Widerstand war isoliert und elitär.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es gab Netzwerke aus Militär, Zivilisten und Kirchen. Kooperative Recherchen zeigen Breite und ermutigen zu systemischem Denken.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Historiker und Politikwissenschaftler analysieren heute die Entscheidungsprozesse und ethischen Dilemmata von Widerstandsgruppen, um Lehren für gegenwärtige politische Krisen zu ziehen, beispielsweise bei der Untersuchung von Widerstandsbewegungen in autoritären Regimen.
  • Juristische Aufarbeitungen und Gedenkstätten wie die Gedenkstätte Deutscher Widerstand in Berlin beschäftigen sich mit der juristischen Bewertung und der Erinnerung an Widerstandshandlungen, um die Kontinuität demokratischer Werte zu betonen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Leiten Sie eine Debatte mit der Frage: 'War das Attentat vom 20. Juli 1944 primär ein Versuch, Deutschland vor der totalen Zerstörung zu retten, oder ein Akt zur Wiederherstellung der deutschen Ehre?' Lassen Sie Schüler Argumente für beide Seiten sammeln und präsentieren.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte die zwei wichtigsten Gründe für das Scheitern des Attentats und des Putsches zu notieren. Fordern Sie sie auf, einen Satz hinzuzufügen, warum diese Gründe entscheidend waren.

Kurze Überprüfung

Stellen Sie den Schülern eine kurze Liste mit Namen von Schlüsselpersonen der Verschwörung (z.B. Stauffenberg, Beck, Olbricht) und wichtigen Orten (z.B. Wolfsschanze, Bendlerblock). Lassen Sie sie die Personen und Orte kurz mit ihren Rollen bzw. ihrer Bedeutung im Kontext des Attentats verbinden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Motive trieben Stauffenberg und die Verschwörer an?
Die Verschwörer wollten den Krieg beenden, weitere Verbrechen stoppen und Deutschland vor Zerstörung bewahren. Persönliche Ehre spielte eine Rolle, doch primär ging es um moralische und patriotische Pflicht. Quellen wie Stauffenbergs Tagebücher und Briefe erlauben differenzierte Analysen in der Oberstufe.
Warum scheiterte das Attentat des 20. Juli 1944?
Technische Defekte der Bombe, der verschobene Aktentisch und Hitlers Überleben führten zum Scheitern. Organisatorische Schwächen wie fehlende Kommunikation und Himmlers Loyalisten verhinderten den Putsch. Schüler lernen durch Ursachen-Grafiken kausale Ketten zu rekonstruieren.
Wie kann aktives Lernen das Verständnis des Attentats vertiefen?
Methoden wie Rollenspiele und Debatten machen Motive greifbar und fördern kritisches Denken. Stationenrotationen mit Quellen trainieren Analysekompetenz, während Gruppenarbeiten Perspektivenvielfalt zeigen. Solche Ansätze steigern Motivation und Retention, da abstrakte Geschichte lebendig wird. (68 Wörter)
War das Attentat ein Versuch zur Rettung Deutschlands?
Viele Verschwörer sahen es als letzte Chance, Katastrophe abzuwenden und eine neue Ordnung zu schaffen. Kritiker betonen mangelnde Planung. Schüler bewerten dies durch Pro-Contra-Listen und erreichen nuancierte Urteile, passend zu KMK-Anforderungen.

Planungsvorlagen für Geschichte