Zum Inhalt springen
Politik · Klasse 7 · Wirtschaft und Gesellschaft: Konsum und Verantwortung · 2. Halbjahr

Globalisierung im Kleiderschrank: Lieferketten

Die Schülerinnen und Schüler analysieren globale Lieferketten am Beispiel von Kleidung und deren ethische Fragen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - AnalysekompetenzKMK: Sekundarstufe I - Politische Handlungskompetenz

Über dieses Thema

Das Thema „Globalisierung im Kleiderschrank: Lieferketten“ zeigt Schülerinnen und Schülern der Klasse 7, wie ein einfaches Kleidungsstück weltweite Verbindungen schafft. Sie analysieren die Kette vom Rohstoffabbau, etwa Baumwolle in Usbekistan, über Produktion in Fabriken Bangladeschs bis zum Transport und Verkauf in Deutschland. Zentrale Fragen drehen sich um ethische Aspekte: Wer trägt die Kosten billiger Mode? Welche Belastungen entstehen für Umwelt und Arbeiter?

Dieses Thema stärkt die KMK-Standards Analysekompetenz und politische Handlungskompetenz in der Sekundarstufe I. Schülerinnen und Schüler lernen, globale Wirtschaftsprozesse zu bewerten, Auswirkungen auf Menschenrechte und Ökosysteme zu erkennen und die Bedeutung internationaler Abkommen wie der ILO-Konventionen zu verstehen. Es verknüpft Wirtschaft, Gesellschaft und Konsumverantwortung und motiviert zu reflektierter Einkaufsentscheidung.

Aktives Lernen macht den Nutzen besonders hoch, weil abstrakte Ketten durch greifbare Modelle und Diskussionen lebendig werden. Wenn Gruppen eigene T-Shirts nachverfolgen oder Rollenspiele als Arbeiter und Manager durchführen, entsteht Empathie und kritisches Denken, das Wissen langfristig festigt.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie, wer den Preis für unsere billige Kleidung zahlt.
  2. Erklären Sie die Auswirkungen globaler Lieferketten auf Umwelt und Arbeitsbedingungen.
  3. Beurteilen Sie, welche Rolle internationale Abkommen für faire Arbeitsbedingungen spielen.

Lernziele

  • Analysieren Sie die einzelnen Schritte einer globalen Textillieferkette von der Rohstoffgewinnung bis zum Verkauf.
  • Erklären Sie die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Produktion von Kleidung in verschiedenen Ländern.
  • Bewerten Sie die Rolle von Konsumentscheidungen für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz.
  • Entwerfen Sie eine Kampagne, die zu bewussterem Konsum von Kleidung aufruft.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Globalisierung

Warum: Ein grundlegendes Verständnis von globalen Wirtschaftsbeziehungen ist notwendig, um Lieferketten nachvollziehen zu können.

Einführung in Wirtschaftskreisläufe

Warum: Die Schülerinnen und Schüler sollten die grundlegenden Abläufe von Produktion, Handel und Konsum kennen.

Schlüsselvokabular

LieferketteDie gesamte Kette von Unternehmen und Prozessen, die an der Herstellung und dem Vertrieb eines Produkts beteiligt sind, vom Rohstoff bis zum Endverbraucher.
SweatshopEine Fabrik, in der Arbeiter unter schlechten Bedingungen, mit niedrigen Löhnen und langen Arbeitszeiten ausgebeutet werden.
Fair TradeEin Handelssystem, das darauf abzielt, Produzenten in Entwicklungsländern gerechtere Preise und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen.
NachhaltigkeitDie Fähigkeit, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungBillige Kleidung schadet niemandem, da sie Jobs schafft.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Jobs in Lieferketten sind prekäre Ausbeutung mit Mindestlöhnen unter Existenzminimum. Aktive Rollenspiele lassen Schüler die Perspektiven von Arbeitern erleben und berechnen reale Kosten, was Vorurteile abbaut und Empathie fördert.

Häufige FehlvorstellungLieferketten sind nur eine nationale Angelegenheit.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Globalisierung verknüpft Länder eng, mit Folgen wie Wassermangel durch Baumwolle. Gruppenrecherchen und Kartenmapping zeigen diese Verbindungen visuell, helfen Schülern, lokale Käufe als globalen Akt zu sehen.

Häufige FehlvorstellungInternationale Abkommen lösen alle Probleme automatisch.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Abkommen wie ILO setzen Standards, brauchen aber Kontrollen. Debatten in Gruppen klären Wirksamkeit und fordern Schüler zu Handlungsideen auf, stärken politische Kompetenz.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Ein T-Shirt, das in Deutschland für 10 Euro verkauft wird, könnte Baumwolle aus Indien, gefärbt in China und genäht in Bangladesch sein. Die Recherche zeigt, dass die Näherinnen oft nur einen Bruchteil des Verkaufspreises erhalten und unter schwierigen Bedingungen arbeiten.
  • Die Modeindustrie ist ein globaler Wirtschaftszweig. Berichte von Organisationen wie der Clean Clothes Campaign decken auf, wie internationale Modeketten durch ihre Produktionsbedingungen die Umwelt verschmutzen und die Rechte von Arbeitern verletzen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen eines Kleidungsstücks (z.B. Jeans). Sie sollen drei Stationen der Lieferkette aufschreiben und für jede Station eine mögliche soziale oder ökologische Auswirkung benennen.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wer zahlt wirklich für unsere billige Kleidung?' Leiten Sie eine Diskussion, in der die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Akteure (Konsumenten, Arbeiter, Umwelt) und ihre jeweiligen Kosten identifizieren.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Produktionsschritten (z.B. Baumwollernte, Färben, Nähen). Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Bilder in die richtige Reihenfolge einer Lieferkette zu bringen und kurz zu erklären, was dort geschieht.

Häufig gestellte Fragen

Wie analysiert man globale Lieferketten am Beispiel Kleidung?
Beginnen Sie mit einem konkreten Produkt wie einem T-Shirt. Zerlegen Sie den Preis in Rohstoffe, Löhne, Transport und Gewinn. Nutzen Sie Karten und Videos, um Schritte von der Farm bis zum Regal zu visualisieren. Schüler bewerten ethische Risiken wie Kinderarbeit oder Wasserverschwendung und diskutieren faire Alternativen. So entsteht kritisches Verständnis in 45 Minuten.
Welche Umweltauswirkungen haben Textillieferketten?
Produktion verbraucht enorme Mengen Wasser, etwa 2700 Liter pro T-Shirt, und verursacht Textilabfälle sowie Chemikalien in Flüssen. Fast Fashion verstärkt Überkonsum. Schüler tracken Ketten und berechnen Fußabdrücke, erkennen Zusammenhänge zu Klimawandel und motivieren sich zu nachhaltigem Konsum durch Plakataktionen.
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Lieferketten?
Aktive Methoden wie Stationenlernen oder Rollenspiele machen abstrakte Prozesse erfahrbar. Schüler manipulieren Modelle, verkörpern Rollen und debattieren reale Szenarien, was Fakten emotional verankert. Gruppenarbeit fördert Austausch, korrigiert Fehlvorstellungen und baut Handlungskompetenz auf, da Schüler Lösungen erarbeiten statt nur zuhören.
Welche Rolle spielen internationale Abkommen für faire Arbeitsbedingungen?
Abkommen wie ILO-Konvention 182 gegen Kinderarbeit oder 87 zur Gewerkschaftsfreiheit setzen Mindeststandards. Sie fordern Staaten und Firmen zu Kontrollen auf, wirken aber nur mit Sanktionen. Schüler recherchieren Fälle wie Rana Plaza, bewerten Erfolge und fordern strengere Umsetzung, stärken so politisches Urteilsvermögen.

Planungsvorlagen für Politik