Globalisierung im Kleiderschrank: Lieferketten
Die Schülerinnen und Schüler analysieren globale Lieferketten am Beispiel von Kleidung und deren ethische Fragen.
Über dieses Thema
Das Thema „Globalisierung im Kleiderschrank: Lieferketten“ zeigt Schülerinnen und Schülern der Klasse 7, wie ein einfaches Kleidungsstück weltweite Verbindungen schafft. Sie analysieren die Kette vom Rohstoffabbau, etwa Baumwolle in Usbekistan, über Produktion in Fabriken Bangladeschs bis zum Transport und Verkauf in Deutschland. Zentrale Fragen drehen sich um ethische Aspekte: Wer trägt die Kosten billiger Mode? Welche Belastungen entstehen für Umwelt und Arbeiter?
Dieses Thema stärkt die KMK-Standards Analysekompetenz und politische Handlungskompetenz in der Sekundarstufe I. Schülerinnen und Schüler lernen, globale Wirtschaftsprozesse zu bewerten, Auswirkungen auf Menschenrechte und Ökosysteme zu erkennen und die Bedeutung internationaler Abkommen wie der ILO-Konventionen zu verstehen. Es verknüpft Wirtschaft, Gesellschaft und Konsumverantwortung und motiviert zu reflektierter Einkaufsentscheidung.
Aktives Lernen macht den Nutzen besonders hoch, weil abstrakte Ketten durch greifbare Modelle und Diskussionen lebendig werden. Wenn Gruppen eigene T-Shirts nachverfolgen oder Rollenspiele als Arbeiter und Manager durchführen, entsteht Empathie und kritisches Denken, das Wissen langfristig festigt.
Leitfragen
- Analysieren Sie, wer den Preis für unsere billige Kleidung zahlt.
- Erklären Sie die Auswirkungen globaler Lieferketten auf Umwelt und Arbeitsbedingungen.
- Beurteilen Sie, welche Rolle internationale Abkommen für faire Arbeitsbedingungen spielen.
Lernziele
- Analysieren Sie die einzelnen Schritte einer globalen Textillieferkette von der Rohstoffgewinnung bis zum Verkauf.
- Erklären Sie die sozialen und ökologischen Auswirkungen der Produktion von Kleidung in verschiedenen Ländern.
- Bewerten Sie die Rolle von Konsumentscheidungen für faire Arbeitsbedingungen und Umweltschutz.
- Entwerfen Sie eine Kampagne, die zu bewussterem Konsum von Kleidung aufruft.
Bevor es losgeht
Warum: Ein grundlegendes Verständnis von globalen Wirtschaftsbeziehungen ist notwendig, um Lieferketten nachvollziehen zu können.
Warum: Die Schülerinnen und Schüler sollten die grundlegenden Abläufe von Produktion, Handel und Konsum kennen.
Schlüsselvokabular
| Lieferkette | Die gesamte Kette von Unternehmen und Prozessen, die an der Herstellung und dem Vertrieb eines Produkts beteiligt sind, vom Rohstoff bis zum Endverbraucher. |
| Sweatshop | Eine Fabrik, in der Arbeiter unter schlechten Bedingungen, mit niedrigen Löhnen und langen Arbeitszeiten ausgebeutet werden. |
| Fair Trade | Ein Handelssystem, das darauf abzielt, Produzenten in Entwicklungsländern gerechtere Preise und bessere Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. |
| Nachhaltigkeit | Die Fähigkeit, die Bedürfnisse der Gegenwart zu befriedigen, ohne die Möglichkeiten zukünftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungBillige Kleidung schadet niemandem, da sie Jobs schafft.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele Jobs in Lieferketten sind prekäre Ausbeutung mit Mindestlöhnen unter Existenzminimum. Aktive Rollenspiele lassen Schüler die Perspektiven von Arbeitern erleben und berechnen reale Kosten, was Vorurteile abbaut und Empathie fördert.
Häufige FehlvorstellungLieferketten sind nur eine nationale Angelegenheit.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Globalisierung verknüpft Länder eng, mit Folgen wie Wassermangel durch Baumwolle. Gruppenrecherchen und Kartenmapping zeigen diese Verbindungen visuell, helfen Schülern, lokale Käufe als globalen Akt zu sehen.
Häufige FehlvorstellungInternationale Abkommen lösen alle Probleme automatisch.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Abkommen wie ILO setzen Standards, brauchen aber Kontrollen. Debatten in Gruppen klären Wirksamkeit und fordern Schüler zu Handlungsideen auf, stärken politische Kompetenz.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenLernen an Stationen: Lieferketten-Stationen
Richten Sie fünf Stationen ein: Rohstoffe (Baumwollproben und Karten), Produktion (Fabrikmodelle mit Lohnrechnern), Transport (Routenkarten), Verkauf (Preisaufschlüsselung) und Ethik (Videos zu Arbeitsbedingungen). Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Beobachtungen. Abschließend teilen sie Erkenntnisse im Plenum.
Gruppenmapping: Eigene Kleidung tracken
Jede Gruppe wählt ein Kleidungsstück, recherchiert Etikett und Internetquellen zur Herkunft. Sie zeichnen die Lieferkette auf Flipchart, markieren Umwelt- und Sozialrisiken. Präsentationen vergleichen Ketten und diskutieren Alternativen.
Rollenspiel: Faire Preise verhandeln
Teilen Sie Rollen zu: Farmer, Näher, Händler, Verbraucher. Gruppen verhandeln Preise unter Berücksichtigung realer Kosten und Abkommen. Reflexion: Wer zahlt den wahren Preis? Protokollieren Sie Ergebnisse.
Recherche-Rallye: Abkommen prüfen
Paare erhalten Karten mit Stationen zu ILO-Konventionen, Umweltabkommen und Fair-Trade-Siegeln. Sie sammeln Fakten, bewerten Wirksamkeit und erstellen Plakate für faire Bedingungen.
Bezüge zur Lebenswelt
- Ein T-Shirt, das in Deutschland für 10 Euro verkauft wird, könnte Baumwolle aus Indien, gefärbt in China und genäht in Bangladesch sein. Die Recherche zeigt, dass die Näherinnen oft nur einen Bruchteil des Verkaufspreises erhalten und unter schwierigen Bedingungen arbeiten.
- Die Modeindustrie ist ein globaler Wirtschaftszweig. Berichte von Organisationen wie der Clean Clothes Campaign decken auf, wie internationale Modeketten durch ihre Produktionsbedingungen die Umwelt verschmutzen und die Rechte von Arbeitern verletzen.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen eines Kleidungsstücks (z.B. Jeans). Sie sollen drei Stationen der Lieferkette aufschreiben und für jede Station eine mögliche soziale oder ökologische Auswirkung benennen.
Stellen Sie die Frage: 'Wer zahlt wirklich für unsere billige Kleidung?' Leiten Sie eine Diskussion, in der die Schülerinnen und Schüler die verschiedenen Akteure (Konsumenten, Arbeiter, Umwelt) und ihre jeweiligen Kosten identifizieren.
Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Produktionsschritten (z.B. Baumwollernte, Färben, Nähen). Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Bilder in die richtige Reihenfolge einer Lieferkette zu bringen und kurz zu erklären, was dort geschieht.
Häufig gestellte Fragen
Wie analysiert man globale Lieferketten am Beispiel Kleidung?
Welche Umweltauswirkungen haben Textillieferketten?
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Lieferketten?
Welche Rolle spielen internationale Abkommen für faire Arbeitsbedingungen?
Planungsvorlagen für Politik
GeWi
Eine Vorlage für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenanalyse und historischem Denken basiert. Sie umfasst dokumentenbasierte Aufgaben, Diskussionen und den Wechsel der Perspektiven.
EinheitenplanerGesellschaftswissenschaftliche Einheit
Planen Sie eine Einheit für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenstudium, historischem Denken und politischer Urteilsbildung beruht. Lernende analysieren Belege und entwickeln begründete Positionen zu historischen und aktuellen Fragen.
BewertungsrasterGeWi Bewertungsraster
Erstellen Sie ein Raster für quellenbasierte Aufgaben, historische Argumentationen, Referate oder Diskussionen, das historisches Denken, Quellenarbeit und Multiperspektivität bewertet.
Mehr in Wirtschaft und Gesellschaft: Konsum und Verantwortung
Der Jugendliche als Konsument: Werbung und Einfluss
Die Schülerinnen und Schüler analysieren den Einfluss von Werbung und Gruppenzwang auf das Kaufverhalten Jugendlicher.
2 methodologies
Umgang mit Geld: Taschengeld und Schuldenfallen
Die Schülerinnen und Schüler lernen den verantwortungsvollen Umgang mit Geld und die Gefahren der Verschuldung kennen.
2 methodologies
Soziale Marktwirtschaft: Freiheit und Ausgleich
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen das Spannungsfeld zwischen wirtschaftlicher Freiheit und staatlicher Absicherung in der Sozialen Marktwirtschaft.
2 methodologies
Fairer Handel: Eine Alternative zum Massenkonsum?
Die Schülerinnen und Schüler diskutieren das Konzept des Fairen Handels als Möglichkeit, globale Ungerechtigkeiten zu mindern.
2 methodologies
Nachhaltiger Konsum: Umwelt und Zukunft
Die Schülerinnen und Schüler reflektieren über die Bedeutung nachhaltigen Konsums für den Umweltschutz und zukünftige Generationen.
2 methodologies
Arbeitswelt im Wandel: Berufe der Zukunft
Die Schülerinnen und Schüler erkunden, wie sich die Arbeitswelt verändert und welche Kompetenzen in Zukunft wichtig sein werden.
2 methodologies