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Politik · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Jugendstrafrecht und Kriminalprävention

Das Thema Jugendstrafrecht und Kriminalprävention lebt von der Verbindung zwischen rechtlichen Grundlagen und realen Lebenswelten Jugendlicher. Durch handlungsorientierte Methoden wie Rollenspiele oder Fallanalysen können Schülerinnen und Schüler die abstrakten Konzepte des JGG lebendig und nachvollziehbar erleben, was nachhaltiges Lernen fördert.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe II - Rechtssystem der BRDKMK: Sekundarstufe II - Sozialisationsinstanzen
35–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Jugendgerichtsverhandlung

Teilen Sie die Klasse in Rollen ein: Richter, Verteidiger, Staatsanwalt, Jugendliche und Opfer. Bereiten Sie einen fiktiven Fall vor, lassen Sie die Gruppen argumentieren und fällen Sie ein Urteil. Abschließend reflektiert die Klasse den erzieherischen Ansatz.

Analysieren Sie die Besonderheiten des deutschen Jugendstrafrechts und begründen Sie dessen erzieherischen Ansatz.

ModerationstippBeim Rollenspiel der Jugendgerichtsverhandlung achten Sie darauf, dass die Schüler die Rollen (Richter, Staatsanwalt, Sozialarbeiter, Jugendlicher) nicht nur spielerisch, sondern mit konkreten rechtlichen und pädagogischen Argumenten ausfüllen.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Jede Gruppe erhält einen anonymisierten Fall eines jugendlichen Straftäters. Die Aufgabe ist es, zu diskutieren: Welche Art von Maßnahme (Erziehungsmaßregel oder Zuchtmittel) wäre hier am sinnvollsten und warum? Welche Rolle spielen die Eltern oder die Schule bei der Umsetzung?

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Fallstudienanalyse50 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Präventionsmaßnahmen

Richten Sie Stationen ein: Schulprogramme, Jugendhilfe, Polizeiaktionen, Online-Prävention. Gruppen recherchieren 10 Minuten pro Station, sammeln Beispiele und bewerten Effektivität. Plenum präsentiert Ergebnisse.

Bewerten Sie die Effektivität verschiedener Maßnahmen der Kriminalprävention im Jugendbereich.

ModerationstippIn der Stationenrotation zu Präventionsmaßnahmen stellen Sie sicher, dass jede Station mit einem konkreten Beispiel (z.B. Kooperationspartner, Budget, Zielgruppe) arbeitet, damit die Schüler die Maßnahmen greifbar erleben.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten die Frage: 'Nennen Sie eine Besonderheit des Jugendstrafrechts und begründen Sie, warum diese für die Resozialisierung wichtig ist.' Sie schreiben ihre Antwort auf einen Zettel und geben ihn am Ende der Stunde ab.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 03

Fallstudienanalyse35 Min. · Partnerarbeit

Fallseminar: Resozialisierungsfälle

Verteilen Sie reale anonymisierte Fälle aus dem Jugendstrafrecht. In Paaren analysieren Schüler Maßnahmen und schlagen Alternativen vor. Diskussion im Plenum vergleicht Ansätze.

Diskutieren Sie, wie die Gesellschaft junge Menschen vor Kriminalität schützen und gleichzeitig ihre Resozialisierung fördern kann.

ModerationstippBeim Fallseminar zu Resozialisierungsfällen geben Sie den Schülern klare Leitfragen an die Hand, die sie durch die Analyse führen, wie z.B. 'Welche Faktoren haben zur Straffälligkeit beigetragen?' oder 'Wie könnte ein nachhaltiger Ausweg aussehen?'

Worauf zu achten istStellen Sie eine Auswahl von drei verschiedenen Kriminalpräventionsprogrammen vor (z.B. Anti-Gewalt-Training, Medienkompetenzkurse, Sportangebote). Bitten Sie die Schüler, kurz zu notieren, für welche Art von Delikt oder Risikogruppe jedes Programm ihrer Meinung nach am effektivsten wäre und warum.

AnalysierenBewertenErschaffenEntscheidungsfähigkeitSelbststeuerung
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Aktivität 04

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Prävention vs. Repression

Teilen Sie die Klasse in zwei Teams: Für präventive Maßnahmen und für strengere Strafen. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert debattiert 20 Minuten, Zuhörer voten.

Analysieren Sie die Besonderheiten des deutschen Jugendstrafrechts und begründen Sie dessen erzieherischen Ansatz.

ModerationstippBei der Debatte um Prävention vs. Repression sorgen Sie für eine strukturierte Vorbereitungsphase, in der die Schüler nicht nur Pro- und Contra-Argumente sammeln, sondern auch die Quellen ihrer Argumente benennen und diskutieren.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Jede Gruppe erhält einen anonymisierten Fall eines jugendlichen Straftäters. Die Aufgabe ist es, zu diskutieren: Welche Art von Maßnahme (Erziehungsmaßregel oder Zuchtmittel) wäre hier am sinnvollsten und warum? Welche Rolle spielen die Eltern oder die Schule bei der Umsetzung?

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten hier bewusst zwischen normativen und empirischen Perspektiven unterscheiden. Während die rechtlichen Grundlagen klar vermittelt werden müssen, profitiert das Thema besonders von einer diskursiven Herangehensweise. Vermeiden Sie es, die Debatte zu moralisieren – stattdessen fördern Sie eine sachliche Auseinandersetzung mit Studien zu Rückfallquoten oder Präventionserfolgen. Die Rolle der Lehrerin oder des Lehrers ist dabei weniger die der Wissensvermittlerin, sondern die der Moderatorin, die Lernprozesse strukturiert und Vorurteile durch gezielte Fragen hinterfragt.

Am Ende sollen die Lernenden nicht nur die Unterschiede zwischen Jugendstrafrecht und Erwachsenenstrafrecht benennen können, sondern auch die pädagogische Logik dahinter verstehen. Sie sollen in der Lage sein, Maßnahmen zu bewerten, Präventionsstrategien zu entwickeln und Vorurteile durch faktenbasierte Diskussionen abzubauen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Rollenspiels 'Jugendgerichtsverhandlung' könnte die Aussage fallen: 'Jugendstrafrecht ist zu mild und schützt die Gesellschaft nicht.'

    Nutzen Sie die Reflexionsphase nach dem Rollenspiel, um die Schüler mit echten Statistiken zu Rückfallquoten bei Jugendlichen und Erwachsenen zu konfrontieren. Fordern Sie sie auf, ihre eigenen Argumente mit diesen Daten zu untermauern und so Vorurteile gezielt abzubauen.

  • Während der Stationenrotation 'Präventionsmaßnahmen' könnte die Aussage fallen: 'Kriminalprävention wirkt bei Jugendlichen nicht, weil sie einfach rebellisch sind.'

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit der Schüler auf die Materialien an den Stationen, die konkrete Erfolgsbeispiele aus Projekten wie 'Grüner Daumen' oder 'Streetwork' zeigen. Fordern Sie sie auf, Gemeinsamkeiten in den Maßnahmen zu erkennen und zu diskutieren, warum diese wirken.

  • Während des Fallseminars 'Resozialisierungsfälle' könnte die Aussage fallen: 'Jugendliche unter 14 Jahren sind straffrei und lernen nichts.'

    Verweisen Sie in der Fallanalyse ausdrücklich auf § 52 und § 53 JGG, die Jugendhilfemaßnahmen auch ohne Straffälligkeit vorsehen. Diskutieren Sie mit den Schülern, wie solche Maßnahmen präventiv wirken und welche Rolle Eltern oder Schulen dabei spielen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden