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Staatstheorie und moderne Demokratie · 1. Halbjahr

Hobbes' Leviathan und die Staatslegitimation

Die Schülerinnen und Schüler analysieren Thomas Hobbes' Vertragstheorie und bewerten deren Beitrag zur Begründung staatlicher Herrschaft.

Leitfragen

  1. Analysieren Sie die Kernargumente von Hobbes' Leviathan und bewerten Sie deren Relevanz für moderne Staatslegitimation.
  2. Erklären Sie, wie Hobbes die Notwendigkeit eines starken Staates begründet und welche Implikationen dies für individuelle Freiheiten hat.
  3. Kritisieren Sie die Grenzen von Hobbes' Theorie im Kontext moderner demokratischer Prinzipien.

KMK Bildungsstandards

KMK: Sekundarstufe II - Politische Theorie und GesellschaftsmodellKMK: Sekundarstufe II - Reflexionskompetenz
Klasse: Klasse 12
Fach: Demokratie und Verantwortung in einer globalisierten Welt
Einheit: Staatstheorie und moderne Demokratie
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Dieses Thema bildet das theoretische Fundament der gymnasialen Oberstufe im Fach Politik und Wirtschaft. Die Schülerschaft setzt sich mit der grundlegenden Frage auseinander, warum Individuen bereit sind, einen Teil ihrer natürlichen Freiheit an eine staatliche Instanz abzutreten. Dabei werden die klassischen Vertragstheorien von Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau in den Kontext moderner Gerechtigkeitstheorien wie der von John Rawls gestellt. Der Fokus liegt auf dem Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Freiheit und Gleichheit, das die KMK-Bildungsstandards für die Reflexionskompetenz in der Sekundarstufe II vorschreiben.

Die Relevanz für die zwölfte Klasse ergibt sich aus der Notwendigkeit, aktuelle politische Maßnahmen nicht nur pragmatisch, sondern auch normativ bewerten zu können. Schüler lernen, staatliches Handeln als Resultat eines fiktiven Vertragsschlusses zu begreifen, der ständig neu legitimiert werden muss. Dieses abstrakte Thema gewinnt massiv an Greifbarkeit, wenn Schüler in Simulationen selbst die Rolle von Staatsgründern einnehmen und unter Zeitdruck gesellschaftliche Grundregeln aushandeln.

Ideen für aktives Lernen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDer Gesellschaftsvertrag ist ein historisches Ereignis, das tatsächlich stattgefunden hat.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Es handelt sich um ein Gedankenexperiment zur Begründung von Herrschaft. Durch das Durchspielen eigener Vertragsszenarien verstehen Schüler schneller, dass es um die logische Herleitung von Rechten und Pflichten geht.

Häufige FehlvorstellungLegitimität und Legalität sind das Gleiche.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Legalität meint die Übereinstimmung mit dem Gesetz, während Legitimität die moralische Anerkennungswürdigkeit beschreibt. Rollenspiele zu zivilem Ungehorsam helfen dabei, diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied in der politischen Theorie zu verdeutlichen.

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Häufig gestellte Fragen

Warum ist die Vertragstheorie für das Abitur in Deutschland wichtig?
Die KMK-Standards verlangen, dass Schüler politische Systeme kriterienorientiert beurteilen können. Vertragstheorien liefern das nötige Werkzeug, um die demokratische Ordnung der Bundesrepublik gegenüber autoritären Modellen theoretisch zu verteidigen.
Wie unterscheiden sich Hobbes und Locke in Bezug auf die Menschenrechte?
Während Hobbes für Sicherheit fast alle Rechte an den Leviathan abtritt, sieht Locke unveräußerliche Rechte wie Leben, Freiheit und Eigentum als Kern des Vertrages. Dies ist die Basis für unser heutiges Grundgesetz.
Was bedeutet der 'Schleier des Nichtwissens' für die soziale Gerechtigkeit?
Es ist ein Modell von Rawls, das sicherstellt, dass Regeln unparteiisch gewählt werden. Da niemand seine spätere Position kennt, würden sich rationale Akteure für den Schutz der Schwächsten entscheiden.
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Staatsphilosophie?
Abstrakte Texte wirken oft trocken. Durch Simulationen wie eine 'Staatsgründungskonferenz' erleben Schüler die Interessenkonflikte hautnah. Wenn sie selbst aushandeln müssen, wie viel Freiheit sie für Sicherheit opfern, verankern sich die philosophischen Argumente tiefer als durch reines Lesen.

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