Hobbes' Leviathan und die Staatslegitimation
Die Schülerinnen und Schüler analysieren Thomas Hobbes' Vertragstheorie und bewerten deren Beitrag zur Begründung staatlicher Herrschaft.
Leitfragen
- Analysieren Sie die Kernargumente von Hobbes' Leviathan und bewerten Sie deren Relevanz für moderne Staatslegitimation.
- Erklären Sie, wie Hobbes die Notwendigkeit eines starken Staates begründet und welche Implikationen dies für individuelle Freiheiten hat.
- Kritisieren Sie die Grenzen von Hobbes' Theorie im Kontext moderner demokratischer Prinzipien.
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Dieses Thema bildet das theoretische Fundament der gymnasialen Oberstufe im Fach Politik und Wirtschaft. Die Schülerschaft setzt sich mit der grundlegenden Frage auseinander, warum Individuen bereit sind, einen Teil ihrer natürlichen Freiheit an eine staatliche Instanz abzutreten. Dabei werden die klassischen Vertragstheorien von Thomas Hobbes, John Locke und Jean-Jacques Rousseau in den Kontext moderner Gerechtigkeitstheorien wie der von John Rawls gestellt. Der Fokus liegt auf dem Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Freiheit und Gleichheit, das die KMK-Bildungsstandards für die Reflexionskompetenz in der Sekundarstufe II vorschreiben.
Die Relevanz für die zwölfte Klasse ergibt sich aus der Notwendigkeit, aktuelle politische Maßnahmen nicht nur pragmatisch, sondern auch normativ bewerten zu können. Schüler lernen, staatliches Handeln als Resultat eines fiktiven Vertragsschlusses zu begreifen, der ständig neu legitimiert werden muss. Dieses abstrakte Thema gewinnt massiv an Greifbarkeit, wenn Schüler in Simulationen selbst die Rolle von Staatsgründern einnehmen und unter Zeitdruck gesellschaftliche Grundregeln aushandeln.
Ideen für aktives Lernen
Planspiel: Der Urzustand nach Rawls
Die Schülerschaft entwirft in Kleingruppen eine Gesellschaftsordnung hinter dem Schleier des Nichtwissens. Sie wissen nicht, welche soziale Position, Talente oder Merkmale sie später innehaben werden, und müssen so faire Verteilungsregeln finden.
Debatte: Hobbes vs. Locke
Zwei Teams vertreten die Positionen zur staatlichen Souveränität und zum Widerstandsrecht. Ein drittes Team agiert als Jury und bewertet die Argumente auf Basis aktueller Sicherheitsgesetze in Deutschland.
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Legitimität im 21. Jahrhundert
Einzeln notieren Schüler drei Gründe, warum sie Gesetze befolgen. Nach dem Austausch mit dem Partner werden die Ergebnisse im Plenum den Kategorien legaler, traditionaler oder charismatischer Herrschaft nach Max Weber zugeordnet.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDer Gesellschaftsvertrag ist ein historisches Ereignis, das tatsächlich stattgefunden hat.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Es handelt sich um ein Gedankenexperiment zur Begründung von Herrschaft. Durch das Durchspielen eigener Vertragsszenarien verstehen Schüler schneller, dass es um die logische Herleitung von Rechten und Pflichten geht.
Häufige FehlvorstellungLegitimität und Legalität sind das Gleiche.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Legalität meint die Übereinstimmung mit dem Gesetz, während Legitimität die moralische Anerkennungswürdigkeit beschreibt. Rollenspiele zu zivilem Ungehorsam helfen dabei, diesen feinen, aber entscheidenden Unterschied in der politischen Theorie zu verdeutlichen.
Vorgeschlagene Methoden
Bereit, dieses Thema zu unterrichten?
Erstellen Sie in Sekundenschnelle eine vollständige, unterrichtsfertige Mission für aktives Lernen.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist die Vertragstheorie für das Abitur in Deutschland wichtig?
Wie unterscheiden sich Hobbes und Locke in Bezug auf die Menschenrechte?
Was bedeutet der 'Schleier des Nichtwissens' für die soziale Gerechtigkeit?
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis von Staatsphilosophie?
Planungsvorlagen für Demokratie und Verantwortung in einer globalisierten Welt
GeWi
Eine Vorlage für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenanalyse und historischem Denken basiert. Sie umfasst dokumentenbasierte Aufgaben, Diskussionen und den Wechsel der Perspektiven.
unit plannerGesellschaftswissenschaftliche Einheit
Planen Sie eine Einheit für Gesellschaftswissenschaften, die auf Quellenstudium, historischem Denken und politischer Urteilsbildung beruht. Lernende analysieren Belege und entwickeln begründete Positionen zu historischen und aktuellen Fragen.
rubricGeWi Bewertungsraster
Erstellen Sie ein Raster für quellenbasierte Aufgaben, historische Argumentationen, Referate oder Diskussionen, das historisches Denken, Quellenarbeit und Multiperspektivität bewertet.
Mehr in Staatstheorie und moderne Demokratie
Locke und die Naturrechte
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen John Lockes Konzept der Naturrechte und dessen Einfluss auf die liberale Staatstheorie.
2 methodologies
Rousseaus Gemeinwille und direkte Demokratie
Die Schülerinnen und Schüler analysieren Jean-Jacques Rousseaus Theorie des Gemeinwillens und dessen Implikationen für die direkte Demokratie.
2 methodologies
Rawls' Theorie der Gerechtigkeit
Die Schülerinnen und Schüler untersuchen John Rawls' Theorie der Gerechtigkeit und diskutieren ihre Implikationen für die Legitimation staatlicher Herrschaft.
3 methodologies
Merkmale und Prinzipien der Demokratie
Die Schülerinnen und Schüler identifizieren die Kernmerkmale und Prinzipien moderner Demokratien und analysieren deren Umsetzung in der Bundesrepublik Deutschland.
3 methodologies
Populismus: Ursachen und Erscheinungsformen
Die Schülerinnen und Schüler diskutieren die Ursachen und Erscheinungsformen von Populismus und analysieren dessen Auswirkungen auf demokratische Institutionen.
2 methodologies