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Recht und Gerechtigkeit: Staatsphilosophie · 2. Halbjahr

Einführung in die Staatsphilosophie

Die Schülerinnen und Schüler definieren den Gegenstandsbereich der Staatsphilosophie und identifizieren zentrale Fragen nach Legitimation, Ordnung und Gerechtigkeit.

Leitfragen

  1. Differentiere zwischen Staatsphilosophie und Politikwissenschaft.
  2. Analysiere die Notwendigkeit staatlicher Ordnung für das menschliche Zusammenleben.
  3. Erkläre die Bedeutung von Legitimität für die Akzeptanz von Herrschaft.

KMK Bildungsstandards

KMK-SP-1.1KMK-SP-1.2
Klasse: Klasse 12
Fach: Denken und Handeln: Philosophische Reflexion der Moderne
Einheit: Recht und Gerechtigkeit: Staatsphilosophie
Zeitraum: 2. Halbjahr

Über dieses Thema

Die Europäische Union ist ein politisches System sui generis, das weder Staat noch reiner Staatenbund ist. In dieser Einheit analysieren die Schülerschaft das 'Institutionelle Dreieck' aus Europäischer Kommission, Rat der EU und Europäischem Parlament. Der Fokus liegt auf dem ordentlichen Gesetzgebungsverfahren und der Frage, wie europäisches Recht nationales Recht bricht. Die KMK-Standards zur Systemanalyse fordern hier ein tiefes Verständnis der Entscheidungsprozesse.

Schüler setzen sich kritisch mit dem Vorwurf des Demokratiedefizits auseinander und untersuchen die Rolle der nationalen Parlamente. Da die EU-Gesetzgebung oft abstrakt wirkt, ist es wichtig, sie an konkreten Beispielen wie dem Digital Services Act oder Umweltrichtlinien greifbar zu machen. Simulationen von Trilog-Verhandlungen bieten den Schülern die Möglichkeit, die Dynamik zwischen supranationalen Interessen und nationalen Egoismen selbst zu erleben.

Ideen für aktives Lernen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie EU-Kommission ist die alleinige Regierung Europas.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Die Kommission hat das Initiativrecht, aber Rat und Parlament müssen den Gesetzen zustimmen. Das Rollenspiel im Trilog hilft, die Gewaltenteilung in der EU zu verstehen.

Häufige FehlvorstellungDas Europäische Parlament hat keine echte Macht.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Seit dem Vertrag von Lissabon ist das Parlament in fast allen Bereichen gleichberechtigter Gesetzgeber. Die Untersuchung von Gesetzgebungsprozessen zeigt den Schülern den tatsächlichen Einfluss der Abgeordneten.

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Häufig gestellte Fragen

Was bedeutet das Subsidiaritätsprinzip?
Aufgaben sollen nur dann auf EU-Ebene geregelt werden, wenn sie dort effektiver gelöst werden können als auf nationaler oder regionaler Ebene.
Wer sitzt im Europäischen Rat?
Dort treffen sich die Staats- und Regierungschefs der Mitgliedsstaaten, um die allgemeinen politischen Zielvorstellungen der EU festzulegen.
Wie wird man EU-Kommissar?
Jeder Mitgliedsstaat schlägt eine Person vor, die dann vom Präsidenten der Kommission ausgewählt und vom EU-Parlament bestätigt werden muss.
Wie können Simulationen helfen, die EU-Bürokratie zu verstehen?
Indem Schüler den Weg eines Gesetzes selbst nachspielen, erkennen sie, dass die 'Bürokratie' oft ein notwendiger Prozess des Interessenausgleichs zwischen 27 Staaten ist. Das baut Vorurteile ab und fördert das Systemverständnis.

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