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Kunst · Klasse 9 · Material und Technik: Experimentelle Gestaltung · 2. Halbjahr

Recycling und Upcycling in der Kunst

Die Schülerinnen und Schüler experimentieren mit Alltagsmaterialien und Abfallprodukten zur Schaffung neuer Kunstwerke.

KMK BildungsstandardsMaterial und WerkzeugProduktion

Über dieses Thema

In diesem Thema erkunden Schülerinnen und Schüler die kreativen Potenziale von Recycling und Upcycling in der Kunst. Sie arbeiten mit Alltagsmaterialien und Abfallprodukten, um neue Kunstwerke zu schaffen, die ästhetisch ansprechend und ökologisch sinnvoll sind. Die Key Questions laden ein, wertlose Materialien künstlerisch aufzuwerten, ästhetische und ökologische Aspekte zu bewerten und Objekte mit neuer Funktion zu gestalten. Dies verbindet handwerkliche Experimente mit Reflexion über Nachhaltigkeit und Kunst.

Praktische Übungen fördern die Wahrnehmung von Materialeigenschaften und Techniken. Schülerinnen und Schüler sammeln Abfall wie Plastikflaschen oder Zeitungen, zerlegen sie und kombinieren sie zu Skulpturen oder Installationen. Sie diskutieren, wie Upcycling über bloße Wiederverwendung hinausgeht und künstlerischen Wert schafft. Bezug zu KMK-Standards wie Material und Werkzeug sowie Produktion wird durch eigenständige Gestaltung und Bewertung hergestellt.

Aktives Lernen ist hier besonders vorteilhaft, da es die Schülerinnen und Schüler direkt mit Materialien konfrontiert, sensorische Erfahrungen schafft und Kreativität mit Umweltbewusstsein verknüpft. Es stärkt Problemlösungsfähigkeiten und motiviert durch greifbare Ergebnisse.

Leitfragen

  1. Wie können scheinbar wertlose Materialien künstlerisch aufgewertet werden?
  2. Bewerten Sie die ästhetischen und ökologischen Aspekte von Upcycling-Kunst.
  3. Gestalten Sie ein Objekt aus recycelten Materialien, das eine neue Funktion oder Bedeutung erhält.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Transformation von Alltagsabfällen in künstlerische Objekte unter Berücksichtigung ihrer ursprünglichen Funktion.
  • Bewerten Sie die ökologischen und ästhetischen Auswirkungen von Upcycling-Kunstwerken im Vergleich zu konventionellen Kunstmaterialien.
  • Entwerfen und realisieren Sie ein eigenes Kunstwerk aus gesammelten Abfallmaterialien, das eine neue Form und Bedeutung erhält.
  • Erklären Sie die künstlerischen Strategien, die zur Aufwertung von scheinbar wertlosen Materialien eingesetzt werden.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Bildenden Kunst: Form und Farbe

Warum: Ein Verständnis grundlegender visueller Elemente ist notwendig, um die ästhetische Transformation von Materialien zu begreifen.

Materialkunde: Eigenschaften und Bearbeitung

Warum: Grundkenntnisse über verschiedene Materialien und deren Bearbeitungstechniken sind essenziell für das Experimentieren mit Abfallprodukten.

Schlüsselvokabular

UpcyclingDie kreative Wiederverwendung von Abfallprodukten oder unerwünschten Materialien zur Herstellung neuer Objekte mit höherem Wert oder besserer Qualität.
AssemblageEine Kunstform, bei der verschiedene vorgefundene Objekte und Materialien zu einer neuen dreidimensionalen Komposition zusammengefügt werden.
KontextualisierungDie Veränderung der Wahrnehmung eines Objekts durch seine Platzierung in einem neuen künstlerischen oder sozialen Zusammenhang.
MaterialtransformationDer Prozess, bei dem die physischen oder konzeptuellen Eigenschaften eines Materials durch künstlerische Bearbeitung verändert werden.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungUpcycling ist dasselbe wie einfaches Recycling.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Upcycling schafft aus Abfall Produkte mit höherem Wert oder neuer Funktion, während Recycling Materialien nur wiederverwendet, ohne künstlerische Aufwertung.

Häufige FehlvorstellungUpcycling-Kunst ist immer hässlich und primitiv.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Upcycling-Kunst kann hochästhetisch sein und komplexe Formen, Farben und Bedeutungen erzeugen, wie bei Künstlern wie Vik Muniz.

Häufige FehlvorstellungÖkologie ist der einzige Zweck von Upcycling.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Upcycling verbindet Ökologie mit ästhetischer Innovation und provoziert Reflexion über Konsum und Wert.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Künstler wie Vik Muniz nutzen in ihren Werken oft recycelte Materialien, um auf soziale und ökologische Themen aufmerksam zu machen, beispielsweise durch großformatige Bilder aus Müll, die in São Paulo entstanden sind.
  • Designstudios wie 'Pentatonic' in London entwickeln Möbel und Wohnaccessoires aus recycelten Kunststoffen und anderen Abfallströmen, um ein Kreislaufwirtschaftsmodell zu fördern.
  • Streetart-Künstler weltweit verwandeln öffentliche Räume durch Installationen aus gefundenen Objekten und Abfallmaterialien, wodurch sie vergessene Orte neu beleben und zum Nachdenken anregen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Gegenseitige Bewertung

Die Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre halbfertigen Upcycling-Objekte. Die Peers bewerten anhand einer Checkliste: Wurde das Ausgangsmaterial erkennbar verändert? Erhält das Objekt eine neue Funktion oder Bedeutung? Sind die verwendeten Materialien ökologisch sinnvoll gewählt? Die Peers geben schriftlich einen konkreten Verbesserungsvorschlag.

Lernstandskontrolle

Jeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie eine künstlerische Technik, die Sie verwendet haben, um einem Abfallmaterial eine neue ästhetische Qualität zu verleihen. 2. Beschreiben Sie in einem Satz, wie Ihr Kunstwerk eine neue Bedeutung im Vergleich zum ursprünglichen Material erhält.

Diskussionsfrage

Lehrerfrage: 'Diskutieren Sie, inwiefern das bloße Sammeln und Ausstellen von Müll bereits Kunst sein kann und wo die Grenze zur künstlerischen Aufwertung durch Upcycling liegt. Welche Rolle spielt die Intention des Künstlers dabei?'

Häufig gestellte Fragen

Wie verbinde ich das Thema mit KMK-Standards?
Das Thema deckt Standards wie Material und Werkzeug sowie Produktion ab, indem Schülerinnen und Schüler experimentieren, produzieren und bewerten. Integrieren Sie Key Questions in Planung und Reflexion, um bildnerische Prozesse zu fördern. Ergänzen Sie mit Diskussionen zu Nachhaltigkeit für gesellschaftlichen Bezug. So entsteht eine ganzheitliche Kompetenzentwicklung in 9 Stunden à 90 Minuten.
Warum ist aktives Lernen in diesem Thema besonders wirksam?
Aktives Lernen aktiviert alle Sinne durch Umgang mit realen Materialien, fördert Kreativität und Problemlösung. Schülerinnen und Schüler lernen durch Tun die Transformation von Abfall in Kunst, was Motivation steigert und Wissen vertieft. Es schafft greifbare Erfolge, verbindet Handeln mit Reflexion und stärkt Teamfähigkeiten in Gruppenarbeiten. Langfristig sensibilisiert es für Umweltthemen.
Welche Materialien eignen sich am besten?
Verwenden Sie sichere Abfälle wie Kartons, Plastikflaschen, Zeitungen, Stoffreste oder Metallkapseln. Sorgen Sie für Werkzeuge wie Kleber, Scheren und Farben. Testen Sie Materialien vorab auf Haltbarkeit. Fördern Sie Sammelaktionen in der Schule, um Eigentum zu schaffen und Nachhaltigkeit zu internalisieren.
Wie bewerte ich die Schülerarbeiten?
Bewerten Sie nach Kriterien wie Originalität der Materialnutzung, ästhetischer Wirkung, neuer Funktion und ökologischer Reflexion. Nutzen Sie Peer-Feedback und Selbstbewertung. Rubriken mit Stufen von Basis bis Exzellent helfen, Kompetenzen wie Gestaltung und Bewertung sichtbar zu machen.