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Kunst · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Recycling und Upcycling in der Kunst

Aktives Gestalten mit Alltagsmaterialien fördert bei Schülerinnen und Schülern nicht nur die Kreativität, sondern auch das Bewusstsein für Nachhaltigkeit. Durch das haptische Arbeiten mit Abfallprodukten wird der ökologische Wert von Materialien direkt erfahrbar und die Verbindung von Kunst und Umwelterziehung intensiviert.

KMK BildungsstandardsMaterial und WerkzeugProduktion
30–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Erfahrungsorientiertes Lernen60 Min. · Einzelarbeit

Individuell: Upcycling-Objekt gestalten

Jede Schülerin und jeder Schüler wählt Abfallmaterialien aus und baut ein Objekt mit neuer Funktion. Sie dokumentieren den Prozess und begründen die ästhetische Wirkung. Abschließend präsentieren sie ihr Werk.

Wie können scheinbar wertlose Materialien künstlerisch aufgewertet werden?

ModerationstippFordern Sie die Schülerinnen und Schüler während des individuellen Upcycling-Objekts auf, ihr Material vor der Bearbeitung genau zu untersuchen und mindestens drei mögliche Gestaltungswege zu skizzieren.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre halbfertigen Upcycling-Objekte. Die Peers bewerten anhand einer Checkliste: Wurde das Ausgangsmaterial erkennbar verändert? Erhält das Objekt eine neue Funktion oder Bedeutung? Sind die verwendeten Materialien ökologisch sinnvoll gewählt? Die Peers geben schriftlich einen konkreten Verbesserungsvorschlag.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 02

Erfahrungsorientiertes Lernen45 Min. · Partnerarbeit

Pairs: Materialexperimente

In Paaren testen Schülerinnen und Schüler Kombinationen von Materialien und bewerten ökologische Vorteile. Sie erstellen Moodboards für Upcycling-Ideen. Die Paare tauschen Ergebnisse aus.

Bewerten Sie die ästhetischen und ökologischen Aspekte von Upcycling-Kunst.

ModerationstippBei den Materialexperimenten in Partnerarbeit sollten die Schülerinnen und Schüler zunächst nur mit einem einzigen Materialtyp arbeiten, um dessen Eigenschaften und Grenzen kennenzulernen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie eine künstlerische Technik, die Sie verwendet haben, um einem Abfallmaterial eine neue ästhetische Qualität zu verleihen. 2. Beschreiben Sie in einem Satz, wie Ihr Kunstwerk eine neue Bedeutung im Vergleich zum ursprünglichen Material erhält.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Erfahrungsorientiertes Lernen90 Min. · Kleingruppen

Small groups: Installation bauen

Gruppen konzipieren eine gemeinsame Installation aus recycelten Materialien, die ein Thema wie Nachhaltigkeit anspricht. Sie planen, bauen und reflektieren zusammen.

Gestalten Sie ein Objekt aus recycelten Materialien, das eine neue Funktion oder Bedeutung erhält.

ModerationstippHalten Sie während der Installation in Kleingruppen gezielt Rückfragen bereit, die die Funktion und Bedeutung des Kunstwerks hinterfragen, etwa: 'Welche Geschichte erzählt euer Werk?' oder 'Wer profitiert von eurer Installation?'

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Diskutieren Sie, inwiefern das bloße Sammeln und Ausstellen von Müll bereits Kunst sein kann und wo die Grenze zur künstlerischen Aufwertung durch Upcycling liegt. Welche Rolle spielt die Intention des Künstlers dabei?'

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Aktivität 04

Erfahrungsorientiertes Lernen30 Min. · Ganze Klasse

Whole class: Galeriebesuch simulieren

Die Klasse richtet eine Ausstellung ein und führt eine Führung durch. Jede Gruppe kommentiert die Werke anderer.

Wie können scheinbar wertlose Materialien künstlerisch aufgewertet werden?

ModerationstippSimulieren Sie den Galeriebesuch durch eine strukturierte Führung, bei der jede Gruppe ihr Werk in maximal zwei Minuten vorstellt und die Klasse Fragen stellt, die auf ästhetische und ökologische Aspekte zielen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler präsentieren ihre halbfertigen Upcycling-Objekte. Die Peers bewerten anhand einer Checkliste: Wurde das Ausgangsmaterial erkennbar verändert? Erhält das Objekt eine neue Funktion oder Bedeutung? Sind die verwendeten Materialien ökologisch sinnvoll gewählt? Die Peers geben schriftlich einen konkreten Verbesserungsvorschlag.

AnwendenAnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSelbststeuerungSozialbewusstsein
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte kombinieren bei diesem Thema praktisches Gestalten mit gezielter Reflexion. Sie vermeiden reine Materialcollagen ohne künstlerische Intention und legen stattdessen Wert auf die bewusste Entscheidung für Form, Farbe und Funktion. Die Verbindung von Handwerk und Theorie gelingt besonders gut, wenn die Schülerinnen und Schüler ihre Werke dokumentieren und mit kurzen Erklärungen versehen, etwa in Form von Künstlerstatements oder ökologischen Bilanzen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler Abfallmaterialien gezielt auswählen, ästhetisch umgestalten und mit einer neuen Funktion oder Bedeutung versehen. Sie reflektieren dabei bewusst über den Prozess und die ökologischen Aspekte ihrer Werke.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der individuellen Upcycling-Objekt-Gestaltung könnte der Eindruck entstehen, dass Upcycling dasselbe ist wie einfaches Recycling.

    Nutzen Sie die Skizzenphase der Schülerinnen und Schüler, um gezielt nachzufragen, wie sie das Material nicht nur wiederverwenden, sondern mit neuer Funktion, Form oder Bedeutung aufwerten wollen. Zeigen Sie Beispiele von Upcycling-Kunst, die über die reine Wiederverwendung hinausgehen.

  • Bei den Materialexperimenten in Partnerarbeit könnte die Annahme entstehen, Upcycling-Kunst sei immer hässlich oder primitiv.

    Konfrontieren Sie die Schülerinnen und Schüler mit hochwertigen Beispielen aus der Kunstgeschichte und fordern Sie sie auf, in ihren Experimenten bewusst ästhetische Prinzipien wie Harmonie, Kontrast oder Balance anzuwenden.

  • Während des Bauens der Installation in Kleingruppen könnte die Meinung aufkommen, Ökologie sei der einzige Zweck von Upcycling.

    Fragen Sie die Gruppen gezielt nach der künstlerischen Intention hinter ihrer Installation und fordern Sie sie auf, eine kurze Erklärung zu verfassen, die sowohl ökologische als auch ästhetische und soziale Aspekte berücksichtigt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden