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Kunst · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Materialexperimente: Ton und Gips

Aktive Experimente mit Ton und Gips machen das abstrakte Verhältnis von Körper und Raum greifbar. Schülerinnen und Schüler erleben selbst, wie Material, Größe und Platzierung die Wirkung eines Kunstwerks prägen. Diese sinnliche Auseinandersetzung festigt das Verständnis für die Essenz der Bildhauerei weit nachhaltiger als theoretische Erklärungen allein.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionMaterialerfahrung
30–90 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel90 Min. · Kleingruppen

Planspiel: Der menschliche Maßstab

Schüler bauen aus Zeitungspapier und Klebeband extrem große, instabile Skulpturen. Sie müssen diese im Raum so platzieren, dass Mitschüler gezwungen sind, sich auf eine bestimmte Weise (ducken, umrunden) durch den Raum zu bewegen.

Vergleichen Sie die Möglichkeiten und Grenzen von Ton und Gips als plastische Materialien.

ModerationstippStellen Sie während der Simulation 'Der menschliche Maßstab' sicher, dass alle Schülerinnen und Schüler mindestens einmal eine Skulptur aus der Perspektive eines Kindes, eines Erwachsenen und eines Riesen betrachten können.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit zwei Bildern von Skulpturen, eine aus Ton, eine aus Gips. Sie sollen auf der Rückseite notieren: Welches Material vermuten sie für welche Skulptur und warum? Nennen Sie eine spezifische Bearbeitungstechnik, die für das jeweilige Material gut geeignet ist.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang45 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Perspektiv-Check

Eine Skulptur wird in die Mitte des Raumes gestellt. Schüler fotografieren sie aus 10 verschiedenen Winkeln und Höhen. Sie präsentieren die Fotos und diskutieren, wie sich die Wirkung der Skulptur je nach Standpunkt verändert.

Wie beeinflusst die Wahl des Materials die Ausdrucksform einer Skulptur?

ModerationstippLegen Sie beim Gallery Walk 'Perspektiv-Check' bewusst unterschiedliche Raumwinkel fest und fordern Sie die Schüler auf, ihre Eindrücke schriftlich zu notieren, bevor sie sich austauschen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern während der praktischen Arbeit folgende Fragen: 'Welche Eigenschaft dieses Materials (Ton/Gips) nutzen Sie gerade aktiv aus?' und 'Welche Herausforderung sehen Sie bei der Bearbeitung dieses Materials für Ihre geplante Form?'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Leerraum-Design

In Paaren entwerfen Schüler eine Skulptur, bei der das 'Loch' oder der Zwischenraum wichtiger ist als das Material. Sie nutzen Draht, um diese Leerräume zu definieren, und erklären dem Partner die beabsichtigte Wirkung.

Entwickeln Sie eine Technik, um eine bestimmte Oberflächenstruktur mit Ton oder Gips zu erzeugen.

ModerationstippBeobachten Sie beim 'Leerraum-Design', ob die Schülerinnen und Schüler den Raum nicht nur als Hintergrund, sondern als aktiven Teil der Gestaltung begreifen. Fordern Sie sie auf, konkrete Raumfunktionen zu benennen.

Worauf zu achten istZwei Schüler präsentieren ihre Materialexperimente (z.B. eine erzeugte Oberflächenstruktur). Sie geben sich gegenseitig Feedback, indem sie bewerten: 'Was gefällt mir besonders gut an der Oberflächenstruktur?' und 'Welchen Tipp würde ich dem anderen geben, um die Struktur weiter zu verfeinern oder eine andere Wirkung zu erzielen?'

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einfachen, fehlerfreundlichen Materialien wie Gips, um schnelle Ergebnisse zu ermöglichen und Frustration zu vermeiden. Ton eignet sich besser für komplexe Formen und sollte erst im zweiten Schritt eingesetzt werden. Vermeiden Sie es, die Wirkung von Skulpturen vorab zu bewerten – lassen Sie die Schüler selbst die psychologischen Effekte von Größe und Material entdecken. Nutzen Sie gezielte Fragestellungen, um die Reflexion über Raum und Betrachterposition anzuregen.

Die Schülerinnen und Schüler begreifen Skulptur als räumliche Einheit und können begründen, wie Materialwahl, Skalierung und Positionierung die Wahrnehmung beeinflussen. Sie nutzen gezielt Gestaltungsmittel, um gezielte Raumwirkungen zu erzielen und diese im Dialog mit Mitschülerinnen und Mitschülern zu reflektieren.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation 'Der menschliche Maßstab' sagen einige Schüler, dass eine Skulptur nur das ist, was man anfassen kann.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit gezielt auf den Raum um die Skulptur herum, indem Sie die Schüler auffordern, ihre Position im Verhältnis zur Skulptur zu beschreiben. Zeigen Sie auf, wie Licht und Schattenwurf den Raum mitgestalten.

  • Während des Gallery Walks 'Perspektiv-Check' argumentieren Schüler, dass die Größe für die Bedeutung einer Skulptur irrelevant ist.

    Fordern Sie die Schüler auf, Alltagsgegenstände aus ihrer Perspektive zu dokumentieren und diese dann stark vergrößert nachzubauen. Diskutieren Sie gemeinsam, wie sich die Wirkung verändert.


In dieser Übersicht verwendete Methoden