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Kunst · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Abstraktion der Form in der Plastik

Aktives Handeln eignet sich besonders hier, weil die Schülerinnen und Schüler durch eigenes Kombinieren von Gegenständen die Umdeutungsprozesse der Abstraktion selbst erleben. Die körperliche Auseinandersetzung mit Materialien fördert das Verständnis dafür, wie Alltagsobjekte durch Kontext und Anordnung zu Kunst werden können.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionMaterialerfahrung
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis60 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Das Müll-Museum

Schüler sammeln 'wertlose' Gegenstände auf dem Schulhof oder zu Hause. In Kleingruppen kuratieren sie daraus eine kleine Ausstellung und müssen durch Titelgebung und Platzierung den Wert der Objekte künstlich steigern.

Wann ist ein Objekt noch als solches erkennbar?

ModerationstippFordern Sie die Schüler während des 'Müll-Museums' auf, ihre Kurationsentscheidungen schriftlich zu begründen, damit die bewusste Auswahl sichtbar wird.

Worauf zu achten istLegen Sie den Schülerinnen und Schülern Bilder von drei Objekten vor: ein realistisches Tier, eine stark stilisierte Tierfigur und ein rein geometrisches Objekt. Bitten Sie sie, auf einem Blatt Papier zu notieren, welche plastischen Grundelemente sie in jedem Objekt erkennen und wie stark die Abstraktion jeweils ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Planspiel45 Min. · Ganze Klasse

Planspiel: Die Duchamp-Jury

Einige Schüler präsentieren ein Ready-made, während andere als 'konservative Kunstjury' von 1917 agieren. Sie debattieren darüber, ob das Objekt (z.B. ein alter Schuh) in einer Galerie stehen darf oder nicht.

Wie wirken organische Formen im Gegensatz zu geometrischen Körpern?

ModerationstippAchten Sie bei der 'Duchamp-Jury', dass die Jury-Diskussion strukturiert abläuft, indem Sie klare Kriterien für die Bewertung vorgeben (z.B. Originalität, Handwerk, Konzept).

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wann ist ein Objekt noch als solches erkennbar, wenn seine Form stark abstrahiert ist?' Leiten Sie eine Klassendiskussion, in der die Schüler ihre Meinungen austauschen und Beispiele aus Kunst oder Alltag anführen, um ihre Argumente zu stützen.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Objekt-Fusion

Jeder Schüler hat zwei völlig unterschiedliche Gegenstände. In Paaren überlegen sie, wie man diese so verbinden kann, dass eine neue, surreale Funktion oder Geschichte entsteht. Sie skizzieren die Assemblage vor der Umsetzung.

Welche haptischen Reize lösen unterschiedliche Oberflächen aus?

ModerationstippLassen Sie die Schüler bei 'Objekt-Fusion' zunächst allein nachdenken, bevor sie sich mit einem Partner austauschen, um die eigene Perspektive zu schärfen.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einem Zettel ein natürliches Objekt (z.B. ein Blatt, ein Stein) zu skizzieren und dann daneben eine stark reduzierte, abstrakte Darstellung dieses Objekts zu zeichnen, die nur die wesentlichen plastischen Grundelemente zeigt.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Vermitteln Sie die Bedeutung von Kontextverschiebung, indem Sie zunächst konkrete Beispiele aus der Kunstgeschichte zeigen (z.B. Duchamps 'Fountain'). Vermeiden Sie es, die Schüler mit Theorie zu überladen. Stattdessen sollten sie durch praktisches Handeln erleben, wie Abstraktion funktioniert. Nutzen Sie gezielte Fragen, um die Schüler anzuregen, über ihre Entscheidungen nachzudenken, ohne sie in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht nur die historische Bedeutung von Ready-mades und Assemblagen erkennen, sondern auch selbstständig Objekte neu interpretieren und ihre Entscheidungen begründen. Sie sollen in der Lage sein, formale Elemente zu analysieren und die künstlerische Absicht hinter der Abstraktion zu erklären.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Müll-Museums äußern Schüler oft: 'Das ist keine Kunst, das kann ich auch.'

    Lenken Sie die Diskussion darauf, dass der Künstler der Erste war, der den Gegenstand in diesen Kontext gesetzt hat. Fordern Sie die Kuratorinnen und Kuratoren auf, ihre Auswahl zu erklären und zu zeigen, warum sie den Gegenstand als 'Kunst' betrachten.

  • Während der Duchamp-Jury glauben Schüler, Ready-mades müssten immer lustig oder provokant sein.

    Zeigen Sie Beispiele von monochromen Assemblagen (z.B. alles in Grau oder Blau gestalten) und lassen Sie die Schüler diskutieren, wie auch stille oder melancholische Wirkungen durch Abstraktion entstehen können.


In dieser Übersicht verwendete Methoden