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Kunst · Klasse 8 · Objekt und Skulptur: Materialität im Raum · 1. Halbjahr

Abstraktion der Form in der Plastik

Reduktion natürlicher Vorbilder auf ihre wesentlichen plastischen Grundelemente.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionMaterialerfahrung

Über dieses Thema

Ready-mades und Assemblagen revolutionierten das Kunstverständnis des 20. Jahrhunderts und fordern auch heute noch die Sehgewohnheiten der Schüler heraus. In diesem Thema geht es um die Umdeutung von Alltagsgegenständen durch Neukombination und Kontextverschiebung. Dies deckt die KMK-Standards für bildnerische Verfahren und Bildrezeption ab, indem es die Frage stellt: Was macht ein Objekt zur Kunst?

Schüler lernen, dass der künstlerische Wert nicht nur im handwerklichen Können, sondern in der Idee und der Auswahl liegen kann. Sie untersuchen Werke von Marcel Duchamp oder Louise Nevelson und experimentieren selbst mit Fundstücken. Dabei entwickeln sie ein Gespür für Materialästhetik und die erzählerische Kraft von Dingen. Das Thema fördert das kreative Umdenken und die Fähigkeit, gewohnte Objekte in völlig neuen Zusammenhängen zu sehen. Aktive Suchprozesse und das physische Kombinieren von Objekten stehen hier im Mittelpunkt.

Leitfragen

  1. Wann ist ein Objekt noch als solches erkennbar?
  2. Wie wirken organische Formen im Gegensatz zu geometrischen Körpern?
  3. Welche haptischen Reize lösen unterschiedliche Oberflächen aus?

Lernziele

  • Klassifizieren Sie verschiedene natürliche Objekte nach ihren grundlegenden plastischen Elementen (z.B. Kugel, Zylinder, Würfel).
  • Analysieren Sie die Reduktion eines natürlichen Vorbilds auf seine wesentlichen Formen in ausgewählten Plastiken.
  • Erklären Sie den Unterschied in der Wirkung zwischen organischen und geometrischen Formen in der Abstraktion.
  • Entwerfen Sie ein eigenes abstraktes Objekt, das auf einem natürlichen Vorbild basiert und dessen wesentliche plastische Grundelemente hervorhebt.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Formlehre: Geometrische Körper

Warum: Schüler müssen grundlegende geometrische Körper wie Würfel, Kugel und Zylinder kennen, um deren Reduktion und Kombination in der Abstraktion zu verstehen.

Darstellung von Naturvorbildern

Warum: Ein grundlegendes Verständnis für die Beobachtung und zeichnerische Wiedergabe natürlicher Formen ist notwendig, um die Abstraktion davon nachvollziehen zu können.

Schlüsselvokabular

AbstraktionDie Vereinfachung und Reduktion von Formen, bei der unwesentliche Details weggelassen werden, um das Wesentliche hervorzuheben.
Plastische GrundelementeDie fundamentalen geometrischen Körper (wie Kugel, Würfel, Zylinder, Kegel), aus denen komplexere Formen aufgebaut werden können.
Organische FormEine Form, die an natürliche, oft unregelmäßige und fließende Strukturen erinnert, wie Pflanzen oder Tiere.
Geometrische FormEine Form, die auf klaren mathematischen Regeln und Linien basiert, wie ein Kreis, Quadrat oder Dreieck.
ReduktionDer Prozess des Verkleinerns oder Vereinfachens, bei dem etwas auf seine Kernbestandteile zurückgeführt wird.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDas ist keine Kunst, das kann ich auch.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler verwechseln oft die Ausführung mit der Idee. Die Diskussion sollte darauf gelenkt werden, dass der Künstler der Erste war, der den Gegenstand in diesen Kontext gesetzt hat. Aktives Kuratieren hilft, die geistige Leistung dahinter zu verstehen.

Häufige FehlvorstellungReady-mades müssen immer lustig oder provokant sein.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Sie können auch rein ästhetisch oder melancholisch wirken. Durch das Experimentieren mit monochromen Assemblagen (alles in einer Farbe anstreichen) lernen Schüler die formale Kraft dieser Kunstform kennen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Architekten reduzieren komplexe Gebäudeentwürfe auf klare geometrische Formen, um ihre Struktur und Funktion zu kommunizieren, wie beispielsweise bei der Elbphilharmonie in Hamburg, die auf kubischen und wellenförmigen Grundformen basiert.
  • Industriedesigner vereinfachen Alltagsgegenstände wie Möbel oder Werkzeuge zu ergonomischen und ästhetisch ansprechenden Formen, die auf wesentlichen plastischen Elementen beruhen, um ihre Benutzerfreundlichkeit und Produktion zu optimieren.

Ideen zur Lernstandserhebung

Kurze Überprüfung

Legen Sie den Schülerinnen und Schülern Bilder von drei Objekten vor: ein realistisches Tier, eine stark stilisierte Tierfigur und ein rein geometrisches Objekt. Bitten Sie sie, auf einem Blatt Papier zu notieren, welche plastischen Grundelemente sie in jedem Objekt erkennen und wie stark die Abstraktion jeweils ist.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Wann ist ein Objekt noch als solches erkennbar, wenn seine Form stark abstrahiert ist?' Leiten Sie eine Klassendiskussion, in der die Schüler ihre Meinungen austauschen und Beispiele aus Kunst oder Alltag anführen, um ihre Argumente zu stützen.

Lernstandskontrolle

Bitten Sie die Schüler, auf einem Zettel ein natürliches Objekt (z.B. ein Blatt, ein Stein) zu skizzieren und dann daneben eine stark reduzierte, abstrakte Darstellung dieses Objekts zu zeichnen, die nur die wesentlichen plastischen Grundelemente zeigt.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Ready-made und Assemblage?
Ein Ready-made ist ein einzelner, unveränderter Alltagsgegenstand, den der Künstler zum Kunstwerk erklärt. Eine Assemblage ist eine Komposition aus verschiedenen Fundstücken, die zu einem neuen Ganzen zusammengefügt werden.
Wie kann man Schüler für diese abstrakte Kunstform begeistern?
Indem man sie selbst zu Sammlern macht. Wenn sie die ästhetische Qualität in einem rostigen Draht oder einer alten Plastikflasche entdecken, ändert sich ihr Blick auf die Umwelt. Aktive Suchspiele fördern diese Achtsamkeit.
Welche Rolle spielt der Titel bei diesen Werken?
Der Titel ist oft der Schlüssel zur Bedeutung. Er kann den Gegenstand ironisieren, poetisieren oder seine Funktion völlig umdeuten. Wortspiele sind hier ein wichtiges kreatives Werkzeug.
Ist das Thema nachhaltig?
Ja, es ist eine hervorragende Gelegenheit, über Upcycling und Konsumkritik zu sprechen. Kunst aus 'Abfall' zu schaffen, sensibilisiert für den Wert von Ressourcen.