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Kunst · Klasse 8

Ideen für aktives Lernen

Ready-mades und Assemblagen

Aktives Gestalten und Reflektieren hilft Schülern, die Bedeutung von Ready-mades und Assemblagen zu begreifen. Durch eigene Experimente mit Fundstücken und Kontextwechsel erleben sie, wie Objekte ihre Funktion und Wirkung verändern, statt nur theoriebasiert zu diskutieren.

KMK BildungsstandardsBildnerische VerfahrenBildrezeption
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Rollenspiel45 Min. · Kleingruppen

Fundstückjagd: Ready-mades bauen

Schüler sammeln in Gruppen Alltagsgegenstände wie Flaschen oder Werkzeuge vom Schulhof. Sie kombinieren diese zu neuen Objekten und schreiben eine kurze Erklärung zur Umdeutung. Jede Gruppe präsentiert ihr Ready-made.

Wann wird ein Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk?

ModerationstippBei der Fundstückjagd sollten Sie die Schüler anleiten, gezielt nach Gegenständen mit ungewöhnlichen Formen oder Geschichten zu suchen, um kreative Kombinationen zu fördern.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Bild eines bekannten Ready-mades (z.B. Duchamps 'Fountain'). Sie schreiben auf ein Kärtchen: 1. Was war die ursprüngliche Funktion dieses Objekts? 2. Welche neue Bedeutung erhält es als Kunstwerk? 3. Nennen Sie einen Grund, warum dies als Kunst gilt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Kleingruppen

Kontextwechsel: Ausstellungsraum gestalten

Gruppen bauen Mini-Galerien mit ihren Objekten: einmal im ‚Alltagsraum‘, einmal im ‚Kunstkontext‘ mit Rahmen oder Sockeln. Sie fotografieren die Veränderungen und diskutieren die Wirkung.

Wie verändert der Ort der Ausstellung die Bedeutung eines Objekts?

ModerationstippLassen Sie die Schüler während des Kontextwechsels den Ausstellungsraum zunächst ohne Objekte planen, um zu verdeutlichen, wie die Anordnung die Wirkung beeinflusst.

Worauf zu achten istSchüler präsentieren ihre selbst erstellten Assemblagen. Die Mitschüler erhalten eine Checkliste mit Fragen wie: 'Welche Alltagsobjekte wurden verwendet?', 'Welche neue Geschichte erzählt die Kombination?', 'Wie wirkt die Anordnung im Raum?'. Die Schüler geben mündlich Feedback basierend auf der Liste.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Rollenspiel30 Min. · Ganze Klasse

Peer-Rezension: Kunstdebatte

Schüler rotieren zu den Werken anderer Gruppen, notieren Assoziationen und Bewertungen. Gemeinsam stimmen sie ab: Kunst oder nicht? und begründen.

Welche neuen Geschichten erzählen kombiniert Fundstücke?

ModerationstippFühren Sie die Peer-Rezension als moderierte Diskussion durch, in der die Schüler ihre Argumente mit Verweisen auf die bereitgestellten Checklisten untermauern müssen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wann wird ein Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk?'. Fordern Sie die Schüler auf, Beispiele aus dem Unterricht (Duchamp, Schwitters) und ihrem eigenen Umfeld zu nennen und ihre Argumente mit Bezug auf die Konzepte Ready-made und Assemblage zu begründen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 04

Rollenspiel35 Min. · Einzelarbeit

Assemblage-Story: Geschichten erfinden

Individuell kombinieren Schüler drei Fundstücke und schreiben eine fiktive Geschichte dazu. Im Plenum teilen sie diese und vergleichen Interpretationen.

Wann wird ein Gebrauchsgegenstand zum Kunstwerk?

ModerationstippFordern Sie die Schüler in der Assemblage-Story auf, ihre Werke zunächst im Stillen zu skizzieren, bevor sie die Geschichte mündlich präsentieren, um die Verbindung von Objekt und Narration zu stärken.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten ein Bild eines bekannten Ready-mades (z.B. Duchamps 'Fountain'). Sie schreiben auf ein Kärtchen: 1. Was war die ursprüngliche Funktion dieses Objekts? 2. Welche neue Bedeutung erhält es als Kunstwerk? 3. Nennen Sie einen Grund, warum dies als Kunst gilt.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Unterrichten Sie dieses Thema durch eine Mischung aus praktischen Erfahrungen und gezielten Reflexionsphasen. Vermeiden Sie frontale Erklärungen zu Ready-mades, da die Schüler die Konzeptverschiebung am besten selbst erleben sollten. Nutzen Sie den Vergleich zwischen Alltagsgegenständen und ihrer musealen Präsentation, um die Wirkung von Kontext zu verdeutlichen. Forschung zeigt, dass Schüler durch Hands-on-Aktivitäten besser verstehen, wie Kunst Bedeutungen konstruiert.

Die Schülerinnen und Schüler erkennen, dass Alltagsgegenstände durch Umdeutung und Präsentation zu Kunst werden können. Sie begründen ihre Entscheidungen in der Gestaltung, Analyse und Diskussion mit konkreten Beispielen aus dem Unterricht und ihrem Alltag.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Fundstückjagd halten einige Schüler die gesammelten Gegenstände für zu einfach oder uninteressant.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit gezielt auf die Materialität und mögliche Geschichten der Objekte: Fragen Sie nach der Geschichte des Gegenstands oder seiner ungewöhnlichen Form, um Bedeutungspotenzial zu erkennen.

  • Während der Gestaltung der Assemblage glauben Schüler, sie müssten die Objekte physisch verändern, um Kunst zu schaffen.

    Fordern Sie die Schüler auf, die Objekte unverändert zu lassen und stattdessen über ihre Anordnung, Beleuchtung und räumliche Platzierung nachzudenken, um den Kontextwechsel zu gestalten.

  • In der Assemblage-Story behaupten einige Schüler, ihre Werke seien zufällig oder bedeutungslos.

    Lassen Sie die Schüler ihre Absichten vor der Präsentation schriftlich festhalten und im Gespräch mit Mitschülern begründen, wie die Kombination der Objekte eine neue Erzählung schafft.


In dieser Übersicht verwendete Methoden