Porträt und Abstraktion
Die Schülerinnen und Schüler verfremden das menschliche Gesicht zur Steigerung des Ausdrucks und experimentieren mit Abstraktion.
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Leitfragen
- Wann hört ein Porträt auf, eine Person darzustellen, und wird zu einem Gefühl?
- Welche Merkmale müssen erhalten bleiben, damit ein Gesicht erkennbar bleibt?
- Wie können wir durch Formverzerrung Charakterzüge betonen?
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Das Porträt in der 7. Klasse geht über die reine Ähnlichkeit hinaus und nutzt die Abstraktion als Mittel zur Charakterisierung. Schüler lernen, wie sie durch die Übersteigerung von Formen und den Einsatz von 'unnatürlichen' Farben die Persönlichkeit oder die Gefühlswelt einer Person darstellen können. Dies knüpft an die KMK-Standards zum 'Bild des Menschen' an und fördert die Reflexion über Identität und Selbstdarstellung.
In dieser Einheit untersuchen wir, wie weit man ein Gesicht verfremden kann, bevor es unkenntlich wird. Die Schüler experimentieren mit Verzerrungen, Vereinfachungen und der Zerlegung in geometrische Flächen, ähnlich wie im Kubismus oder Expressionismus. Dieser Prozess erfordert Mut zum Experiment und eine Abkehr vom Perfektionismus. Aktive Methoden, bei denen Schüler sich gegenseitig analysieren und abstrahieren, helfen dabei, die wesentlichen Merkmale eines Gesichts zu identifizieren und künstlerisch umzusetzen.
Lernziele
- Analysieren Sie die wesentlichen Merkmale eines Gesichts, die für die Erkennbarkeit notwendig sind, und dokumentieren Sie diese schriftlich.
- Entwerfen Sie ein abstraktes Porträt, das durch Formverzerrung und Farbgebung Emotionen oder Charakterzüge betont.
- Vergleichen Sie die expressionistischen und kubistischen Ansätze zur Porträtverfremdung anhand von Bildbeispielen.
- Bewerten Sie die Wirkung von Farb- und Formänderungen auf die emotionale Aussage eines Porträts.
Bevor es losgeht
Warum: Die Schüler müssen die grundlegenden Proportionen und Merkmale eines menschlichen Gesichts kennen, um diese bewusst verändern und abstrahieren zu können.
Warum: Ein Verständnis für Farben und ihre grundlegende emotionale Wirkung ist notwendig, um Farben gezielt zur Steigerung des Ausdrucks einzusetzen.
Schlüsselvokabular
| Abstraktion | Die künstlerische Darstellung von Objekten oder Personen, die nicht der Realität entsprechen, sondern vereinfacht oder verzerrt sind. |
| Verfremdung | Die Veränderung der natürlichen Erscheinung eines Motivs, um eine neue Wirkung oder Bedeutung zu erzielen. |
| Expressionismus | Eine Kunstrichtung, die Gefühle und subjektive Eindrücke stärker betont als die objektive Wirklichkeit, oft durch starke Farben und verzerrte Formen. |
| Kubismus | Eine Stilrichtung, die Objekte in geometrische Formen zerlegt und aus verschiedenen Blickwinkeln gleichzeitig darstellt. |
| Charakterisierung | Die künstlerische Darstellung der Persönlichkeit oder der inneren Eigenschaften einer Person. |
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenIch-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Das Wesentliche finden
Schüler betrachten ein Foto eines Mitschülers und notieren drei markante Merkmale. In Paaren entscheiden sie, welches dieser Merkmale sie durch Abstraktion (z.B. Vergrößerung) besonders betonen wollen.
Museumsgang: Von Real zu Abstrakt
Eine Reihe von Porträts wird gezeigt, die zunehmend abstrakter werden. Die Schüler ordnen die Bilder in einer Zeitlinie und diskutieren, ab welchem Punkt die Identität der Person verloren geht.
Kollaborative Investigation: Das Puzzle-Gesicht
In Kleingruppen erstellen Schüler ein Porträt, bei dem jedes Mitglied ein anderes Gesichtsteil in einem anderen abstrakten Stil gestaltet. Am Ende fügen sie alles zusammen und analysieren die Gesamtwirkung.
Bezüge zur Lebenswelt
Karikaturisten in Zeitungen und Magazinen verzerren bewusst Gesichtszüge, um Humor zu erzeugen oder politische Figuren zu kommentieren. Sie müssen wissen, welche Merkmale erkennbar bleiben müssen, damit die Person identifiziert werden kann.
Modedesigner und Kostümbildner für Theater und Film nutzen Abstraktion und Verfremdung, um bestimmte Charaktereigenschaften oder Stimmungen zu unterstreichen. Sie entwerfen Outfits, die die Persönlichkeit des Trägers auf eine nicht-realistische Weise ausdrücken.
Grafikdesigner erstellen Logos und Icons, die oft auf abstrahierten Formen basieren. Sie müssen die Essenz eines Objekts oder einer Marke erfassen und visuell vereinfachen, um Wiedererkennungswert zu schaffen.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungAbstraktion ist nur für Leute, die nicht realistisch zeichnen können.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Abstraktion erfordert eine bewusste Analyse der Form und eine Entscheidung darüber, was weggelassen oder betont wird. Viele berühmte abstrakte Künstler waren hervorragende Realisten. Aktive Übungen zur Reduktion zeigen Schülern die Schwierigkeit dieses Prozesses.
Häufige FehlvorstellungEin Porträt muss immer schön aussehen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Das Ziel eines expressionistischen Porträts ist Ausdruck, nicht Schönheit. Es darf hässlich, verzerrt oder beunruhigend sein, um eine bestimmte Emotion zu transportieren. Diskussionen über die Bildwirkung helfen, diesen Schönheitsbegriff zu erweitern.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schüler präsentieren ihre abstrakten Porträts. Die Lernenden geben sich gegenseitig Feedback, indem sie zwei Fragen beantworten: 'Welche zwei Gesichtszüge sind trotz Abstraktion noch gut erkennbar?' und 'Welche Emotion oder welcher Charakterzug wird durch die gewählten Farben und Formen am stärksten ausgedrückt?'
Jeder Schüler erhält ein Blatt mit drei leeren Feldern. Feld 1: 'Ein Merkmal, das für die Erkennbarkeit eines Gesichts wichtig ist.' Feld 2: 'Eine Farbe und ihre emotionale Wirkung in meinem Porträt.' Feld 3: 'Ein Künstler, der Gesichter abstrahiert hat (z.B. Picasso, Kirchner).'
Der Lehrer zeigt eine Reihe von Porträts (realistisch, expressionistisch, kubistisch). Die Schüler zeigen mit den Fingern an, wie stark sie das Porträt als 'Person' und wie stark als 'Gefühl' einstufen würden (z.B. 1 = reine Person, 5 = reines Gefühl). Anschließend werden einige Einschätzungen kurz besprochen.
Vorgeschlagene Methoden
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen)
Einzelreflexion, Partneraustausch und anschließendes Plenum
10–20 min
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Eigene Mission generierenHäufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Porträt und Karikatur?
Wie fange ich mit der Abstraktion eines Gesichts an?
Warum ist aktives Lernen beim Thema Porträt sinnvoll?
Welche Rolle spielen Emotionen bei der Abstraktion?
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