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Kunst · Klasse 7

Ideen für aktives Lernen

Porträt und Abstraktion

Aktives Lernen funktioniert besonders gut bei diesem Thema, weil die Schülerinnen und Schüler durch praktische Übungen verstehen, dass Abstraktion kein Zufall ist, sondern eine bewusste Entscheidung erfordert. Die Kombination aus Analyse und kreativer Umsetzung fördert die Fähigkeit, Formen und Farben gezielt einzusetzen, um Emotionen und Charakterzüge darzustellen.

KMK BildungsstandardsBild des MenschenRezeption
20–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Das Wesentliche finden

Schüler betrachten ein Foto eines Mitschülers und notieren drei markante Merkmale. In Paaren entscheiden sie, welches dieser Merkmale sie durch Abstraktion (z.B. Vergrößerung) besonders betonen wollen.

Wann hört ein Porträt auf, eine Person darzustellen, und wird zu einem Gefühl?

ModerationstippWährend der Think-Pair-Share-Phase darauf achten, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Beobachtungen zu realistischen Porträts konkret benennen und nicht nur allgemein bleiben.

Worauf zu achten istDie Schüler präsentieren ihre abstrakten Porträts. Die Lernenden geben sich gegenseitig Feedback, indem sie zwei Fragen beantworten: 'Welche zwei Gesichtszüge sind trotz Abstraktion noch gut erkennbar?' und 'Welche Emotion oder welcher Charakterzug wird durch die gewählten Farben und Formen am stärksten ausgedrückt?'

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Museumsgang30 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: Von Real zu Abstrakt

Eine Reihe von Porträts wird gezeigt, die zunehmend abstrakter werden. Die Schüler ordnen die Bilder in einer Zeitlinie und diskutieren, ab welchem Punkt die Identität der Person verloren geht.

Welche Merkmale müssen erhalten bleiben, damit ein Gesicht erkennbar bleibt?

ModerationstippBeim Gallery Walk die Schülerinnen und Schüler anweisen, ihre Notizen direkt auf den ausgestellten Bildern zu machen, um die Vergleichbarkeit zu erhöhen.

Worauf zu achten istJeder Schüler erhält ein Blatt mit drei leeren Feldern. Feld 1: 'Ein Merkmal, das für die Erkennbarkeit eines Gesichts wichtig ist.' Feld 2: 'Eine Farbe und ihre emotionale Wirkung in meinem Porträt.' Feld 3: 'Ein Künstler, der Gesichter abstrahiert hat (z.B. Picasso, Kirchner).'

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Kollaborative Investigation: Das Puzzle-Gesicht

In Kleingruppen erstellen Schüler ein Porträt, bei dem jedes Mitglied ein anderes Gesichtsteil in einem anderen abstrakten Stil gestaltet. Am Ende fügen sie alles zusammen und analysieren die Gesamtwirkung.

Wie können wir durch Formverzerrung Charakterzüge betonen?

ModerationstippBeim Kollaborativen Investigation: Das Puzzle-Gesicht die Gruppen so zusammenstellen, dass sie unterschiedliche Herangehensweisen an Abstraktion diskutieren und gemeinsam eine Lösung finden.

Worauf zu achten istDer Lehrer zeigt eine Reihe von Porträts (realistisch, expressionistisch, kubistisch). Die Schüler zeigen mit den Fingern an, wie stark sie das Porträt als 'Person' und wie stark als 'Gefühl' einstufen würden (z.B. 1 = reine Person, 5 = reines Gefühl). Anschließend werden einige Einschätzungen kurz besprochen.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer klaren Unterscheidung zwischen Realismus und Abstraktion, bevor die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden. Sie vermeiden es, Abstraktion als 'einfacher' darzustellen als Realismus, sondern betonen die Notwendigkeit von Analyse und Entscheidung. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler verstehen, dass Abstraktion Mittel zum Zweck ist – um Gefühle oder Charakterzüge zu transportieren – und nicht Selbstzweck.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn die Schülerinnen und Schüler abstrakte Porträts erstellen, die trotz vereinfachter oder veränderter Formen eine klare Identität oder Emotion erkennen lassen. Sie können erklären, welche Elemente sie bewusst gewählt haben und warum diese Wirkung erzielen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Think-Pair-Share-Phase: 'Abstraktion ist nur für Leute, die nicht realistisch zeichnen können.'

    Gib den Schülerinnen und Schülern die Aufgabe, ein realistisches Porträt zu reduzieren, indem sie zunächst alle Details markieren und dann entscheiden, welche weggelassen werden können. Zeige ihnen, wie viel Analyse und Entscheidung hinter einem einfachen abstrakten Porträt stecken.

  • Während des Gallery Walks: 'Ein Porträt muss immer schön aussehen.'

    Lenke die Aufmerksamkeit der Schülerinnen und Schüler auf die Wirkung der Farben und Formen. Frage konkret: 'Welche Emotionen werden hier transportiert, auch wenn das Bild nicht 'schön' im klassischen Sinne ist?' und lass sie ihre Beobachtungen in den Notizen festhalten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden