Skip to content
Mensch und Proportion: Figur im Fokus · 1. Halbjahr

Plastisches Gestalten mit Ton

Umsetzung einer menschlichen Figur oder Teilfigur in ein dreidimensionales Objekt.

Brauchen Sie einen Unterrichtsplan für Perspektiven und Ausdruck: Die Welt mit neuen Augen sehen?

Mission erstellen

Leitfragen

  1. Erklären Sie, wie eine stehende Figur im Material stabilisiert wird.
  2. Vergleichen Sie den Unterschied zwischen einer Reliefdarstellung und einer Vollplastik.
  3. Analysieren Sie, wie Licht auf der Oberfläche einer Skulptur wirkt.

KMK Bildungsstandards

Bildnerische VerfahrenMaterialeigenschaften
Klasse: Klasse 6
Fach: Perspektiven und Ausdruck: Die Welt mit neuen Augen sehen
Einheit: Mensch und Proportion: Figur im Fokus
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Das plastische Gestalten mit Ton führt die Schüler von der Fläche in den echten Raum. In der 6. Klasse steht die Umsetzung einer menschlichen Figur oder Teilfigur im Mittelpunkt. Die Lernenden erfahren die spezifischen Materialeigenschaften von Ton: seine Formbarkeit, aber auch seine Grenzen in Bezug auf Statik und Feuchtigkeit. Sie lernen den Unterschied zwischen einem Relief (einseitig orientiert) und einer Vollplastik (rundum ansichtig) kennen.

Die KMK-Standards betonen hier die Materialerfahrung und die bildnerischen Verfahren. Die Schüler müssen Probleme der Stabilität lösen und lernen, wie man Oberflächen durch Werkzeuge strukturiert. Das Arbeiten mit Ton ist ein hochgradig haptischer Prozess, der Geduld und Planung erfordert. In einem schülerzentrierten Setting können die Lernenden durch gegenseitige Beratung und das gemeinsame Lösen von statischen Problemen (z.B. 'Warum kippt meine Figur um?') wertvolle Erfahrungen sammeln.

Lernziele

  • Erklären Sie die Prinzipien der Stabilität bei der Konstruktion einer stehenden Tonfigur unter Berücksichtigung von Schwerpunkt und Auflagefläche.
  • Vergleichen Sie die visuelle Wirkung und den Gestaltungsprozess einer Reliefdarstellung mit dem einer Vollplastik.
  • Analysieren Sie, wie unterschiedliche Lichtverhältnisse (direktes Licht, Streulicht) die Oberflächenstruktur und Formwahrnehmung einer Tonplastik beeinflussen.
  • Entwerfen und gestalten Sie eine menschliche Teilfigur aus Ton, die statische Herausforderungen berücksichtigt und eine klare Formensprache aufweist.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Formgebung: Fläche und Volumen

Warum: Schüler müssen die Unterscheidung zwischen zweidimensionalen Formen und dreidimensionalen Objekten verstehen, um plastisch arbeiten zu können.

Materialkunde: Eigenschaften von Knetmasse

Warum: Erfahrungen mit formbaren Materialien helfen den Schülern, die grundlegende Handhabung und die Grenzen von Ton besser zu verstehen.

Schlüsselvokabular

StabilitätDie Fähigkeit einer Tonfigur, aufrecht zu stehen, ohne umzufallen. Dies wird durch einen breiten Standfuß und einen tiefen Schwerpunkt erreicht.
ReliefEine plastische Darstellung, die nur von einer Seite betrachtet wird und meist flach an einer Unterlage haftet, wie z.B. ein Münzbild.
VollplastikEine freistehende Skulptur, die von allen Seiten betrachtet werden kann und eine dreidimensionale Form im Raum darstellt.
SchwerpunktDer Punkt in einer Figur, an dem das gesamte Gewicht konzentriert gedacht werden kann. Ein tiefer Schwerpunkt erhöht die Stabilität.
OberflächenstrukturDie Beschaffenheit der Oberfläche einer Skulptur, die durch Werkzeuge gestaltet wird und wie sie das Licht reflektiert oder absorbiert.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

Restauratoren im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum arbeiten mit Tonmodellen, um historische Werkzeuge oder archäologische Funde dreidimensional zu rekonstruieren und deren ursprüngliche Form zu verstehen.

Figurenplastiker in Ateliers, wie z.B. die Bildhauerin Katrin von Heygendorff, erstellen Entwürfe für Bronzeskulpturen, indem sie zunächst Modelle aus Ton fertigen und dabei statische und ästhetische Aspekte der Vollplastik berücksichtigen.

Ausstellungsdesigner in Museen nutzen Reliefdarstellungen für Informationstafeln oder zur Darstellung von historischen Karten, um komplexe Sachverhalte visuell und haptisch erfahrbar zu machen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungSchüler denken, man kann dünne Teile einfach 'ankleben'.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Ohne Aufrauen und Schlicker fallen Teile beim Trocknen ab. Durch ein Experiment, bei dem ein Teil nur angedrückt und ein anderes fachgerecht 'verschlickt' wird, sehen die Schüler nach einem Tag den Unterschied. Aktives Handwerken schult hier die Sorgfalt.

Häufige FehlvorstellungLufteinschlüsse sind egal.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler unterschätzen die Gefahr, dass Figuren im Ofen platzen. Das Aufschneiden eines schlecht gekneteten Tonklumpens macht die Luftblasen sichtbar und verdeutlicht die Notwendigkeit des gründlichen Schlagens und Knetens.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer der drei Schlüsselbegriffe: 'Stabilität', 'Relief', 'Vollplastik'. Bitten Sie die Schüler, eine kurze Erklärung zu schreiben, wie dieser Begriff für die Gestaltung einer Tonfigur relevant ist.

Gegenseitige Bewertung

Lassen Sie die Schüler ihre unfertigen Tonfiguren nebeneinander stellen. Geben Sie ihnen die Aufgabe, sich gegenseitig zu beraten: 'Wo könnte deine Figur instabil werden?' und 'Welche Lichteffekte siehst du auf der Oberfläche?'.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Skulpturen (z.B. eine Büste als Relief, eine freistehende Tierfigur als Vollplastik). Fragen Sie die Schüler: 'Was ist der Hauptunterschied in der Betrachtungsweise dieser beiden Objekte?' und 'Wie könnte man die erste Figur stabiler machen?'.

Bereit, dieses Thema zu unterrichten?

Erstellen Sie in Sekundenschnelle eine vollständige, unterrichtsfertige Mission für aktives Lernen.

Eigene Mission generieren

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Plastik und Skulptur?
Eine Plastik entsteht durch Aufbauen und Hinzufügen von Material (z.B. Ton). Eine Skulptur entsteht durch Wegnehmen oder Hauen aus einem festen Block (z.B. Stein oder Holz).
Wie bleibt Ton geschmeidig?
Ton muss während der Arbeit immer wieder mit einem feuchten Tuch oder Sprühwasser feucht gehalten werden. Luftdichtes Verpacken in Plastiktüten über Nacht ist essenziell für längere Projekte.
Warum muss Ton gebrannt werden?
Durch das Brennen bei hohen Temperaturen (über 900 Grad) wird der Ton chemisch verändert und steinhart. Nur so wird er dauerhaft haltbar und wasserfest.
Welche Vorteile bietet das Arbeiten mit Ton für das räumliche Verständnis?
Ton zwingt Schüler dazu, in drei Dimensionen zu denken. Ein Fehler in der Proportion fällt beim Umrunden der Figur sofort auf. Das aktive Kneten und Formen schult die Feinmotorik und das Verständnis für Volumen und Masse viel intensiver als eine Zeichnung.