Plastisches Gestalten mit Ton
Umsetzung einer menschlichen Figur oder Teilfigur in ein dreidimensionales Objekt.
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Leitfragen
- Erklären Sie, wie eine stehende Figur im Material stabilisiert wird.
- Vergleichen Sie den Unterschied zwischen einer Reliefdarstellung und einer Vollplastik.
- Analysieren Sie, wie Licht auf der Oberfläche einer Skulptur wirkt.
KMK Bildungsstandards
Über dieses Thema
Das plastische Gestalten mit Ton führt die Schüler von der Fläche in den echten Raum. In der 6. Klasse steht die Umsetzung einer menschlichen Figur oder Teilfigur im Mittelpunkt. Die Lernenden erfahren die spezifischen Materialeigenschaften von Ton: seine Formbarkeit, aber auch seine Grenzen in Bezug auf Statik und Feuchtigkeit. Sie lernen den Unterschied zwischen einem Relief (einseitig orientiert) und einer Vollplastik (rundum ansichtig) kennen.
Die KMK-Standards betonen hier die Materialerfahrung und die bildnerischen Verfahren. Die Schüler müssen Probleme der Stabilität lösen und lernen, wie man Oberflächen durch Werkzeuge strukturiert. Das Arbeiten mit Ton ist ein hochgradig haptischer Prozess, der Geduld und Planung erfordert. In einem schülerzentrierten Setting können die Lernenden durch gegenseitige Beratung und das gemeinsame Lösen von statischen Problemen (z.B. 'Warum kippt meine Figur um?') wertvolle Erfahrungen sammeln.
Lernziele
- Erklären Sie die Prinzipien der Stabilität bei der Konstruktion einer stehenden Tonfigur unter Berücksichtigung von Schwerpunkt und Auflagefläche.
- Vergleichen Sie die visuelle Wirkung und den Gestaltungsprozess einer Reliefdarstellung mit dem einer Vollplastik.
- Analysieren Sie, wie unterschiedliche Lichtverhältnisse (direktes Licht, Streulicht) die Oberflächenstruktur und Formwahrnehmung einer Tonplastik beeinflussen.
- Entwerfen und gestalten Sie eine menschliche Teilfigur aus Ton, die statische Herausforderungen berücksichtigt und eine klare Formensprache aufweist.
Bevor es losgeht
Warum: Schüler müssen die Unterscheidung zwischen zweidimensionalen Formen und dreidimensionalen Objekten verstehen, um plastisch arbeiten zu können.
Warum: Erfahrungen mit formbaren Materialien helfen den Schülern, die grundlegende Handhabung und die Grenzen von Ton besser zu verstehen.
Schlüsselvokabular
| Stabilität | Die Fähigkeit einer Tonfigur, aufrecht zu stehen, ohne umzufallen. Dies wird durch einen breiten Standfuß und einen tiefen Schwerpunkt erreicht. |
| Relief | Eine plastische Darstellung, die nur von einer Seite betrachtet wird und meist flach an einer Unterlage haftet, wie z.B. ein Münzbild. |
| Vollplastik | Eine freistehende Skulptur, die von allen Seiten betrachtet werden kann und eine dreidimensionale Form im Raum darstellt. |
| Schwerpunkt | Der Punkt in einer Figur, an dem das gesamte Gewicht konzentriert gedacht werden kann. Ein tiefer Schwerpunkt erhöht die Stabilität. |
| Oberflächenstruktur | Die Beschaffenheit der Oberfläche einer Skulptur, die durch Werkzeuge gestaltet wird und wie sie das Licht reflektiert oder absorbiert. |
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenForschungskreis: Das Statik-Rätsel
Schüler versuchen in Teams, eine möglichst hohe, dünne Figur aus Ton zu bauen, die ohne Hilfsmittel steht. Sie diskutieren über Schwerpunkte und die Stabilität der Basis.
Museumsgang: 360-Grad-Check
Die halbfertigen Figuren werden auf Drehtellern präsentiert. Die Schüler wandern umher und prüfen, ob die Figur von allen Seiten interessant aussieht oder ob es 'tote Winkel' gibt.
Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Oberflächen-Design
Jeder Schüler überlegt, welche Textur seine Figur haben soll (glatt, rau, gemustert). Mit dem Partner werden Werkzeuge (Gabeln, Steine, Hölzer) gesucht, die diesen Effekt erzielen könnten.
Bezüge zur Lebenswelt
Restauratoren im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum arbeiten mit Tonmodellen, um historische Werkzeuge oder archäologische Funde dreidimensional zu rekonstruieren und deren ursprüngliche Form zu verstehen.
Figurenplastiker in Ateliers, wie z.B. die Bildhauerin Katrin von Heygendorff, erstellen Entwürfe für Bronzeskulpturen, indem sie zunächst Modelle aus Ton fertigen und dabei statische und ästhetische Aspekte der Vollplastik berücksichtigen.
Ausstellungsdesigner in Museen nutzen Reliefdarstellungen für Informationstafeln oder zur Darstellung von historischen Karten, um komplexe Sachverhalte visuell und haptisch erfahrbar zu machen.
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungSchüler denken, man kann dünne Teile einfach 'ankleben'.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Ohne Aufrauen und Schlicker fallen Teile beim Trocknen ab. Durch ein Experiment, bei dem ein Teil nur angedrückt und ein anderes fachgerecht 'verschlickt' wird, sehen die Schüler nach einem Tag den Unterschied. Aktives Handwerken schult hier die Sorgfalt.
Häufige FehlvorstellungLufteinschlüsse sind egal.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Schüler unterschätzen die Gefahr, dass Figuren im Ofen platzen. Das Aufschneiden eines schlecht gekneteten Tonklumpens macht die Luftblasen sichtbar und verdeutlicht die Notwendigkeit des gründlichen Schlagens und Knetens.
Ideen zur Lernstandserhebung
Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer der drei Schlüsselbegriffe: 'Stabilität', 'Relief', 'Vollplastik'. Bitten Sie die Schüler, eine kurze Erklärung zu schreiben, wie dieser Begriff für die Gestaltung einer Tonfigur relevant ist.
Lassen Sie die Schüler ihre unfertigen Tonfiguren nebeneinander stellen. Geben Sie ihnen die Aufgabe, sich gegenseitig zu beraten: 'Wo könnte deine Figur instabil werden?' und 'Welche Lichteffekte siehst du auf der Oberfläche?'.
Zeigen Sie Bilder von verschiedenen Skulpturen (z.B. eine Büste als Relief, eine freistehende Tierfigur als Vollplastik). Fragen Sie die Schüler: 'Was ist der Hauptunterschied in der Betrachtungsweise dieser beiden Objekte?' und 'Wie könnte man die erste Figur stabiler machen?'.
Vorgeschlagene Methoden
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Eigene Mission generierenHäufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Plastik und Skulptur?
Wie bleibt Ton geschmeidig?
Warum muss Ton gebrannt werden?
Welche Vorteile bietet das Arbeiten mit Ton für das räumliche Verständnis?
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