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Mensch und Proportion: Figur im Fokus · 1. Halbjahr

Proportionen des Gesichts

Erlernen der Grundregeln für den Aufbau eines Porträts in der Frontalansicht.

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Leitfragen

  1. Analysieren Sie die idealen Proportionen des Gesichts und deren Abweichungen.
  2. Erklären Sie, wie individuelle Merkmale von der idealen Norm abweichen können.
  3. Gestalten Sie ein Porträt, das durch Schattenwirkung Plastizität im Gesicht erzeugt.

KMK Bildungsstandards

Bildnerische ProduktionRezeption
Klasse: Klasse 6
Fach: Perspektiven und Ausdruck: Die Welt mit neuen Augen sehen
Einheit: Mensch und Proportion: Figur im Fokus
Zeitraum: 1. Halbjahr

Über dieses Thema

Das Porträt ist eines der faszinierendsten Themen der 6. Klasse. Die Schüler lernen die grundlegenden Proportionen des menschlichen Gesichts in der Frontalansicht kennen. Ein häufiger Aha-Moment ist die Erkenntnis, dass die Augen etwa in der Mitte des Kopfes liegen und nicht im oberen Drittel. Sie untersuchen die Abstände zwischen Augen, Nase und Mund und lernen, wie diese Merkmale den individuellen Ausdruck prägen.

Gemäß den KMK-Standards fördert dies die bildnerische Produktion und die Rezeption. Die Schüler schulen ihre Beobachtungsgabe, indem sie sich gegenseitig oder im Spiegel genau betrachten. Es geht nicht um die 'perfekte' Zeichnung, sondern um das Verständnis für anatomische Grundregeln. Durch den Einsatz von Licht und Schatten lernen sie zudem, einem flächigen Gesicht Plastizität zu verleihen. Aktive Methoden wie das gegenseitige Vermessen oder das Arbeiten mit Schablonen helfen, die Proportionen wortwörtlich zu 'begreifen'.

Lernziele

  • Identifizieren Sie die fünf Hauptproportionen des menschlichen Gesichts in der Frontalansicht gemäß der klassischen Lehre.
  • Vergleichen Sie die Proportionen eines bekannten Gesichts mit den idealen Proportionen und dokumentieren Sie Abweichungen.
  • Erklären Sie, wie die relative Platzierung von Augen, Nase und Mund den individuellen Gesichtsausdruck beeinflusst.
  • Entwerfen Sie ein Porträt, das durch gezielten Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten (Schattierung) Plastizität und Volumen im Gesicht erzeugt.

Bevor es losgeht

Grundlagen des Zeichnens: Linien und Formen

Warum: Schüler müssen grundlegende Zeichentechniken beherrschen, um Linien und Formen für die Gesichtsstruktur zu erstellen.

Visuelle Beobachtung und Analyse

Warum: Die Fähigkeit, visuelle Details genau wahrzunehmen und zu beschreiben, ist entscheidend für das Verständnis und die Anwendung von Proportionen.

Schlüsselvokabular

Goldener SchnittEin mathematisches Verhältnis, das oft als besonders harmonisch empfunden wird und als Richtlinie für ideale Proportionen im menschlichen Körper und Gesicht dient.
AugenhöheDie horizontale Linie, auf der die Augen liegen; im idealen Gesicht befindet sie sich etwa in der Mitte des Kopfes.
NasenflügelDie seitlichen Ränder der Nase, die oft als Referenzpunkt für die Breite des Mundes dienen.
MundwinkelDie seitlichen Enden des Mundes, deren Position relativ zur Nase und zum Kinn für den Ausdruck wichtig ist.
Schattierung (Chiaroscuro)Die Technik der Verwendung von starken Kontrasten zwischen Licht und Dunkelheit, um Volumen und dreidimensionale Form darzustellen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Zeichner und Illustratoren in Verlagen nutzen diese Proportionen, um Charaktere für Comics, Kinderbücher oder grafische Romane konsistent und glaubwürdig darzustellen. Sie passen die idealen Proportionen an, um bestimmte Charaktertypen zu erzeugen.

Forensische Künstler verwenden Kenntnisse über Gesichtsstrukturen und Proportionen, um aus vagen Beschreibungen oder Schädelresten Porträts von Vermissten oder Verdächtigen zu erstellen, die Ähnlichkeiten aufweisen.

Maskenbildner bei Film- und Theaterproduktionen setzen gezielt Licht und Schatten sowie Make-up ein, um die Gesichtszüge von Schauspielern zu formen, sie jünger oder älter erscheinen zu lassen oder bestimmte Charaktermerkmale zu betonen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDie Augen sitzen ganz oben am Kopf.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler vergessen oft den Platz für die Stirn und das Gehirn. Durch das Auflegen einer Hand auf die eigene Stirn im Vergleich zum restlichen Gesicht wird die 'Mittellage' der Augen physisch erfahrbar. Eine einfache Eiform-Skizze mit Mittellinie hilft bei der Korrektur.

Häufige FehlvorstellungHaare werden als Helm oder einzelne Striche gemalt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler neigen dazu, Haare als Umriss zu zeichnen. Durch das Beobachten von Lichtreflexen auf dem Kopf lernen sie, Haare als Massen und Flächen zu begreifen. Aktives Skizzieren von 'Lichtinseln' auf dunklem Haar hilft hier sehr.

Ideen zur Lernstandserhebung

Kurze Überprüfung

Lassen Sie die Schüler ein einfaches Kopfprofil auf ein Blatt Papier zeichnen. Bitten Sie sie, die wichtigsten Proportionen (Augenhöhe, Nasenbasis, Mundposition) mit Bleistiftstrichen zu markieren und zu beschriften. Überprüfen Sie die korrekte Platzierung der Markierungen.

Lernstandskontrolle

Geben Sie jedem Schüler eine Karte mit der Abbildung eines stilisierten Gesichts. Bitten Sie die Schüler, auf der Rückseite drei Sätze zu schreiben, die erklären, wie sich die Proportionen dieses Gesichts von den 'idealen' unterscheiden und welchen Eindruck dies erweckt.

Gegenseitige Bewertung

Die Schüler zeichnen ein Porträt eines Mitschülers (oder sich selbst im Spiegel) und wenden die erlernten Proportionen an. Anschließend tauschen sie die Zeichnungen aus. Jeder Schüler gibt dem anderen zwei spezifische Rückmeldungen: eine zur Proportion und eine zur Schattierung, die zur Plastizität beiträgt.

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Häufig gestellte Fragen

Wo liegen die Augen im Gesicht?
Bei einem durchschnittlichen Erwachsenen liegen die Augen auf der horizontalen Mittellinie des Kopfes. Das bedeutet, der Abstand vom Scheitel zu den Augen ist genauso groß wie von den Augen zum Kinn.
Wie breit ist eine Nase?
Als Faustregel gilt: Die Breite der Nasenflügel entspricht etwa dem Abstand zwischen den beiden Augen (also einer Augenbreite).
Wie zeichnet man Lippen realistisch?
Wichtig ist, keine harten Außenlinien zu ziehen. Lippen entstehen eher durch den Schattenwurf unter der Unterlippe und die dunkle Linie zwischen den Lippen. Die Oberlippe ist meist etwas dunkler als die Unterlippe.
Warum ist das gegenseitige Modellstehen so effektiv?
Aktives Beobachten eines echten Gegenübers schlägt jedes Lehrbuchfoto. Schüler bemerken die feinen Bewegungen, die Tiefe der Augenhöhlen und die individuelle Symmetrie. Dieses 'Live-Studium' fördert die Konzentration und das Verständnis für die Dreidimensionalität des Kopfes.