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Kunst · Klasse 6

Ideen für aktives Lernen

Plastisches Gestalten mit Ton

Aktives plastisches Gestalten mit Ton macht Materialeigenschaften und räumliche Herausforderungen für die Lernenden sofort erfahrbar. Durch haptisches Arbeiten entwickeln Schüler ein Gefühl für Statik und Volumen, das durch reines Theoretisieren allein nicht erreicht werden kann.

KMK BildungsstandardsBildnerische VerfahrenMaterialeigenschaften
15–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Das Statik-Rätsel

Schüler versuchen in Teams, eine möglichst hohe, dünne Figur aus Ton zu bauen, die ohne Hilfsmittel steht. Sie diskutieren über Schwerpunkte und die Stabilität der Basis.

Erklären Sie, wie eine stehende Figur im Material stabilisiert wird.

ModerationstippStellen Sie beim 'Statik-Rätsel' zwei Tonplatten bereit: eine nur angedrückt, eine fachgerecht verschlickt, und lassen Sie die Schüler nach einem Tag den Unterschied dokumentieren.

Worauf zu achten istGeben Sie jedem Schüler eine Karte mit einer der drei Schlüsselbegriffe: 'Stabilität', 'Relief', 'Vollplastik'. Bitten Sie die Schüler, eine kurze Erklärung zu schreiben, wie dieser Begriff für die Gestaltung einer Tonfigur relevant ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Museumsgang20 Min. · Ganze Klasse

Museumsgang: 360-Grad-Check

Die halbfertigen Figuren werden auf Drehtellern präsentiert. Die Schüler wandern umher und prüfen, ob die Figur von allen Seiten interessant aussieht oder ob es 'tote Winkel' gibt.

Vergleichen Sie den Unterschied zwischen einer Reliefdarstellung und einer Vollplastik.

ModerationstippErklären Sie beim '360-Grad-Check' den Ablauf des Rundgangs: Jede Gruppe präsentiert ihre Figur aus einer anderen Perspektive und notiert Beobachtungen zu Licht und Stabilität.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler ihre unfertigen Tonfiguren nebeneinander stellen. Geben Sie ihnen die Aufgabe, sich gegenseitig zu beraten: 'Wo könnte deine Figur instabil werden?' und 'Welche Lichteffekte siehst du auf der Oberfläche?'.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Oberflächen-Design

Jeder Schüler überlegt, welche Textur seine Figur haben soll (glatt, rau, gemustert). Mit dem Partner werden Werkzeuge (Gabeln, Steine, Hölzer) gesucht, die diesen Effekt erzielen könnten.

Analysieren Sie, wie Licht auf der Oberfläche einer Skulptur wirkt.

ModerationstippFordern Sie beim 'Oberflächen-Design' die Schüler auf, ihre Ideen erst auf Papier zu skizzieren, bevor sie Ton verwenden, um Fehlentscheidungen zu vermeiden.

Worauf zu achten istZeigen Sie Bilder von verschiedenen Skulpturen (z.B. eine Büste als Relief, eine freistehende Tierfigur als Vollplastik). Fragen Sie die Schüler: 'Was ist der Hauptunterschied in der Betrachtungsweise dieser beiden Objekte?' und 'Wie könnte man die erste Figur stabiler machen?'.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Geben Sie den Schülern sofort Material in die Hand und lassen Sie sie experimentieren, bevor Sie Begriffe wie 'Relief' oder 'Vollplastik' einführen. So entstehen Fragen aus der Praxis, die dann gezielt benannt werden können. Vermeiden Sie lange Vorreden – die Schüler sollen selbst merken, warum bestimmte Techniken notwendig sind. Erfahrungsgemäß führt das zu nachhaltigerem Lernen als theoretische Erklärungen.

Am Ende der Einheit können die Schüler selbstständig eine stabile Figur oder Teilfigur gestalten und die Begriffe Relief und Vollplastik fachgerecht anwenden. Sie erkennen Materialgrenzen und setzen Designentscheidungen bewusst ein.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des 'Statik-Rätsels' beobachten Sie, dass Schüler dünne Teile einfach ankleben ohne Aufrauen.

    Fordern Sie die Schüler auf, zwei Teile zu verbinden: eines nur angedrückt, eines mit Schlicker. Lassen Sie sie nach einem Tag die Ergebnisse vergleichen und die Notwendigkeit des Aufrauens erkennen.

  • Während des Experimentierens mit Tonklumpen achten Schüler nicht auf Lufteinschlüsse.

    Lassen Sie die Schüler einen schlecht gekneteten Tonklumpen durchschneiden, um Luftblasen sichtbar zu machen. Zeigen Sie dann, wie gründliches Kneten und Schlagen diese vermeidet.


In dieser Übersicht verwendete Methoden