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Kunst · Klasse 4 · Bauen, Formen, Konstruieren · 1. Halbjahr

Skulpturen aus Alltagsmaterialien

Die Schülerinnen und Schüler konstruieren Skulpturen aus verschiedenen Alltagsmaterialien (z.B. Karton, Draht, Stoff), um Form und Stabilität zu erkunden.

KMK BildungsstandardsKMK: Grundschule - Dreidimensionales GestaltenKMK: Grundschule - Werkzeuge und Materialien

Über dieses Thema

Ready-mades fordern die traditionelle Vorstellung von Kunst heraus. In dieser Einheit lernen die Kinder, dass nicht nur das handwerklich Erschaffene, sondern auch die Idee und die Auswahl eines Objekts Kunst sein können. Inspiriert von Dadaismus und Pop Art untersuchen sie Alltagsgegenstände auf ihre ästhetischen Qualitäten und ordnen sie in neue, oft humorvolle Kontexte ein. Dies entspricht den KMK-Standards zur Kunstgeschichte und zur bildnerischen Gestaltung.

Die Schüler üben sich darin, Dinge 'fremdzusehen'. Was passiert, wenn ein alter Schuh zur Vase wird oder eine Gabel zum Kamm für einen Riesen? Sie lernen, dass Kunst eine Frage der Perspektive und der Benennung ist. Dieser spielerische Umgang mit Objekten fördert das kritische Denken und die Fähigkeit zur Umdeutung von Symbolen.

Durch das Kuratieren einer eigenen 'Objekt-Ausstellung' übernehmen die Kinder die Rolle von Künstlern und Kritikern zugleich und setzen sich aktiv mit dem Kunstbegriff auseinander.

Leitfragen

  1. Erkläre, wie die Wahl des Materials die Form und Stabilität einer Skulptur beeinflusst.
  2. Zeige, wie du verschiedene Materialien miteinander verbinden und stabilisieren kannst.
  3. Gestalte eine Skulptur, die eine bestimmte Eigenschaft (z.B. Leichtigkeit, Schwere, Bewegung) zeigt.

Lernziele

  • Erklären, wie die Materialwahl die Stabilität und Form einer Skulptur beeinflusst.
  • Demonstrieren, wie verschiedene Materialien sicher miteinander verbunden werden können.
  • Entwerfen einer Skulptur, die eine spezifische Eigenschaft wie Leichtigkeit oder Schwere visuell darstellt.
  • Klassifizieren von Skulpturen basierend auf den verwendeten Materialien und Konstruktionstechniken.

Bevor es losgeht

Grundlagen des Zeichnens und Malens

Warum: Schüler sollten bereits Erfahrungen mit der Darstellung von Formen und Objekten auf einer zweidimensionalen Fläche gesammelt haben, um dreidimensionale Konzepte zu verstehen.

Einführung in verschiedene Materialien

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Eigenschaften verschiedener Materialien (z.B. Papier ist leicht, Holz ist fest) ist notwendig, um deren Eignung für Skulpturen zu beurteilen.

Schlüsselvokabular

KonstruktionDer Prozess des Bauens oder Zusammensetzens von Objekten aus verschiedenen Teilen oder Materialien, um eine bestimmte Form oder Funktion zu erreichen.
StabilitätDie Fähigkeit einer Struktur, äußeren Kräften wie Gewicht oder Wind standzuhalten, ohne umzufallen oder ihre Form zu verlieren.
VerbindungstechnikMethoden und Materialien, die verwendet werden, um verschiedene Teile einer Skulptur zusammenzuhalten, z.B. Kleben, Binden, Stecken.
DreidimensionalitätDie Eigenschaft eines Objekts, Höhe, Breite und Tiefe zu besitzen, sodass es Raum einnimmt und von allen Seiten betrachtet werden kann.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDas ist keine Kunst, das ist nur Müll.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler setzen Kunst oft mit Fleiß gleich. Durch die Diskussion über Marcel Duchamp lernen sie, dass die Auswahl und der Kontext eine bewusste geistige Leistung sind, die den Gegenstand zum Kunstwerk erhebt.

Häufige FehlvorstellungMan darf an einem Ready-made nichts verändern.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Ein Ready-made kann pur bleiben, aber auch kombiniert werden (Objektmontage). Die Kinder dürfen lernen, dass das Zusammenfügen zweier unpassender Dinge (z. B. Tasse mit Fell) eine neue, surreale Qualität schafft.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Architekten und Ingenieure nutzen ihr Wissen über Materialien und Konstruktion, um stabile und ästhetisch ansprechende Gebäude und Brücken zu entwerfen, wie zum Beispiel das Kölner Dom oder die Elbphilharmonie.
  • Bühnenbildner erschaffen für Theateraufführungen und Filme beeindruckende dreidimensionale Kulissen und Requisiten aus unterschiedlichsten Materialien, um Geschichten visuell zu erzählen und Stabilität für Schauspieler zu gewährleisten.
  • Spielzeugdesigner entwickeln Konstruktionsspielzeug wie LEGO oder Fischertechnik, das Kindern hilft, Stabilität und Form durch das Verbinden von Einzelteilen zu verstehen und eigene Kreationen zu bauen.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Lassen Sie die Schüler auf einer Karte ein Foto ihrer fertigen Skulptur kleben. Bitten Sie sie dann, zwei Sätze zu schreiben: 1. Welches Material hat die Form meiner Skulptur am meisten beeinflusst? 2. Wie habe ich die Teile meiner Skulptur verbunden, damit sie stabil ist?

Gegenseitige Bewertung

Die Schüler präsentieren ihre Skulpturen in kleinen Gruppen. Jeder Schüler erklärt kurz, welche Eigenschaft seine Skulptur zeigen soll. Die anderen Gruppenmitglieder geben ein mündliches Feedback: 'Ich sehe, dass deine Skulptur leicht aussieht, weil...' oder 'Die Verbindung zwischen diesem Teil und jenem Teil wirkt sehr stabil, weil...'

Kurze Überprüfung

Stellen Sie während des Arbeitsprozesses gezielte Fragen: 'Warum hast du dich für dieses Material entschieden, um diesen Teil zu bauen?' oder 'Wie stellst du sicher, dass deine Skulptur nicht umfällt?' Beobachten Sie die Antworten und die Handlungen der Schüler, um das Verständnis zu prüfen.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat das Ready-made erfunden?
Marcel Duchamp gilt als Pionier. Sein berühmtestes Werk ist ein Urinal, das er 'Fountain' nannte. Er wollte damit die Kunstwelt provozieren und zeigen, dass die Idee hinter dem Werk entscheidend ist.
Wie bewerte ich eine Arbeit, die aus einem fertigen Objekt besteht?
Bewerten Sie die Originalität der Umdeutung, die Qualität der Präsentation und die schriftliche oder mündliche Begründung der Kinder. Es geht um die Transferleistung vom Gebrauchsgegenstand zum Bedeutungsträger.
Ist das Thema für 10-Jährige nicht zu abstrakt?
Im Gegenteil! Kinder in diesem Alter lieben Wortwitze und skurrile Ideen. Der spielerische Zugang über Alltagsgegenstände ist für sie oft greifbarer als hochtrabende Malerei.
Wie fördert das Thema Ready-made das kritische Denken?
Indem Schüler hinterfragen, warum etwas im Museum steht, entwickeln sie ein Bewusstsein für gesellschaftliche Konventionen. Aktives Diskutieren über den Kunstbegriff schult ihre Fähigkeit, eigene Standpunkte zu formulieren und zu verteidigen.