
Kollaboratives Problemlösen
Strukturiertes Lösen von Problemen in Gruppen mit festen Rollen
Auf einen Blick
Dauer
25–50 min
Gruppengröße
12–36 Schüler:innen
Raumgestaltung
Gruppentische mit Arbeitsmaterialien
Materialien
- Problemstellung/Materialpaket
- Rollenkarten (Moderation, Schriftführung, Zeitmanagement, Präsentation)
- Ablaufprotokoll für die Problemlösung
- Bewertungsraster für die Lösung
Bloom’sche Taxonomie
Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen
Was ist Kollaboratives Problemlösen?
Kollaboratives Problemlösen (CPS) ist eine schülerzentrierte Pädagogik, bei der Lernende in Kleingruppen komplexe, unklar definierte Probleme lösen, indem sie kognitive Ressourcen bündeln und ein gemeinsames Verständnis aushandeln. Die Methode nutzt soziale Interdependenz und die Verteilung der kognitiven Last, wodurch Schüler Herausforderungen bewältigen können, die ihre individuellen Fähigkeiten übersteigen, während sie gleichzeitig Kommunikations- und Metakognitionskompetenzen entwickeln. Durch die Externalisierung von Denkprozessen im Dialog identifizieren Schüler Fehlvorstellungen und verfeinern ihre mentalen Modelle in Echtzeit. Im Gegensatz zu herkömmlicher Gruppenarbeit erfordert CPS ein hohes Maß an gemeinsamer Anstrengung und gegenseitiger Steuerung, was laut Forschung zu tieferem konzeptionellem Verständnis und besserem Wissenstransfer führt. Die Rolle der Lehrkraft wandelt sich vom Wissensvermittler zum Facilitator, der den Untersuchungsprozess unterstützt (Scaffolding) und die Gruppendynamik moderiert. Dieser Ansatz bereitet Schüler effektiv auf die Anforderungen der modernen Arbeitswelt vor, in der interdisziplinäre Kooperation und adaptives Denken essenziell sind. Letztlich transformiert CPS das Klassenzimmer in eine Praxisgemeinschaft, in der die kollektive Intelligenz der Gruppe die Summe der Einzelteile übersteigt.
Ideal für
Anwendungszeitpunkt
Altersstufen
Eignung nach Fach
Durchführung von Kollaboratives Problemlösen
Ein schlecht strukturiertes Problem entwerfen
Erstellen Sie eine komplexe, offene Herausforderung, die keine offensichtliche Einzellösung hat und für deren Bewältigung unterschiedliche Fähigkeiten oder Informationsquellen erforderlich sind.
Heterogene Gruppen bilden
Teilen Sie die Schüler in Gruppen von 3 bis 4 Personen mit unterschiedlichen Leistungsniveaus und Hintergründen ein, um eine Vielfalt an Perspektiven und kognitiven Ansätzen zu gewährleisten.
Soziale Normen und Rollen festlegen
Weisen Sie spezifische Rollen zu (z. B. Moderator, Skeptiker, Protokollant) und modellieren Sie explizit Techniken für aktives Zuhören und respektvolles Diskutieren.
Gemeinsame mentale Modelle fördern
Lassen Sie die Gruppen damit beginnen, das Problem mit eigenen Worten zu definieren und Listen zu erstellen („Was wir wissen“ vs. „Was wir herausfinden müssen“), um eine gemeinsame Basis zu schaffen.
Fortschritt beobachten und unterstützen
Gehen Sie durch die Gruppen, um Interaktionen zu beobachten. Nutzen Sie Impulse zur „produktiven Frustration“, um festgefahrene Gruppen zu leiten, ohne die Lösung vorzugeben.
Synthese im Klassenverband durchführen
Leiten Sie eine Nachbesprechung, in der Gruppen ihre Strategien und Lösungen teilen. Konzentrieren Sie sich dabei auf die verschiedenen Lösungswege statt nur auf das Endergebnis.
Den kollaborativen Prozess reflektieren
Lassen Sie die Schüler kurz reflektieren, wie sie zum Erfolg der Gruppe beigetragen haben und wie sie mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen sind.
Forschungsergebnisse
Graesser, A. C., Fiore, S. M., Greiff, S., Andrews-Todd, J., Foltz, P. W., & Hesse, F. W.
2018 · Psychological Science in the Public Interest, 19(2), 59–92
Die Studie stellt fest, dass CPS bei komplexen Aufgaben effektiver ist als individuelles Problemlösen, da es die Verteilung der kognitiven Last und die Integration vielfältiger Perspektiven ermöglicht.
Roseth, C. J., Johnson, D. W., & Johnson, R. T.
2008 · Psychological Bulletin, 134(2), 223–246
Meta-Analysen zeigen eine starke positive Korrelation zwischen sozialer Interdependenz (Kooperation) und höherer akademischer Leistung sowie emotionaler Gesundheit im Vergleich zu kompetitiven oder individualistischen Lernformen.
Hesse, F., Care, E., Buder, J., Sassenberg, K., & Griffin, P.
2015 · Assessment and Teaching of 21st Century Skills, 37-56
Diese Forschung definiert fünf soziale und kognitive Kerndimensionen von CPS und betont, dass kollaborative Fähigkeiten explizit unterrichtet und neben den Fachinhalten bewertet werden müssen.
Themen, die gut zu Kollaboratives Problemlösen passen
Durchsuchen Sie Lehrplanthemen, für die Kollaboratives Problemlösen als aktive Lernstrategie empfohlen wird.

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Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter kollaborativem Problemlösen im Bildungskontext?
Wie setze ich kollaboratives Problemlösen in meiner Klasse um?
Welche Vorteile bietet kollaboratives Problemlösen für Schüler?
Wie bewertet man kollaboratives Problemlösen fair?
Was ist der Unterschied zwischen kooperativem Lernen und kollaborativem Problemlösen?
Eine Mission mit Kollaboratives Problemlösen erstellen
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