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Kunst · Klasse 10 · Der Mensch im Fokus: Figur und Porträt · 2. Halbjahr

Selbstporträt: Identität und Reflexion

Analyse und Erstellung von Selbstporträts als Mittel zur Selbstreflexion und Identitätsfindung.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionBildnerische Rezeption

Über dieses Thema

Das Thema Selbstporträt: Identität und Reflexion ermöglicht Schüler*innen in Klasse 10 eine intensive Auseinandersetzung mit der eigenen Person durch Analyse und Gestaltung von Selbstporträts. Sie vergleichen die Darstellung der eigenen Identität mit Porträts anderer, analysieren Aspekte wie Emotionen, kulturelle Einflüsse und persönliche Narrative in Werken von Künstler*innen wie Albrecht Dürer oder Cindy Sherman. Dies entspricht den KMK-Standards für bildnerische Rezeption und Produktion und schärft das Bewusstsein für subjektive Perspektiven.

In der Unit „Der Mensch im Fokus: Figur und Porträt“ (2. Halbjahr) lernen Schüler*innen, Facetten ihrer Persönlichkeit bewusst hervorzuheben. Sie beantworten Leitfragen wie „Wie unterscheidet sich die Selbstdarstellung von der Darstellung anderer?“ und erstellen ein Porträt, das eine spezifische Eigenschaft betont. Solche Aufgaben fördern Selbstreflexion, Empathie und künstlerisches Ausdruckvermögen, das über die Kunst hinaus auf Alltag und Gesellschaft wirkt.

Aktive Lernansätze profitieren dieses Themas besonders, weil sie persönliche Beteiligung und Peer-Feedback ermöglichen. Schüler*innen experimentieren iterativ mit Materialien und Techniken, teilen Entstehungsprozesse und erhalten konstruktive Rückmeldungen. Dadurch werden abstrakte Identitätskonzepte konkret erfahrbar und nachhaltig verankert.

Leitfragen

  1. Wie unterscheidet sich die Darstellung der eigenen Person von der Darstellung anderer?
  2. Analysieren Sie, welche Aspekte der Identität in einem Selbstporträt zum Ausdruck kommen können.
  3. Gestalten Sie ein Selbstporträt, das eine bestimmte Facette Ihrer Persönlichkeit hervorhebt.

Lernziele

  • Analysieren Sie die Darstellung von Identität in verschiedenen Selbstporträts von Künstler*innen unter Berücksichtigung von Stilmitteln und Kontext.
  • Vergleichen Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen der Selbstdarstellung in einem Selbstporträt und der Fremddarstellung in einem Porträt.
  • Entwerfen und gestalten Sie ein Selbstporträt, das gezielt eine spezifische Facette Ihrer Persönlichkeit oder eine innere Haltung visuell kommuniziert.
  • Bewerten Sie die Wirkung Ihres eigenen Selbstporträts hinsichtlich der intendierten Aussage und der gewählten künstlerischen Mittel.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Porträtmalerei und -zeichnung

Warum: Grundlegende Kenntnisse über Proportionen, Licht und Schatten sowie die Darstellung menschlicher Züge sind notwendig, um ein Selbstporträt technisch umsetzen zu können.

Einführung in die Kunstgeschichte: Epochen und Stile

Warum: Ein Verständnis für verschiedene Kunststile und historische Kontexte hilft den Schüler*innen, die Entwicklung des Selbstporträts und die Intentionen früherer Künstler*innen einzuordnen.

Schlüsselvokabular

SelbstporträtEine künstlerische Darstellung einer Person durch sich selbst, die oft Einblicke in die eigene Identität und Wahrnehmung gibt.
IdentitätDie Gesamtheit der Merkmale, die eine Person als einzigartig kennzeichnen und ihr Selbstverständnis prägen, einschließlich sozialer, kultureller und persönlicher Aspekte.
ReflexionDie bewusste Auseinandersetzung mit den eigenen Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen, die sich in der künstlerischen Gestaltung eines Selbstporträts widerspiegeln kann.
IkonografieDie Lehre von den Bildinhalten und deren Bedeutung, die hilft, Symbole und Motive in einem Selbstporträt zu entschlüsseln.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungSelbstporträts müssen fotorealistisch sein.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Schüler*innen glauben, Porträts kopieren das Äußere exakt, doch Selbstporträts betonen innere Zustände durch Symbolik oder Abstraktion. Aktive Analysen von Werken wie Van Goghs helfen, dies zu erkennen. Peer-Diskussionen klären, dass expressive Mittel Identität authentischer vermitteln.

Häufige FehlvorstellungIdentität ist in einem Porträt vollständig darstellbar.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler*innen überschätzen oft, dass ein Bild die gesamte Persönlichkeit einfängt, sie ist vielschichtig und wandelbar. Durch iterative Skizzen und Feedback lernen sie, Facetten auszuwählen. Gruppenarbeiten zeigen Vielfalt und fördern nuanciertes Verständnis.

Häufige FehlvorstellungSelbstporträts sind rein subjektiv ohne Regeln.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Manche sehen keine Kompositionsregeln, doch Perspektive und Symbolik folgen künstlerischen Prinzipien. Praktische Übungen mit Vorbildern enthüllen Strukturen. Paar-Skizzen verdeutlichen, wie Beobachtung Objektivität einbringt.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Social-Media-Plattformen wie Instagram oder TikTok nutzen Nutzer*innen, um ihre eigene Identität durch sorgfältig kuratierte Bilder und Videos darzustellen, was eine moderne Form des Selbstporträts darstellt.
  • Werbeagenturen und Grafikdesigner*innen erstellen visuelle Darstellungen von Personen, um bestimmte Markenbotschaften zu transportieren. Das Verständnis von Selbstdarstellung ist hierbei zentral.
  • Psycholog*innen und Therapeut*innen nutzen künstlerische Ausdrucksformen, einschließlich Selbstporträts, als Werkzeug zur Unterstützung von Patient*innen bei der Erforschung und Verarbeitung ihrer Identität und emotionalen Zustände.

Ideen zur Lernstandserhebung

Gegenseitige Bewertung

Lassen Sie die Schüler*innen ihre halbfertigen Selbstporträts in Kleingruppen präsentieren. Stellen Sie die Frage: 'Welche Facette der Persönlichkeit versucht die/der Künstler*in darzustellen und wie gut gelingt dies durch die gewählten Mittel? Geben Sie einen konkreten Vorschlag zur Verstärkung der Aussage.'

Lernstandskontrolle

Jede*r Schüler*in erhält ein Blatt mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie ein künstlerisches Mittel (z.B. Farbe, Komposition, Geste), das Sie in Ihrem Selbstporträt bewusst eingesetzt haben, um Ihre Identität auszudrücken, und erklären Sie kurz warum. 2. Welche neue Erkenntnis über sich selbst haben Sie während des Gestaltungsprozesses gewonnen?

Kurze Überprüfung

Stellen Sie eine Auswahl von drei bekannten Selbstporträts (z.B. Dürer, Rembrandt, Frida Kahlo) an die Tafel. Bitten Sie die Schüler*innen, auf einem Notizblatt zu notieren, welche Aspekte der Identität in jedem Porträt zum Ausdruck kommen und welche Techniken die Künstler*innen dafür nutzten.

Häufig gestellte Fragen

Wie analysiert man Aspekte der Identität in einem Selbstporträt?
Beginnen Sie mit Beobachtung von Mimik, Pose und Symbolen, dann Kontext wie Lebensphase des Künstlers. Fragen Sie: Welche Emotionen dominieren? Welche kulturellen Elemente wirken? Schüler*innen notieren in Tabellen und diskutieren. Dies schult visuelles Denken und verbindet Rezeption mit persönlicher Reflexion, etwa 60 Wörter pro Analyse.
Welche Materialien eignen sich für Selbstporträts in Klasse 10?
Verwenden Sie Bleistift, Acryl, Collagen aus Zeitungen oder digital mit Tablets. Fördern Sie Experimente mit Spiegeln für Perspektiven oder Objekten als Symbole. Materialvielfalt passt zu individuellen Ausdrucksstilen und ermöglicht Iteration. Budgetfreundlich: Recycelte Papiere und Hausmittel. So entstehen authentische Werke, die Identität greifbar machen, rund 70 Wörter.
Wie hilft aktives Lernen bei der Selbstreflexion durch Porträts?
Aktives Lernen aktiviert durch Hands-on-Skizzen und Peer-Feedback die emotionale Auseinandersetzung. Schüler*innen testen Facetten iterativ, erhalten vielfältige Perspektiven und verfeinern ihr Selbstbild. Gruppenrotations oder Galerien machen Prozesse sichtbar und motivieren. Dies vertieft Verständnis über reine Theorie, da persönliche Erfahrung abstrakte Konzepte verankert und Empathie steigert, etwa 75 Wörter.
Wie integriert man Selbstporträts in die Unit Figur und Porträt?
Verknüpfen Sie mit früheren Themen durch Vergleich von Fremd- und Selbstdarstellungen. Nutzen Sie Leitfragen für Planung: Welche Facette hebe ich hervor? Abschließen mit Ausstellung und Reflexionsrunde. Dies stärkt Kompetenzen in Produktion und Rezeption, passt zu KMK-Standards und bereitet auf Transformations-Themen vor, ca. 65 Wörter.