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Kunst · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Selbstporträt: Identität und Reflexion

Selbstporträts fordern Schüler*innen heraus, ihre Identität bewusst zu gestalten und zu hinterfragen, was genau sie über sich selbst zeigen möchten. Durch aktive Methoden wie Skizzen, Diskussionen und Peer-Feedback entwickeln sie ein tieferes Verständnis für die Verbindung von Form und Aussagekraft in der Kunst.

KMK BildungsstandardsBildnerische ProduktionBildnerische Rezeption
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Projektbasiertes Lernen35 Min. · Kleingruppen

Galerie-Spaziergang: Porträt-Analyse

Richten Sie eine Galerie mit Reproduktionen berühmter Selbstporträts ein. Schüler*innen notieren in 10 Minuten Aspekte wie Mimik, Symbolik und Komposition. Anschließend diskutieren Gruppen Unterschiede zur Selbstdarstellung und präsentieren Erkenntnisse.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der eigenen Person von der Darstellung anderer?

ModerationstippFordern Sie die Schüler*innen beim Galerie-Spaziergang auf, nur eine prägnante Beobachtung pro Werk zu notieren, um gezielte Analysen zu fördern.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler*innen ihre halbfertigen Selbstporträts in Kleingruppen präsentieren. Stellen Sie die Frage: 'Welche Facette der Persönlichkeit versucht die/der Künstler*in darzustellen und wie gut gelingt dies durch die gewählten Mittel? Geben Sie einen konkreten Vorschlag zur Verstärkung der Aussage.'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Projektbasiertes Lernen25 Min. · Partnerarbeit

Paar-Übung: Gegenseitige Skizzen

In Paaren skizzieren Schüler*innen einander 5 Minuten lang, fokussiert auf eine Identitätsfacette. Tauschen Sie Skizzen und geben Sie Feedback zu Wahrnehmung vs. Selbstbild. Erweitern Sie zu Selbstskizzen.

Analysieren Sie, welche Aspekte der Identität in einem Selbstporträt zum Ausdruck kommen können.

ModerationstippBei der Paar-Übung geben Sie klare Zeitlimits für die Skizzenphase, um die Konzentration auf die Beobachtung zu lenken und vage Darstellungen zu vermeiden.

Worauf zu achten istJede*r Schüler*in erhält ein Blatt mit zwei Fragen: 1. Nennen Sie ein künstlerisches Mittel (z.B. Farbe, Komposition, Geste), das Sie in Ihrem Selbstporträt bewusst eingesetzt haben, um Ihre Identität auszudrücken, und erklären Sie kurz warum. 2. Welche neue Erkenntnis über sich selbst haben Sie während des Gestaltungsprozesses gewonnen?

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Projektbasiertes Lernen45 Min. · Einzelarbeit

Workshop: Facetten-Porträt

Schüler*innen wählen eine Persönlichkeitsfacette und sammeln Materialien wie Collagen oder Farben. In 20 Minuten entwerfen sie Skizzen, iterieren basierend auf Selbstreflexion und finalisieren das Porträt.

Gestalten Sie ein Selbstporträt, das eine bestimmte Facette Ihrer Persönlichkeit hervorhebt.

ModerationstippBeim Workshop Facetten-Porträt legen Sie Materialien wie Spiegel, Skizzenblätter und Farbstifte griffbereit aus, um den Gestaltungsprozess zu beschleunigen.

Worauf zu achten istStellen Sie eine Auswahl von drei bekannten Selbstporträts (z.B. Dürer, Rembrandt, Frida Kahlo) an die Tafel. Bitten Sie die Schüler*innen, auf einem Notizblatt zu notieren, welche Aspekte der Identität in jedem Porträt zum Ausdruck kommen und welche Techniken die Künstler*innen dafür nutzten.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Projektbasiertes Lernen30 Min. · Kleingruppen

Peer-Review-Runde: Porträt-Kritik

Schüler*innen hängen Porträts auf und rotieren in Gruppen. Jede Gruppe analysiert ein Werk auf Identitätsausdruck und gibt 2-minütiges Feedback. Abschließende Reflexion im Plenum.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der eigenen Person von der Darstellung anderer?

ModerationstippIn der Peer-Review-Runde verwenden Sie eine feste Struktur mit vier Kriterien (z.B. Ausdruck, Komposition, Symbolik, technische Umsetzung), um die Kritik zu versachlichen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler*innen ihre halbfertigen Selbstporträts in Kleingruppen präsentieren. Stellen Sie die Frage: 'Welche Facette der Persönlichkeit versucht die/der Künstler*in darzustellen und wie gut gelingt dies durch die gewählten Mittel? Geben Sie einen konkreten Vorschlag zur Verstärkung der Aussage.'

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeitEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema profitiert besonders von einer Mischung aus individueller Reflexion und kollaborativem Lernen. Vermeiden Sie es, Selbstporträts als reine Abbildungen zu behandeln, sondern lenken Sie den Fokus auf die Auswahl und Begründung der gestalterischen Mittel. Studien zeigen, dass Schüler*innen durch iterative Prozesse und Peer-Diskussionen ein nuancierteres Verständnis für Identitätsdarstellung entwickeln. Beginnen Sie mit einfachen Skizzen, bevor Sie komplexe Techniken einführen, um Frustration zu minimieren.

Am Ende des Projekts können die Schüler*innen erklären, wie künstlerische Mittel Identität ausdrücken, ihre eigenen Arbeiten reflektieren und konstruktive Kritik an fremden Werken formulieren. Sie erkennen, dass Identität vielfältig ist und durch bewusste Entscheidungen im Bild kommuniziert wird.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Galerie-Spaziergangs beobachten Sie, dass einige Schüler*innen fotorealistische Darstellungen für die einzige richtige Form halten.

    Nutzen Sie die Gelegenheit, um gezielt auf Werke wie Van Goghs expressive Selbstporträts hinzuweisen und die Schüler*innen zu fragen, welche inneren Zustände die Pinselstriche oder Farben vermitteln. Die Gegenüberstellung mit Dürers detailreichen Porträts macht den Unterschied zwischen äußerlicher und innerlicher Darstellung bewusst.

  • Während der Paar-Übung Gegenseitige Skizzen äußern einige Schüler*innen, dass ein Porträt ihre gesamte Persönlichkeit zeigen müsste.

    Lenken Sie die Diskussion auf die Auswahl einzelner Facetten und fragen Sie die Schüler*innen, warum sie bestimmte Merkmale oder Emotionen betonen. Die iterative Skizzenphase zeigt, dass Identität in Bildern immer selektiv und interpretierbar ist.

  • Im Workshop Facetten-Porträt argumentieren einige Schüler*innen, dass Selbstporträts keine Regeln befolgen müssten, da sie subjektiv seien.

    Fordern Sie die Schüler*innen auf, die Komposition ihrer Skizzen zu analysieren und nach Prinzipien wie Perspektive oder Farbkontrasten zu suchen. Die Gegenüberstellung mit professionellen Werken verdeutlicht, dass auch subjektive Darstellungen strukturellen Überlegungen folgen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden