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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Widerstand gegen das NS-Regime

Aktive Methoden wie Stationenarbeit oder Rollenspiele eignen sich besonders gut, weil sie den Schülern ermöglichen, die komplexen Motive und Handlungen der Widerstandskämpfer konkret nachzuvollziehen. Durch die Auseinandersetzung mit Originalquellen oder Perspektivwechseln wird die historische Distanz überwunden und das Thema emotional wie intellektuell greifbar.

KMK BildungsstandardsKMK-SachkompetenzKMK-Urteilskompetenz
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Widerstandsgruppen

Richten Sie Stationen für Weiße Rose, Kreisauer Kreis, 20. Juli und kirchlichen Widerstand ein. An jeder Station analysieren Gruppen Primärquellen wie Flugblätter oder Tagebucheinträge und notieren Motive. Abschließend präsentieren sie Erkenntnisse.

Welche Motive trieben Menschen dazu, ihr Leben im Kampf gegen die Diktatur zu riskieren?

ModerationstippStellen Sie bei den Quellenstationen sicher, dass jede Gruppe mindestens eine Quelle zu einer nicht-studentischen oder nicht-militärischen Widerstandsform erhält, um die Vielfalt sichtbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen einer Widerstandsgruppe (z.B. Weiße Rose, Kreisauer Kreis, Militärischer Widerstand). Sie sollen zwei Sätze schreiben, die die Hauptziele dieser Gruppe beschreiben und eine zentrale Schwierigkeit nennen, mit der sie konfrontiert war.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Rollenspiel50 Min. · Partnerarbeit

Rollenspiel: Motive im Fokus

Teilen Sie Rollen wie Student der Weißen Rose oder Offizier vom 20. Juli aus. Schüler recherchieren kurz ihre Figur, simulieren dann innere Konflikte in Paaren und diskutieren Entscheidungen plenar.

Warum blieb der Widerstand in Deutschland insgesamt eine Randerscheinung?

ModerationstippFordern Sie die Schüler im Rollenspiel auf, ihre Argumente mit konkreten historischen Beispielen zu untermauern, um die Motive nachvollziehbar zu machen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche Motive waren für die Widerstandskämpfer am stärksten, und warum blieb der Widerstand insgesamt eine Randerscheinung?' Bitten Sie die Schüler, ihre Antworten mit Beispielen aus dem Unterricht zu untermauern und auf die Argumente ihrer Mitschüler einzugehen.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Späte Widerständler

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen zur Bewertung später eintretender Widerständler. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert eine strukturierte Debatte mit Abstimmung am Ende.

Wie beurteilen wir heute die Handlungen von Personen, die erst spät in den Widerstand traten?

ModerationstippBegrenzen Sie die Debatte auf 20 Minuten und legen Sie vorher fest, dass nur drei Schüler pro Runde sprechen dürfen, um alle zu beteiligen.

Worauf zu achten istZeigen Sie kurze Zitate oder Bilder von Widerstandshandlungen. Die Schüler sollen identifizieren, um welche Art von Widerstand es sich handelt (z.B. intellektuell, militärisch, passiv) und kurz die damit verbundenen Risiken erläutern.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Zeitstrahl-Challenge30 Min. · Partnerarbeit

Zeitstrahl-Challenge: Widerstandsformen

Individuell oder in Paaren erstellen Schüler einen interaktiven Zeitstrahl mit Karten zu Ereignissen und Motiven. Ergänzen Sie mit Gruppendiskussion über Randphänomen-Gründe.

Welche Motive trieben Menschen dazu, ihr Leben im Kampf gegen die Diktatur zu riskieren?

ModerationstippLassen Sie die Schüler beim Zeitstrahl nicht nur Ereignisse eintragen, sondern auch die dahinterstehenden Risiken oder Hindernisse in Stichpunkten notieren.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte mit dem Namen einer Widerstandsgruppe (z.B. Weiße Rose, Kreisauer Kreis, Militärischer Widerstand). Sie sollen zwei Sätze schreiben, die die Hauptziele dieser Gruppe beschreiben und eine zentrale Schwierigkeit nennen, mit der sie konfrontiert war.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Geben Sie den Schülern zu Beginn klare Leitfragen mit, die sie durch die Einheit begleiten, etwa: 'Welche Werte trieben die Menschen an, und welche Konsequenzen hatten ihre Handlungen?' Vermeiden Sie eine rein chronologische Abfolge, sondern betonen Sie die Motive und Entscheidungen der Widerständler. Nutzen Sie gezielte Impulsfragen, um die Schüler dazu anzuregen, die historischen Akteure nicht als Helden oder Versager zu sehen, sondern als Menschen in extremen Situationen.

Am Ende der Einheit sollen die Schüler in der Lage sein, die Vielfalt des Widerstands zu benennen, die verschiedenen Motive zu unterscheiden und die Gründe für das Scheitern in den historischen Kontext einzuordnen. Erfolg zeigt sich darin, wenn sie historische Argumente sachlich diskutieren und eigene Urteile differenziert begründen können.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen 'Widerstandsgruppen' könnte der Eindruck entstehen, Widerstand sei eine große, einheitliche Bewegung.

    Nutzen Sie die Stationenarbeit gezielt, um die Unterschiedlichkeit der Gruppen herauszustellen: Lassen Sie die Schüler nach dem Lesen der Quellen notieren, welche Ziele, Methoden und Risiken jede Gruppe hatte, und vergleichen Sie die Ergebnisse im Plenum.

  • Im Rollenspiel 'Motive im Fokus' könnte die Annahme entstehen, nur Kommunisten oder Juden hätten Widerstand geleistet.

    Beziehen Sie in die Rollenkarten bewusst Vertreter aus Militär, Kirche und Studentenschaft ein und fordern Sie die Schüler auf, die Motive dieser Gruppen mit denen der anderen zu vergleichen.

  • Während der Debatte 'Späte Widerständler' könnte die These aufkommen, Widerstand sei primär an mangelnder Organisation gescheitert.

    Nutzen Sie die Debatte, um die strukturellen Hindernisse wie Terrorapparat und Propaganda konkret zu benennen: Fordern Sie die Schüler auf, ihre Argumente mit Beispielen aus dem Unterricht zu untermauern.


In dieser Übersicht verwendete Methoden