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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Erinnerung und Gedenken: Formen und Funktionen

Erinnerung und Gedenken sind abstrakte Konzepte, die nur durch aktive Auseinandersetzung greifbar werden. Wenn Schülerinnen und Schüler selbst Formen des Gedenkens analysieren, vergleichen oder gestalten, verstehen sie deren Funktionen und Wirkungen nachhaltig.

KMK BildungsstandardsKMK-OrientierungskompetenzKMK-Urteilskompetenz
15–30 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Expertenrunde30 Min. · Kleingruppen

Gruppenanalyse: Gedenktage vergleichen

Schülerinnen und Schüler recherchieren zwei Gedenktage und analysieren deren Funktionen in kleinen Gruppen. Sie erstellen eine Tabelle mit Trauer-, Bildungs- und politischen Aspekten. Im Plenum präsentieren sie ihre Ergebnisse.

Analysiere die unterschiedlichen Funktionen von Gedenktagen und Mahnmalen in der Gesellschaft.

ModerationstippStellen Sie während der Gruppenanalyse klare Leitfragen bereit, die den Vergleich der Gedenktage auf Funktionen und Kontexte lenken.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie eine Form des Gedenkens (Gedenktag, Mahnmal, Zeitzeuge) und erklären Sie kurz, welche Funktion diese Form für die heutige Gesellschaft erfüllt.' Die Antworten werden eingesammelt und auf Verständnis geprüft.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Expertenrunde20 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Mahnmal-Besuch simulieren

In Paaren entwerfen Schülerinnen und Schüler eine virtuelle Tour durch ein Mahnmal und diskutieren emotionale Wirkungen. Sie notieren, wie Besucher angesprochen werden. Abschluss: Kurze Präsentation.

Beurteile die Rolle von Zeitzeugenberichten für die historische Erinnerung.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler beim simulierten Mahnmal-Besuch bewusst Emotionen und persönliche Reaktionen notieren, bevor sie diese einordnen.

Worauf zu achten istLehrerfrage: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer Kommission, die ein neues Mahnmal für ein aktuelles historisches Unrecht entwerfen soll. Welche Aspekte der Erinnerung und Gedenkens aus der NS-Zeit würden Sie berücksichtigen und warum?' Die Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre wichtigsten Überlegungen.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Expertenrunde15 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Reflexion: Zeitzeugenbericht

Jede Schülerin und jeder Schüler liest einen Zeitzeugenbericht und fasst die Rolle für die Erinnerung zusammen. Danach teilen sie in der Klasse Eindrücke.

Erkläre, wie sich die Erinnerungskultur an den Holocaust in Deutschland entwickelt hat.

ModerationstippFordern Sie bei der individuellen Reflexion über Zeitzeugenberichte explizit den Abgleich mit anderen Quellen ein, um die Subjektivität zu thematisieren.

Worauf zu achten istNach der Vorstellung eines Zeitzeugenberichts oder eines Mahnmals bittet der Lehrer die Schüler, drei Stichpunkte auf einem Arbeitsblatt zu notieren: 1. Was ist die zentrale Botschaft? 2. Welche Emotionen löst es aus? 3. Wie unterscheidet es sich von einer reinen Faktenaufzählung?

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Expertenrunde25 Min. · Ganze Klasse

Klassenrunde: Funktionen diskutieren

Die Klasse diskutiert kollektiv, wie Erinnerungskultur heute wirkt. Moderatorin oder Moderator leitet mit Key Questions.

Analysiere die unterschiedlichen Funktionen von Gedenktagen und Mahnmalen in der Gesellschaft.

ModerationstippNutzen Sie die Klassenrunde, um die Diskussion gezielt auf die gesellschaftliche Wirkung von Erinnerungskultur zu lenken.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit der Frage: 'Nennen Sie eine Form des Gedenkens (Gedenktag, Mahnmal, Zeitzeuge) und erklären Sie kurz, welche Funktion diese Form für die heutige Gesellschaft erfüllt.' Die Antworten werden eingesammelt und auf Verständnis geprüft.

VerstehenAnwendenAnalysierenBewertenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler durch konkrete Beispiele besser verstehen, wie Erinnerungskultur funktioniert. Vermeiden Sie abstrakte Erklärungen und arbeiten Sie stattdessen mit Bildern, Texten oder Gegenständen. Wichtig ist es, die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart herzustellen, ohne die historischen Fakten zu vernachlässigen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler zwischen Trauer, Reflexion und Prävention unterscheiden können. Sie sollen erklären, warum bestimmte Formen des Gedenkens gewählt werden und welche Botschaften sie vermitteln.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Gruppenanalyse 'Gedenktage vergleichen' könnte die Aussage fallen: 'Gedenktage dienen nur der Trauer.'

    Nutzen Sie die Materialsammlung der Gruppen, um gemeinsam zu überprüfen, welche Funktionen der Gedenktag neben der Trauer noch erfüllt: Sensibilisierung, Prävention oder Stärkung gesellschaftlicher Werte.

  • Während der Paararbeit 'Mahnmal-Besuch simulieren' könnte der Eindruck entstehen: 'Mahnmale sind neutral und objektiv.'

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Gestaltung des Mahnmals zu analysieren und zu beschreiben, welche Emotionen und Reflexionen es auslösen soll.

  • Während der individuellen Reflexion 'Zeitzeugenbericht' könnte die Annahme geäußert werden: 'Zeitzeugenberichte sind immer wahrheitsgetreu.'

    Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, den Bericht mit historischen Fakten abzugleichen und die subjektive Perspektive herauszuarbeiten.


In dieser Übersicht verwendete Methoden