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Geschichte · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Die Goldenen Zwanziger: Kultur und Gesellschaft

Aktives Lernen fördert bei diesem Thema ein tiefes Verständnis für die Widersprüche der Weimarer Republik, weil Schülerinnen und Schüler durch konkrete Quellenarbeit die Spannungen zwischen Modernität und sozialer Not selbst entdecken können. Das Erleben von Kunst, Debatten und Medienvergleichen macht abstrakte gesellschaftliche Konflikte greifbar und nachvollziehbar.

KMK BildungsstandardsKMK-OrientierungskompetenzKMK-Methodenkompetenz
35–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Ausstellungsmethode45 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Kunst als Spiegel

Richten Sie fünf Stationen ein: Expressionismus (Gemälde von Dix), Bauhaus (Entwürfe), Filmplakate, Kabaretttexte, Jazzplatten. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen zur Gesellschaftszerrissenheit und diskutieren in Plenum.

Wie spiegelten Kunst und Architektur die Zerrissenheit der Weimarer Gesellschaft wider?

ModerationstippStellen Sie bei den Quellenstationen sicher, dass jede Station eine klare Aufgabenstellung hat und die Schüler:innen angeleitet werden, sowohl formale als auch inhaltliche Aspekte zu betrachten.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte eine Kunstform (Malerei, Film, Architektur) der Goldenen Zwanziger benennen und erklären, wie diese eine spezifische gesellschaftliche Spannung der Weimarer Republik darstellt. Nennen Sie ein konkretes Beispiel.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte50 Min. · Kleingruppen

Debatte: Elite oder Massen?

Teilen Sie die Klasse in Pro- und Kontra-Gruppen. Jede Gruppe sammelt Argumente aus Quellen, bereitet 3-Minuten-Redner vor. Moderierte Debatte mit Abstimmung schließt ab.

Waren die Goldenen Zwanziger ein Phänomen der Massen oder nur einer kleinen Elite?

ModerationstippBereiten Sie die Debatte 'Elite oder Massen?' mit klaren Rollenkarten und einer strukturierten Diskussionstechnik vor, um auch zurückhaltende Schüler:innen einzubinden.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Waren die Goldenen Zwanziger wirklich 'golden' für alle?' Bitten Sie die Schüler, ihre Antwort mit Beispielen aus Kunst, Kultur und Gesellschaft zu begründen und dabei die Perspektiven verschiedener sozialer Gruppen zu berücksichtigen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Ausstellungsmethode35 Min. · Partnerarbeit

Medienvergleich: Damals und heute

Paare analysieren 1920er-Radioanzeigen und aktuelle Social-Media-Trends. Sie erstellen Vergleichsposter zu Einfluss auf Gesellschaft und präsentieren.

Welche Parallelen lassen sich zwischen der damaligen Medienwelt und heute ziehen?

ModerationstippVergleichen Sie beim Medienvergleich gezielt die technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von damals und heute, um Parallelen und Unterschiede herauszuarbeiten.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein bekanntes Bild oder einen kurzen Filmausschnitt aus den 1920ern (z.B. Otto Dix, 'Berlin Straßenszene' oder eine Szene aus 'Die Büchse der Pandora'). Fragen Sie die Schüler: 'Welche Stimmung oder welches soziale Problem wird hier sichtbar? Nennen Sie zwei Merkmale des Bildes/Films, die Ihre Antwort stützen.'

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Ausstellungsmethode60 Min. · Kleingruppen

Kabarett-Performance

Gruppen wählen ein Thema (z.B. Inflation), schreiben kurze Sketche basierend auf Originaltexten und führen sie auf. Reflexion zur Satirefunktion folgt.

Wie spiegelten Kunst und Architektur die Zerrissenheit der Weimarer Gesellschaft wider?

ModerationstippÜben Sie mit den Schüler:innen vor der Kabarett-Performance typische Stilmittel des Kabaretts ein, damit sie Sicherheit in der Umsetzung gewinnen.

Worauf zu achten istLassen Sie die Schüler auf einer Karteikarte eine Kunstform (Malerei, Film, Architektur) der Goldenen Zwanziger benennen und erklären, wie diese eine spezifische gesellschaftliche Spannung der Weimarer Republik darstellt. Nennen Sie ein konkretes Beispiel.

AnwendenAnalysierenErschaffenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf multiperspektivisches Lernen, indem sie Kunst, Politik und Alltagskultur verknüpfen. Wichtig ist, dass die Schüler:innen nicht nur rezipieren, sondern selbst aktiv werden, etwa durch kreative Methoden wie Kabarett oder Debatten. Vermeiden Sie eine reine Faktenvermittlung ohne Kontextualisierung, da sonst das Verständnis für die gesellschaftlichen Zusammenhänge verloren geht. Nutzen Sie die Vielfalt der Weimarer Kultur, um die Komplexität der Epoche zu verdeutlichen und aktuelle Bezüge herzustellen.

Am Ende der Einheit sollten die Schülerinnen und Schüler nicht nur Faktenwissen über Kunst und Kultur der 1920er Jahre besitzen, sondern auch gesellschaftliche Spannungen analysieren und in einen historischen sowie aktuellen Kontext einordnen können. Erfolg zeigt sich darin, dass sie Quellen kritisch hinterfragen und unterschiedliche Perspektiven einnehmen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Quellenstationen 'Kunst als Spiegel' achten Sie darauf, dass viele Schüler:innen zunächst nur die offensichtliche Pracht der Bilder wahrnehmen und die sozialen Spannungen übersehen.

    Lenken Sie die Aufmerksamkeit gezielt auf Alltagsquellen wie Armutsberichte oder politische Plakate, um den Kontrast zwischen Reichtum und Not herauszuarbeiten. Bitten Sie die Schüler:innen, in Kleingruppen zu diskutieren, welche Aspekte der Bilder oder Texte welche gesellschaftlichen Probleme widerspiegeln.

  • Während der Debatte 'Elite oder Massen?' wird oft angenommen, dass Kultur in den 1920ern ausschließlich einer kleinen, wohlhabenden Gruppe vorbehalten war.

    Nutzen Sie Alltagsquellen wie Kino-Tickets, Radioprogramme oder Zeitungsannoncen, um zu zeigen, dass Kultur für viele Menschen zugänglich war. Fordern Sie die Schüler:innen auf, in der Debatte konkrete Beispiele aus diesen Quellen zu nennen, die ihre Argumente stützen.

  • Beim Medienvergleich 'Damals und heute' wird der Transfer oft oberflächlich, weil die Schüler:innen keine konkreten Vergleiche ziehen können.

    Stellen Sie den Schüler:innen während der Paararbeit konkrete Fragen, etwa wie sich die Rolle des Radios in den 1920ern von der des Internets heute unterscheidet. Fordern Sie sie auf, ein modernes Beispiel zu nennen, das eine ähnliche gesellschaftliche Funktion erfüllt.


In dieser Übersicht verwendete Methoden