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Imperialismus: Der Wettlauf um die Welt · 2. Halbjahr

Deutsche Kolonialpolitik in Afrika

Fallstudie zu Deutsch-Südwestafrika und dem Völkermord an den Herero und Nama.

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Leitfragen

  1. Erklären Sie, wie der Übergang von Handelsbeziehungen zur gewaltsamen Kolonialherrschaft verlief.
  2. Analysieren Sie, warum der Krieg gegen die Herero und Nama heute als Völkermord eingestuft wird.
  3. Beurteilen Sie, welche Spuren der Kolonialzeit sich noch heute in deutschen Städten finden lassen.

KMK Bildungsstandards

OrientierungskompetenzMethodenkompetenz
Klasse: Klasse 8
Fach: Aufbruch in die Moderne: Revolutionen, Industrie und Nationalstaaten
Einheit: Imperialismus: Der Wettlauf um die Welt
Zeitraum: 2. Halbjahr

Über dieses Thema

Die deutsche Kolonialpolitik in Afrika konzentriert sich auf die Fallstudie Deutsch-Südwestafrika und den Völkermord an den Herero und Nama. Schüler:innen dieser Klasse erforschen den Übergang von Handelsbeziehungen zur gewaltsamen Kolonialherrschaft ab den 1880er Jahren. Landaneignungen, Zwangsarbeit und der Aufstand von 1904 führten zu systematischen Vernichtungsmaßnahmen durch Truppen unter General von Trotha, darunter Vernichtungsbefehle und Konzentrationslager. Heute wird dies als Völkermord anerkannt, mit Schätzungen von 65.000 bis 100.000 Toten.

Im Rahmen der KMK-Standards stärkt das Thema Orientierungs- und Methodenkompetenz. Es verknüpft Imperialismus mit Gegenwartsthemen wie Erinnerungskultur und Spuren in deutschen Städten, etwa Straßennamen oder Denkmäler. Schüler:innen üben Quellenanalyse, Argumentation und Beurteilung historischer Konsequenzen, was kritisches Denken fördert.

Aktives Lernen ist hier besonders wirksam, weil sensible Themen wie Rassismus und Gewalt durch Gruppenarbeit an Primärquellen, Rollenspiele und Diskussionen emotional und intellektuell zugänglich werden. Solche Methoden machen abstrakte Prozesse erfahrbar und regen zu nuancierter Reflexion an.

Lernziele

  • Erklären Sie den Übergang von Handelsbeziehungen zur gewaltsamen Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika anhand von Beispielen.
  • Analysieren Sie die Ursachen und Folgen des Aufstands der Herero und Nama von 1904 unter besonderer Berücksichtigung der Vernichtungsbefehle.
  • Bewerten Sie die historische Einordnung der Ereignisse in Deutsch-Südwestafrika als Völkermord unter Verwendung von Primär- und Sekundärquellen.
  • Identifizieren Sie Spuren der deutschen Kolonialpolitik in deutschen Städten und erläutern Sie deren historische Bedeutung.

Bevor es losgeht

Das Deutsche Kaiserreich: Gründung und Gesellschaft

Warum: Grundkenntnisse über die politische Struktur und die gesellschaftlichen Verhältnisse im Deutschen Kaiserreich sind notwendig, um die Motivationen der Kolonialpolitik zu verstehen.

Grundlagen des Imperialismus

Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Motive und Mechanismen des europäischen Imperialismus im 19. Jahrhundert ist essenziell, um die deutsche Kolonialpolitik einordnen zu können.

Schlüsselvokabular

SchutzgebietEin Territorium, das unter die Herrschaft und den Schutz einer Kolonialmacht gestellt wurde, obwohl es formell nicht als Teil des Mutterlandes galt.
LandnahmeDer Prozess der Aneignung von Land durch Siedler oder Kolonialmächte, oft unter Verdrängung oder Enteignung der indigenen Bevölkerung.
VernichtungsbefehlEine militärische Anordnung, die auf die vollständige Auslöschung einer bestimmten Bevölkerungsgruppe abzielt, wie sie von Lothar von Trotha erlassen wurde.
KonzentrationslagerEin Ort, an dem Menschen, oft unter unmenschlichen Bedingungen, interniert und zur Arbeit gezwungen wurden, wie sie von den deutschen Kolonialtruppen eingesetzt wurden.
ErinnerungskulturDie Art und Weise, wie eine Gesellschaft sich an vergangene Ereignisse erinnert, diese bewertet und darstellt, z.B. durch Denkmäler oder Straßennamen.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

Gedenkstätten wie die Gedenkstätte Deutscher Kolonialismus in Berlin-Kreuzberg setzen sich mit der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte auseinander und bieten Führungen an, die sich mit den Verbrechen in Deutsch-Südwestafrika befassen.

Straßennamen in vielen deutschen Städten, wie die Wissmannstraße in Berlin (umbenannt in Kurt-Tucholsky-Weg), erinnern an Personen, die in der Kolonialpolitik eine Rolle spielten und deren Handeln heute kritisch betrachtet wird.

Museen wie das Ethnologische Museum in Berlin bewahren Objekte, die während der Kolonialzeit erworben wurden und deren Herkunft und Bedeutung im Kontext der Kolonialpolitik neu bewertet werden muss.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungDer Kolonialismus brachte den Kolonisierten nur Fortschritt und Zivilisation.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Schüler:innen übersehen wirtschaftliche Ausbeutung und kulturelle Zerstörung. Aktive Quellenvergleiche, wie Handelsverträge mit Berichten von Gewalt, zeigen den Übergang klar. GruppenDiskussionen helfen, eurozentrische Narrative zu dekonstruieren.

Häufige FehlvorstellungDer Krieg gegen Herero und Nama war ein normaler Kolonialkrieg ohne besondere Brutalität.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Der Begriff Völkermord wird ignoriert, weil systematische Vernichtung unbekannt ist. Rollenspiele als Zeitzeugen machen Lagerbedingungen greifbar und fördern Verständnis für Intentionalität. Peer-Feedback vertieft die Analyse.

Häufige FehlvorstellungDie Kolonialzeit hat keine Spuren in Deutschland hinterlassen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Schüler:innen unterschätzen Denkmäler und Namen. Lokale Recherchen und Stadtführer-Arbeit enthüllen Verbindungen direkt. Solche Erkundungen bauen Orientierungskompetenz auf.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Die Schüler:innen erhalten eine Karte mit einem der drei Leitfragen. Sie schreiben eine kurze Antwort (2-3 Sätze), die eine konkrete historische Begebenheit oder einen Ort nennt, der die Antwort stützt. Beispiel: Nennen Sie eine Maßnahme, die den Übergang von Handel zu Herrschaft verdeutlicht.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Verantwortung trägt Deutschland heute für die Verbrechen des Kolonialismus?' Die Schüler:innen diskutieren in Kleingruppen und notieren zwei Argumente für ihre Position, die sie anschließend im Plenum vorstellen.

Kurze Überprüfung

Lassen Sie die Schüler:innen eine Zeitleiste mit den wichtigsten Ereignissen in Deutsch-Südwestafrika (z.B. Landnahme, Aufstand, Vernichtungsbefehl, Ende der Kolonie) erstellen. Überprüfen Sie die Korrektheit der Reihenfolge und der Jahreszahlen.

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Häufig gestellte Fragen

Wie verlief der Übergang von Handelsbeziehungen zur Kolonialherrschaft in Deutsch-Südwestafrika?
Zunächst schlossen deutsche Händler Verträge mit lokalen Führern ab, doch ab 1884 eskalierten Landkäufe und Schutztruppen zu direkter Herrschaft. Konflikte um Weideflächen führten 1904 zum Aufstand. Quellen wie Verträge und Berichte zeigen, wie wirtschaftliche Interessen in Gewalt mündeten, was Schüler:innen durch Analyse verstehen lernen.
Warum gilt der Krieg gegen Herero und Nama als Völkermord?
Systematische Maßnahmen wie der Vernichtungsbefehl von 1904, Vertreibungen in die Omaheke-Wüste und Lager mit hoher Sterberate erfüllen Völkermordkriterien: Intent zur Zerstörung einer Gruppe. Seit 2021 offiziell anerkannt. Methodenkompetenz entsteht durch Quellenprüfung auf Intent und Ausmaß.
Wie kann aktives Lernen das Thema Völkermord an Herero und Nama vertiefen?
Aktive Ansätze wie Mungerichte oder Quellenstationen machen abstrakte Konzepte wie Intentionalität erfahrbar. Schüler:innen übernehmen Rollen, analysieren Primärquellen und diskutieren in Gruppen, was Empathie und kritisches Denken stärkt. Solche Methoden verbinden Emotionen mit Fakten und fördern nachhaltiges Verständnis der Komplexität.
Welche Spuren der Kolonialzeit finden sich heute in deutschen Städten?
Straßennamen wie Lüderitzstraße, Kolonialgüter in Museen oder Denkmäler erinnern daran. In Bremen oder Hamburg zeigen Ausstellungen koloniale Waren. Schüler:innen entdecken dies durch lokale Jagden, was Orientierungskompetenz schärft und aktuelle Debatten um Umbenennungen beleuchtet.