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Verträge und internationale ReaktionenAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktive Lernformen eignen sich besonders, weil die Ostverträge komplexe politische Prozesse und internationale Reaktionen greifbar machen. Durch handlungsorientierte Methoden wie Rollenspiele oder Debatten verstehen Schülerinnen und Schüler die historischen Zusammenhänge und die Rolle einzelner Akteure besser.

Klasse 13Brüche und Kontinuitäten: Deutschland und die Welt im 20. Jahrhundert4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die Kernbestimmungen des Moskauer Vertrages, des Warschauer Vertrages und des Grundlagenvertrages hinsichtlich territorialer Anerkennung und Gewaltverzicht.
  2. 2Erklären Sie die unterschiedlichen Reaktionen der DDR-Führung und der konservativen Opposition in der BRD auf die Ostverträge unter Bezugnahme auf ihre jeweiligen politischen Ziele.
  3. 3Bewerten Sie die Bedeutung der Ostverträge für die Entspannungspolitik in Europa anhand internationaler Reaktionen und der Vorbereitung der KSZE.
  4. 4Vergleichen Sie die völkerrechtlichen Implikationen der Anerkennung von Nachkriegsgrenzen in den Ostverträgen mit früheren westdeutschen Positionen.

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45 Min.·Kleingruppen

Quellenstationen: Ostverträge analysieren

Richten Sie vier Stationen ein: eine pro Vertrag mit Originalquellen, Hintergrundtexten und Fragen zu Inhalten. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Schlüsselpunkte und Auswirkungen. Abschließend teilen Gruppen Erkenntnisse im Plenum.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Inhalte und Auswirkungen der Ostverträge.

Moderationstipp: Bei den Quellenstationen die Materialien bewusst nach Schwierigkeitsgrad ordnen, damit alle Schülerinnen und Schüler Zugänge finden.

Setup: Tische für große Papierformate oder Wandflächen

Materials: Begriffskarten oder Haftnotizen, Plakatpapier, Marker, Beispiel für eine Concept Map

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
50 Min.·Partnerarbeit

Rollenspiel: Verhandlungen nachstellen

Weisen Sie Rollen zu: Brandt, Gromyko, Stoph, Barzel. Paare bereiten Positionen vor, führen 15-minütige Verhandlungen durch und protokollieren Kompromisse. Reflexion: Welche Zugeständnisse waren notwendig?

Vorbereitung & Details

Erklären Sie die Reaktionen der DDR-Führung und der konservativen Opposition in der BRD.

Moderationstipp: Im Rollenspiel klare Rollenkarten mit vorgegebenen Argumenten und Interessen vorgeben, um die Debatte zu strukturieren.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
45 Min.·Ganze Klasse

Debatte: Ostpolitik bewerten

Teilen Sie die Klasse in Befürworter und Kritiker. Jede Seite bereitet Argumente mit Quellen vor, moderiert eine 20-minütige Debatte. Abstimmung und Begründung am Ende.

Vorbereitung & Details

Bewerten Sie die Rolle der neuen Ostpolitik für die europäische Entspannung.

Moderationstipp: In der Debatte eine Zeitstruktur einhalten und gezielt Pausen für Notizen einplanen, damit alle argumentativ teilnehmen können.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
30 Min.·Einzelarbeit

Reaktionskarten: Perspektiven sortieren

Verteilen Sie Karten mit Reaktionen von Akteuren. Individuen sortieren sie chronologisch und thematisch, diskutieren dann in Kleingruppen Muster und Motive.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Inhalte und Auswirkungen der Ostverträge.

Moderationstipp: Mit den Reaktionskarten eine klare Sortieraufgabe stellen, z.B. nach BRD, DDR oder internationale Reaktionen, um Überforderung zu vermeiden.

Setup: Tische für große Papierformate oder Wandflächen

Materials: Begriffskarten oder Haftnotizen, Plakatpapier, Marker, Beispiel für eine Concept Map

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte setzen auf multiperspektivische Zugänge und vermeiden eine rein chronologische Darstellung der Verträge. Stattdessen rücken die Motive der Akteure und die langfristigen Folgen in den Fokus. Wichtig ist, dass Schülerinnen und Schüler nicht nur Fakten lernen, sondern deren Bedeutung für die politische Kultur der Zeit erkennen. Aktive Methoden wie Rollenspiele oder Quellenanalysen fördern dabei das historische Denken und die Empathiefähigkeit.

Was Sie erwartet

Am Ende der Einheit können die Lernenden die Hauptinhalte der Ostverträge benennen, ihre Bedeutung für die Entspannungspolitik erklären und die Reaktionen verschiedener Akteure differenziert bewerten. Erfolg zeigt sich in der Fähigkeit, Quellen zu analysieren und Perspektiven nachzuvollziehen.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend der Quellenstationen Ostverträge analysieren, könnte der Eindruck entstehen, dass die Ostverträge direkt zur Wiedervereinigung führten.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Lenken Sie die Aufmerksamkeit in den Quellenstationen explizit auf die Langfristigkeit der Effekte: Die Verträge schufen Entspannung, die erst 1989 ihre Wirkung entfaltete. Nutzen Sie die Stationen, um die Unterschiede zwischen kurzfristigen und langfristigen Folgen herauszuarbeiten.

Häufige FehlvorstellungWährend der Rollenspiele Verhandlungen nachstellen, könnte der Eindruck entstehen, die konservative Opposition sei einheitlich ablehnend gewesen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Weisen Sie die Gruppen im Rollenspiel an, auch Stimmen innerhalb der CDU zu berücksichtigen, die Teile der Ostpolitik unterstützten. Die Rollenkarten sollten gezielt verschiedene Positionen abbilden, um Nuancen sichtbar zu machen.

Häufige FehlvorstellungWährend der Debatte Ostpolitik bewerten, könnte der Eindruck entstehen, internationale Reaktionen seien durchgehend negativ ausgefallen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie in der Debatte gezielt Quellenmaterial, das die positiven Reaktionen der Westmächte belegt. Weisen Sie die Schülerinnen und Schüler an, ihre Argumente mit konkreten Belegen aus den Materialien zu untermauern.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach dem Rollenspiel Verhandlungen nachstellen bitten Sie die Gruppen, ihre Positionen und Argumente in einer kurzen Präsentation zusammenzufassen. Beobachten Sie, ob die Schülerinnen und Schüler die unterschiedlichen Perspektiven der Akteure korrekt darstellen und historische Zusammenhänge erkennen.

Lernstandskontrolle

Nach den Quellenstationen Ostverträge analysieren lassen Sie die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Auszug aus einem Vertrag (z.B. Artikel 1 des Moskauer Vertrages) in einem Satz zusammenfassen und seine internationale Bedeutung in einem weiteren Satz erklären.

Kurze Überprüfung

Während der Reaktionskarten Perspektiven sortieren lassen Sie die Schülerinnen und Schüler eine Tabelle mit den drei Hauptverträgen und den Spalten 'Hauptinhalt' sowie 'Hauptreaktion (BRD/DDR)' ausfüllen. Überprüfen Sie, ob die Kerninhalte und Reaktionen korrekt wiedergegeben werden.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Fordern Sie Schülerinnen und Schüler auf, einen fiktiven Zeitungsartikel über die Unterzeichnung eines der Verträge zu verfassen, der die Perspektiven aller relevanten Akteure einbezieht.
  • Geben Sie Schülerinnen und Schülern mit Schwierigkeiten eine vorbereitete Tabelle mit Leitfragen zur Analyse der Vertragsartikel, um den Einstieg zu erleichtern.
  • Vertiefen Sie die Einheit durch eine Analyse aktueller internationaler Verträge, um Parallelen zur Ostpolitik zu ziehen und die langfristige Bedeutung zu diskutieren.

Schlüsselvokabular

OstverträgeEine Reihe von Verträgen, die in den frühen 1970er Jahren zwischen der Bundesrepublik Deutschland und osteuropäischen Staaten (Sowjetunion, Polen) sowie zwischen der BRD und der DDR geschlossen wurden, um die Beziehungen zu normalisieren und die europäische Sicherheitsordnung zu stabilisieren.
Neue OstpolitikDie von Bundeskanzler Willy Brandt initiierte Politik der Entspannung und Annäherung an die osteuropäischen Staaten, die auf Dialog und Verträgen statt auf Konfrontation basierte.
GrundlagenvertragDer Vertrag zwischen der BRD und der DDR von 1972, der die Beziehungen zwischen den beiden deutschen Staaten regelte, ohne die völkerrechtliche Anerkennung der DDR als Staat durch die BRD zu beinhalten.
Oder-Neiße-LinieDie Grenze zwischen Deutschland und Polen, die nach dem Zweiten Weltkrieg entlang der Flüsse Oder und Lausitzer Neiße verlief und im Warschauer Vertrag von 1970 von der BRD als endgültig anerkannt wurde.
KSZEKonferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, deren Ergebnisse, insbesondere die Akte von Helsinki, die Prinzipien der friedlichen Koexistenz und der Zusammenarbeit in Europa festschrieben und durch die Ostverträge vorbereitet wurden.

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