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Geschichte · Klasse 13

Ideen für aktives Lernen

Historisches Lernen und Demokratiebildung

Aktives Lernen macht Demokratiebildung durch Geschichte greifbar, weil Schülerinnen und Schüler nicht nur rezipieren, sondern selbst historische Urteile fällen und demokratische Prinzipien anwenden. Die Verknüpfung von Vergangenheit und Gegenwart fördert dabei kritisches Denken und persönliches Engagement für die Gesellschaft.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G: Grundlegende Kompetenzen, Reflexions- und OrientierungskompetenzKernlehrplan NRW S II: Sachkompetenz, Orientierungskompetenz. historisches Wissen zur Orientierung in der Gegenwart nutzenKMK EPA Geschichte: Kompetenzbereich Reflexionskompetenz. die Bedeutung von Geschichte für die Gegenwart erkennen
30–60 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Debatte45 Min. · Kleingruppen

Debatte: Demokratie und Geschichte

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen zu 'Historisches Lernen verhindert Extremismus' ein. Jede Gruppe bereitet Argumente mit historischen Beispielen vor, präsentiert 3 Minuten und diskutiert gegenseitig. Schließen Sie mit einer Klassenabstimmung und Reflexion ab.

Analysieren Sie die Bedeutung historischen Lernens für die Entwicklung von Urteilsfähigkeit.

ModerationstippBei der Fiskalischen Debatte darauf achten, dass die Schüler argumentativ zwischen historischen Fakten und demokratischen Werten abwägen und dabei klar zwischen Sach- und Werturteilen unterscheiden.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie kann das Wissen über die Weimarer Republik helfen, heutige Herausforderungen für die Demokratie besser zu verstehen?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Erkenntnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Lernen an Stationen50 Min. · Kleingruppen

Lernen an Stationen: Urteilsfähigkeit trainieren

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Quellenanalyse zu NS-Zeit, 2. Vergleich mit aktuellen Fake News, 3. Rollenspiel als Historiker, 4. Essay-Planung zu Identitätsbildung. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und notieren Erkenntnisse.

Erklären Sie, wie historisches Wissen zur Prävention von Extremismus beitragen kann.

ModerationstippBeim Stationenlernen gezielt Impulsfragen stellen, die zur Quellenkritik anregen, z.B. 'Welche Perspektive fehlt in diesem Dokument?' oder 'Wie würde eine andere Gruppe diese Situation beschreiben?'

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte eine historische Begebenheit (z.B. die Nürnberger Gesetze) zu nennen und in zwei Sätzen zu erklären, welche Lehre daraus für die heutige Bekämpfung von Diskriminierung gezogen werden kann.

ErinnernVerstehenAnwendenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 03

Sokratisches Seminar60 Min. · Partnerarbeit

Projektkarussell: Globale Perspektiven

Schüler wählen ein aktuelles Konflikt-Thema, recherchieren historische Parallelen und erstellen Plakate. Im Karussell präsentieren sie sich gegenseitig und erhalten Feedback. Abschluss: Gemeinsame Mindmap zu Demokratiebildung.

Bewerten Sie die Rolle der Geschichte für die Identitätsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.

ModerationstippIm Projektkarussell die Schüler anhalten, ihre globalen Perspektiven durch konkrete Beispiele zu untermauern und dabei immer wieder den Bezug zur eigenen Lebenswelt herzustellen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülern eine kurze Liste mit aktuellen Schlagzeilen zu globalen Konflikten. Bitten Sie sie, für jede Schlagzeile eine mögliche historische Parallele zu identifizieren und kurz zu begründen, warum diese relevant ist.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 04

Sokratisches Seminar30 Min. · Ganze Klasse

Whole-Class-Diskussion: Key Questions beleuchten

Projektieren Sie die Leitfragen, lassen Sie Schüler anonym Karten mit Meinungen sammeln. Moderieren Sie eine strukturierte Diskussion mit Timer für Beiträge und Zusammenfassung.

Analysieren Sie die Bedeutung historischen Lernens für die Entwicklung von Urteilsfähigkeit.

ModerationstippIn der Whole-Class-Diskussion gezielt Schüler einbinden, die zunächst zurückhaltend sind, indem man sie mit einer konkreten historischen Begebenheit oder einem aktuellen Beispiel anreizt.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Wie kann das Wissen über die Weimarer Republik helfen, heutige Herausforderungen für die Demokratie besser zu verstehen?' Lassen Sie die Schüler in Kleingruppen diskutieren und anschließend die wichtigsten Erkenntnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Lehrkräfte sollten Geschichte als Werkzeugkasten für demokratische Urteilsbildung präsentieren, nicht als bloßen Faktenkanon. Wichtig ist, dass Schüler regelmäßig historische Narrative dekonstruieren und durch Quellenarbeit selbstständig neue Interpretationen entwickeln. Vermeiden Sie es, Geschichte als linearen Fortschrittsweg darzustellen – stattdessen betonen Sie Brüche, Widersprüche und offene Fragen, um komplexes Denken zu fördern. Aktuelle Bezüge sollten immer über die bloße Nennung von Parallelen hinausgehen und stattdessen die Transferkompetenz der Schüler herausfordern.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler historische Zusammenhänge mit aktuellen gesellschaftlichen Fragen verknüpfen und dabei eigene Standpunkte argumentativ begründen. Sie erkennen, dass Geschichte nicht nur Wissen, sondern vor allem Kompetenzen für demokratische Teilhabe vermittelt.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Stationenlernens wird die Vorstellung geäußert, historisches Lernen diene nur der Faktenwissensvermehrung.

    Greifen Sie diese Aussage auf, indem Sie die Schüler gezielt auffordern, bei einer der Stationen eine historische Quelle kritisch zu hinterfragen und ihre eigene Interpretation zu entwickeln, z.B. 'Wie würde ein Zeitzeuge das Ereignis beschreiben?' oder 'Welche Interessen verbergen sich hinter dieser Darstellung?'

  • Während der Whole-Class-Diskussion wird behauptet, Geschichtswissen schütze automatisch vor Extremismus.

    Nutzen Sie die Diskussion, um die Schüler in ein Rollenspiel einzubinden, bei dem sie verschiedene Perspektiven auf ein historisches oder aktuelles Thema einnehmen müssen, z.B. 'Stellen Sie sich vor, Sie wären Teil einer Gruppe, die eine bestimmte Ideologie vertritt. Wie würden Sie Ihre Argumente aufbauen?'

  • Während des Projektkarussells wird geäußert, Geschichte sei irrelevant für pluralistische Identitäten.

    Fordern Sie die Schüler auf, ihr eigenes Identitätsverständnis mit historischen Erfahrungen zu verknüpfen, z.B. durch die Aufgabe: 'Erzählen Sie von einer Familienerinnerung und vergleichen Sie diese mit einem historischen Ereignis Ihrer Wahl.'


In dieser Übersicht verwendete Methoden