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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Der Zweite Weltkrieg: Vernichtungskrieg im Osten

Aktive Auseinandersetzung mit dem Vernichtungskrieg im Osten ist notwendig, weil abstrakte Ideologie durch konkrete Quellenarbeit greifbar wird. Nur im Vergleich von Befehlen, Berichten und Opferzeugnissen erkennen Schülerinnen und Schüler die systematische Verknüpfung von Rassenwahn und Gewalt.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.2: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Der Zweite Weltkrieg)Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 7: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Der Zweite Weltkrieg als Vernichtungskrieg)KMK Bildungsstandards: Inhaltsfeld 8: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Der Zweite Weltkrieg)
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Zeitstrahl-Challenge50 Min. · Kleingruppen

Quellenstationen: Vernichtungskrieg

Richten Sie fünf Stationen ein: Kommissarbefehl, Hungersnot in Leningrad, Partisanenkrieg, Generalplan Ost, Stalingrad-Berichte. Gruppen notieren Belege für den Rassencharakter, rotieren alle 10 Minuten und präsentieren Erkenntnisse. Schließen Sie mit Plenum-Diskussion ab.

Analysieren Sie, inwiefern der Krieg im Osten ein Rassenkrieg war.

ModerationstippLassen Sie bei den Quellenstationen die Schüler in Kleingruppen rotieren, damit jeder Text gründlich analysiert wird und die Gruppe gemeinsam Schlüsse zieht.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen Auszug aus einem Soldatenbrief oder einem Tagebucheintrag aus der Zeit des Ostfeldzugs. Die Gruppen diskutieren und formulieren eine Antwort auf die Frage: 'Welche Elemente des Vernichtungskrieges lassen sich aus diesem Text erkennen und wie spiegelt er die Ideologie des NS-Regimes wider?'

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
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Aktivität 02

Debatte30 Min. · Partnerarbeit

Debatte: Wehrmacht-Verbrechen

Teilen Sie Paare ein, die Pro- und Contra-Argumente zur Unschuld der Wehrmacht sammeln. Jede Seite präsentiert drei Quellen, die Partner kontern. Moderieren Sie mit Flipchart, um Grauzonen zu beleuchten.

Erklären Sie die Rolle der Wehrmacht bei Kriegsverbrechen.

ModerationstippFühren Sie die Paardebatte mit klaren Rollen ein – eine Person argumentiert als Wehrmachtsoffizier, die andere als Historikerin – um Perspektivwechsel zu erzwingen.

Worauf zu achten istJede Schülerin und jeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Feldern. Im ersten Feld sollen sie mit eigenen Worten erklären, warum Stalingrad ein Wendepunkt für die Kriegsmoral im Reich war. Im zweiten Feld sollen sie eine Frage notieren, die sie nach dieser Stunde noch zum Thema Wehrmacht und Kriegsverbrechen beschäftigt.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 03

Zeitstrahl-Challenge45 Min. · Kleingruppen

Zeitstrahl-Bau: Stalingrad-Wendepunkt

Gruppen erstellen interaktiven Zeitstrahl mit Ereignissen, Propaganda-Ausschnitten und Soldatendepeschen. Jede Gruppe fügt eine Station hinzu, die Klasse durchläuft und Auswirkungen auf die Heimatfront bewertet.

Beurteilen Sie die Auswirkungen der Niederlage von Stalingrad auf die Stimmung im Reich.

ModerationstippNutzen Sie beim Zeitstrahl-Bau nur markante Ereignisse mit direkten Zitaten, damit die Schüler die Verbindung zwischen Front und Heimat nachvollziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie drei verdadero/falso-Aussagen zur Verfügung, z.B.: 'Der Generalplan Ost wurde nach Kriegsende vollständig umgesetzt.' oder 'Die Wehrmacht war ausschließlich an der Frontlinie an Kriegsverbrechen beteiligt.' Die Schüler markieren jede Aussage und begründen kurz ihre Wahl.

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 04

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Kriegsmoral

Schüler verkörpern Rollen wie Soldat, Propagandaminister, Zivilist. Sie diskutieren Stalingrad-Nachrichten in Szenarien und notieren Stimmungswechsel. Debriefing klärt historische Fakten.

Analysieren Sie, inwiefern der Krieg im Osten ein Rassenkrieg war.

ModerationstippIm Rollenspiel zu Kriegsmoral halten Sie die Vorgaben streng ein: Jede Rolle muss konkrete Quellenbelege einbringen, sonst verliert die Simulation ihre historische Grundlage.

Worauf zu achten istTeilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf. Geben Sie jeder Gruppe einen Auszug aus einem Soldatenbrief oder einem Tagebucheintrag aus der Zeit des Ostfeldzugs. Die Gruppen diskutieren und formulieren eine Antwort auf die Frage: 'Welche Elemente des Vernichtungskrieges lassen sich aus diesem Text erkennen und wie spiegelt er die Ideologie des NS-Regimes wider?'

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Schüler hier zwischen persönlicher Betroffenheit und historischer Analyse balancieren müssen. Vermeiden Sie es, die Quellen emotional zu überhöhen – stattdessen sollte die Methode die Distanz schaffen, die für eine sachliche Einordnung nötig ist. Studien zeigen, dass Gruppenarbeit mit klaren Diskussionsregeln hier besonders wirksam ist, weil sie die Schüler zwingt, Argumente zu präzisieren und gegenzuprüfen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler ideologische Befehle wie den Hungerplan oder den Generalplan Ost aus Primärquellen ableiten und die Rolle der Wehrmacht kritisch einordnen können. Sie formulieren eigenständig Zusammenhänge zwischen Propaganda, Moral und Kriegsverbrechen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während Quellenstationen: Viele Schüler unterschätzen den Rassenkrieg-Aspekt.

    Nutzen Sie die Station mit dem Hungerplan und dem Kommissarbefehl, um gezielt nach ideologischen Befehlen zu fragen. Fordern Sie die Schüler auf, die Texte nach Hinweisen auf 'Rasse' oder 'Vernichtung' zu durchsuchen und diese im Plenum zu sammeln.

  • Während Paardebatte: Dieser Mythos hält sich hartnäckig.

    Fordern Sie die Schüler auf, während der Debatte explizit Wehrmachtsberichte wie die von Generalmajor Walter von Reichenau zu zitieren. Lassen Sie die Gegenposition mit Aussagen von Historikern wie Hannes Heer konfrontieren, um die Lücken im Mythos zu offenbaren.

  • Während Zeitstrahl-Bau: Schüler vernachlässigen oft die Propaganda-Wirkung.

    Verknüpfen Sie beim Bau des Zeitstrahls lokale Zeitungsartikel aus dem Jahr 1943 mit den Ereignissen an der Front. Fragen Sie die Schüler, wie die Berichterstattung über Stalingrad die Stimmung in der Heimat beeinflusst haben könnte.


In dieser Übersicht verwendete Methoden