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Der Zweite Weltkrieg: Vernichtungskrieg im OstenAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Aktive Auseinandersetzung mit dem Vernichtungskrieg im Osten ist notwendig, weil abstrakte Ideologie durch konkrete Quellenarbeit greifbar wird. Nur im Vergleich von Befehlen, Berichten und Opferzeugnissen erkennen Schülerinnen und Schüler die systematische Verknüpfung von Rassenwahn und Gewalt.

Klasse 12Vom 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart: Umbrüche und Kontinuitäten4 Aktivitäten30 Min.50 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die ideologischen Grundlagen des Vernichtungskrieges im Osten anhand von NS-Dokumenten.
  2. 2Erklären Sie die spezifischen Befehle und Praktiken der Wehrmacht, die zu Kriegsverbrechen beitrugen.
  3. 3Bewerten Sie die psychologischen und propagandistischen Auswirkungen der Schlacht von Stalingrad auf die deutsche Bevölkerung.
  4. 4Vergleichen Sie die Behandlung von Zivilisten in besetzten Gebieten im Osten mit der in Westeuropa.
  5. 5Kritisieren Sie die Darstellung der Wehrmacht in Nachkriegspropaganda im Hinblick auf ihre Beteiligung an Verbrechen.

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50 Min.·Kleingruppen

Quellenstationen: Vernichtungskrieg

Richten Sie fünf Stationen ein: Kommissarbefehl, Hungersnot in Leningrad, Partisanenkrieg, Generalplan Ost, Stalingrad-Berichte. Gruppen notieren Belege für den Rassencharakter, rotieren alle 10 Minuten und präsentieren Erkenntnisse. Schließen Sie mit Plenum-Diskussion ab.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie, inwiefern der Krieg im Osten ein Rassenkrieg war.

Moderationstipp: Lassen Sie bei den Quellenstationen die Schüler in Kleingruppen rotieren, damit jeder Text gründlich analysiert wird und die Gruppe gemeinsam Schlüsse zieht.

Setup: Lange Wand oder Bodenfläche für den Zeitstrahl

Materials: Ereigniskarten mit Daten und Beschreibungen, Basis für den Zeitstrahl (Klebeband oder Papierrolle), Verbindungspfeile oder Schnüre, Impulskarten für die Debatte

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
30 Min.·Partnerarbeit

Debatte: Wehrmacht-Verbrechen

Teilen Sie Paare ein, die Pro- und Contra-Argumente zur Unschuld der Wehrmacht sammeln. Jede Seite präsentiert drei Quellen, die Partner kontern. Moderieren Sie mit Flipchart, um Grauzonen zu beleuchten.

Vorbereitung & Details

Erklären Sie die Rolle der Wehrmacht bei Kriegsverbrechen.

Moderationstipp: Führen Sie die Paardebatte mit klaren Rollen ein – eine Person argumentiert als Wehrmachtsoffizier, die andere als Historikerin – um Perspektivwechsel zu erzwingen.

Setup: Zwei sich gegenüberstehende Teams, Sitzplätze für das Publikum

Materials: Thesenkarte für die Debatte, Recherche-Dossier für jede Seite, Bewertungsbogen für das Publikum, Stoppuhr

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
45 Min.·Kleingruppen

Zeitstrahl-Bau: Stalingrad-Wendepunkt

Gruppen erstellen interaktiven Zeitstrahl mit Ereignissen, Propaganda-Ausschnitten und Soldatendepeschen. Jede Gruppe fügt eine Station hinzu, die Klasse durchläuft und Auswirkungen auf die Heimatfront bewertet.

Vorbereitung & Details

Beurteilen Sie die Auswirkungen der Niederlage von Stalingrad auf die Stimmung im Reich.

Moderationstipp: Nutzen Sie beim Zeitstrahl-Bau nur markante Ereignisse mit direkten Zitaten, damit die Schüler die Verbindung zwischen Front und Heimat nachvollziehen.

Setup: Lange Wand oder Bodenfläche für den Zeitstrahl

Materials: Ereigniskarten mit Daten und Beschreibungen, Basis für den Zeitstrahl (Klebeband oder Papierrolle), Verbindungspfeile oder Schnüre, Impulskarten für die Debatte

ErinnernVerstehenAnalysierenSelbststeuerungBeziehungsfähigkeit
40 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Kriegsmoral

Schüler verkörpern Rollen wie Soldat, Propagandaminister, Zivilist. Sie diskutieren Stalingrad-Nachrichten in Szenarien und notieren Stimmungswechsel. Debriefing klärt historische Fakten.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie, inwiefern der Krieg im Osten ein Rassenkrieg war.

Moderationstipp: Im Rollenspiel zu Kriegsmoral halten Sie die Vorgaben streng ein: Jede Rolle muss konkrete Quellenbelege einbringen, sonst verliert die Simulation ihre historische Grundlage.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung

Dieses Thema unterrichten

Erfahrene Lehrkräfte wissen, dass Schüler hier zwischen persönlicher Betroffenheit und historischer Analyse balancieren müssen. Vermeiden Sie es, die Quellen emotional zu überhöhen – stattdessen sollte die Methode die Distanz schaffen, die für eine sachliche Einordnung nötig ist. Studien zeigen, dass Gruppenarbeit mit klaren Diskussionsregeln hier besonders wirksam ist, weil sie die Schüler zwingt, Argumente zu präzisieren und gegenzuprüfen.

Was Sie erwartet

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler ideologische Befehle wie den Hungerplan oder den Generalplan Ost aus Primärquellen ableiten und die Rolle der Wehrmacht kritisch einordnen können. Sie formulieren eigenständig Zusammenhänge zwischen Propaganda, Moral und Kriegsverbrechen.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend Quellenstationen: Viele Schüler unterschätzen den Rassenkrieg-Aspekt.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie die Station mit dem Hungerplan und dem Kommissarbefehl, um gezielt nach ideologischen Befehlen zu fragen. Fordern Sie die Schüler auf, die Texte nach Hinweisen auf 'Rasse' oder 'Vernichtung' zu durchsuchen und diese im Plenum zu sammeln.

Häufige FehlvorstellungWährend Paardebatte: Dieser Mythos hält sich hartnäckig.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Fordern Sie die Schüler auf, während der Debatte explizit Wehrmachtsberichte wie die von Generalmajor Walter von Reichenau zu zitieren. Lassen Sie die Gegenposition mit Aussagen von Historikern wie Hannes Heer konfrontieren, um die Lücken im Mythos zu offenbaren.

Häufige FehlvorstellungWährend Zeitstrahl-Bau: Schüler vernachlässigen oft die Propaganda-Wirkung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Verknüpfen Sie beim Bau des Zeitstrahls lokale Zeitungsartikel aus dem Jahr 1943 mit den Ereignissen an der Front. Fragen Sie die Schüler, wie die Berichterstattung über Stalingrad die Stimmung in der Heimat beeinflusst haben könnte.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach Quellenstationen: Teilen Sie die Klasse in Kleingruppen auf und geben Sie jeder Gruppe einen Auszug aus einem Soldatenbrief oder Tagebucheintrag. Die Gruppen diskutieren und formulieren schriftlich eine Antwort auf die Frage: 'Welche Elemente des Vernichtungskrieges lassen sich aus diesem Text erkennen und wie spiegelt er die Ideologie des NS-Regimes wider?' Sammeln Sie die Ergebnisse im Plenum und bewerten Sie die Argumentationsfähigkeit und Quellenanalyse.

Lernstandskontrolle

Nach Zeitstrahl-Bau: Jede Schülerin und jeder Schüler erhält ein Blatt mit zwei Feldern. Im ersten Feld sollen sie mit eigenen Worten erklären, warum Stalingrad ein Wendepunkt für die Kriegsmoral im Reich war. Im zweiten Feld sollen sie eine Frage notieren, die sie nach dieser Stunde noch zum Thema Wehrmacht und Kriegsverbrechen beschäftigt. Die Antworten geben Sie zurück, um individuelle Lernfortschritte zu erkennen.

Kurze Überprüfung

Während Paardebatte: Stellen Sie drei verdadero/falso-Aussagen zur Verfügung, z.B.: 'Der Generalplan Ost wurde nach Kriegsende vollständig umgesetzt.' oder 'Die Wehrmacht war ausschließlich an der Frontlinie an Kriegsverbrechen beteiligt.' Die Schüler markieren jede Aussage und begründen kurz ihre Wahl auf einem separaten Blatt. Sammeln Sie die Blätter ein, um den Wissensstand zur Wehrmacht und zu ideologischen Plänen zu überprüfen.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Challenge: Fordern Sie die Schüler auf, eine fiktive Radiosendung aus dem Jahr 1943 zu verfassen, die sowohl die offizielle Kriegspropaganda als auch die Realität an der Ostfront widerspiegelt.
  • Scaffolding: Geben Sie Schülern mit Schwierigkeiten eine vorgefertigte Tabelle mit Leitfragen an die Hand, die sie beim Analysieren der Quellenstationen unterstützen.
  • Deeper: Lassen Sie die Schüler recherchieren, wie der Mythos der 'sauberen Wehrmacht' nach 1945 in der deutschen Gesellschaft weiterwirkte und welche Rolle Entlastungsnarrative spielten.

Schlüsselvokabular

Generalplan OstEin geheimes nationalsozialistisches Siedlungs- und Ausrottungsprogramm für Osteuropa, das die Umsiedlung, Versklavung und Ermordung slawischer Bevölkerungen vorsah.
KommissarbefehlEin Befehl der deutschen Obersten Heeresleitung, der die sofortige Erschießung politischer Kommissare der Roten Armee anordnete, sobald sie gefangen genommen wurden.
BandenbekämpfungEin Begriff, der von den Nationalsozialisten zur Rechtfertigung von Massengewalt und Kriegsverbrechen gegen Partisanen und die Zivilbevölkerung im Osten verwendet wurde.
HungerplanEin Teil der NS-Wirtschaftspolitik, der die systematische Entbehrung der Bevölkerung in den besetzten Ostgebieten zur Versorgung Deutschlands vorsah, was zu Massensterben führte.
KollaborationDie freiwillige oder erzwungene Zusammenarbeit von Einzelpersonen oder Gruppen mit der Besatzungsmacht, die hier oft im Kontext von Zwangsarbeit und Denunziation zu sehen ist.

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