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Geschichte · Klasse 12

Ideen für aktives Lernen

Attentat vom 20. Juli 1944

Aktives Lernen eignet sich für diesen sensiblen historischen Stoff besonders, weil es Schülerinnen und Schülern ermöglicht, die komplexen Motive und Entscheidungen der Verschwörer nachzuvollziehen, statt nur Fakten zu memorieren. Durch handlungsorientierte Methoden entwickeln sie ein tiefes Verständnis für historische Verantwortung und moralische Dilemmata.

KMK BildungsstandardsLehrplanPLUS Bayern G9: Lernbereich 12.2: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Widerstand im 'Dritten Reich')Kernlehrplan NRW GOSt: Inhaltsfeld 7: Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg (Widerstand gegen den Nationalsozialismus)
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Fishbowl-Diskussion45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Motive und Ablauf

Richten Sie vier Stationen ein: 1. Biografien der Verschwörer, 2. Zeitstrahl des Attentats, 3. Quellen zum Bombenanschlag, 4. Folgen und Rachemaßnahmen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten, notieren Beobachtungen und diskutieren in Plenum.

Analysieren Sie die Ziele und Motive der Verschwörer um Stauffenberg.

ModerationstippLegen Sie bei der Stationenrotation klare Zeitvorgaben fest und verwenden Sie unterschiedliche Materialien (Texte, Karten, Zeitungsartikel), um verschiedene Lerntypen anzusprechen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Debatte mit der Frage: 'War das Attentat vom 20. Juli 1944 primär ein Versuch, Deutschland vor der totalen Zerstörung zu retten, oder ein Akt zur Wiederherstellung der deutschen Ehre?' Lassen Sie Schüler Argumente für beide Seiten sammeln und präsentieren.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Rollenspiel30 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Planungssitzung

Teilen Sie Rollen wie Stauffenberg, Olbricht und Beck zu. Gruppen simulieren die Vorbereitung, berücksichtigen Risiken und Motive. Abschließende Reflexion: Was wäre anders gelaufen?

Erklären Sie die Gründe für das Scheitern des Attentats.

ModerationstippHalten Sie beim Rollenspiel eine klare Struktur vor und geben Sie den Schülerinnen und Schülern vor der Diskussion Rollen mit konkreten Argumenten an die Hand.

Worauf zu achten istBitten Sie die Schüler, auf einer Karteikarte die zwei wichtigsten Gründe für das Scheitern des Attentats und des Putsches zu notieren. Fordern Sie sie auf, einen Satz hinzuzufügen, warum diese Gründe entscheidend waren.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte40 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Helden oder Verräter?

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegenpositionen. Jede Seite bereitet Argumente vor, moderiert durch Lehrer. Abstimmung und Begründung am Ende.

Beurteilen Sie, ob das Attentat ein Versuch zur Rettung Deutschlands oder der Ehre war.

ModerationstippFühren Sie die Debatte mit einer klaren Pro- und Contra-Frage ein und achten Sie darauf, dass alle Schülerinnen und Schüler zu Wort kommen.

Worauf zu achten istStellen Sie den Schülern eine kurze Liste mit Namen von Schlüsselpersonen der Verschwörung (z.B. Stauffenberg, Beck, Olbricht) und wichtigen Orten (z.B. Wolfsschanze, Bendlerblock). Lassen Sie sie die Personen und Orte kurz mit ihren Rollen bzw. ihrer Bedeutung im Kontext des Attentats verbinden.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Fishbowl-Diskussion25 Min. · Partnerarbeit

Quellenkartei: Scheitern analysieren

Schüler sortieren in Paaren Primärquellen zu Gründen des Scheiterns (technisch, organisatorisch, loyalistisch). Erstellen einer gemeinsamen Mindmap.

Analysieren Sie die Ziele und Motive der Verschwörer um Stauffenberg.

ModerationstippVerwenden Sie bei der Quellenkartei unterschiedliche Quellentypen (Tagebücher, Berichte, Fotografien), um den Schülern verschiedene Blickwinkel zu ermöglichen.

Worauf zu achten istLeiten Sie eine Debatte mit der Frage: 'War das Attentat vom 20. Juli 1944 primär ein Versuch, Deutschland vor der totalen Zerstörung zu retten, oder ein Akt zur Wiederherstellung der deutschen Ehre?' Lassen Sie Schüler Argumente für beide Seiten sammeln und präsentieren.

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
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Vorlagen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen, dass es wichtig ist, die Schülerinnen und Schüler nicht mit moralischen Urteilen zu überfordern, sondern ihnen Raum zu geben, die historischen Umstände zu verstehen. Vermeiden Sie eine Heroisierung der Verschwörer, sondern stellen Sie ihre Ambivalenzen und Widersprüche heraus. Nutzen Sie den Stoff als Anlass, um über Zivilcourage und Widerstand in der Gegenwart zu sprechen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich, wenn Schülerinnen und Schüler die historischen Zusammenhänge zwischen Motiven, Planung und Scheitern des Attentats herstellen können und in der Lage sind, unterschiedliche Perspektiven einzunehmen und zu bewerten. Sie erkennen, dass Widerstand vielfältige Formen annehmen kann und nicht immer erfolgreich sein muss.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Stationenrotation wird oft angenommen, dass das Attentat nur durch Zufall scheiterte.

    Nutzen Sie die Stationenrotation, um gezielt die verschiedenen Faktoren (Tischposition, Hitlers Jackett, fehlende zweite Bombe) zu thematisieren. Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Gruppen die Quellen analysieren und Kausalzusammenhänge herausarbeiten.

  • Während des Rollenspiels wird häufig behauptet, die Verschwörer handelten nur aus persönlicher Ehre.

    Im Rollenspiel erhalten die Schülerinnen und Schüler Rollenkarten mit unterschiedlichen Motiven (z.B. moralische Verantwortung, Kriegsende, demokratische Zukunft). Fordern Sie sie auf, die Argumente der Verschwörer zu begründen und zu bewerten.

  • Während der Quellenkartei wird oft angenommen, der Widerstand sei isoliert und elitär gewesen.

    In der Quellenkartei arbeiten die Schülerinnen und Schüler mit Quellen zu Netzwerken aus Militär, Zivilisten und Kirchen. Fordern Sie sie auf, die Breite des Widerstands herauszuarbeiten und systemische Zusammenhänge zu erkennen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden