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Geschichte · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Der 17. Juni 1953 und der Mauerbau 1961

Aktives Lernen eignet sich besonders für dieses Thema, weil die Ereignisse vom 17. Juni 1953 und dem Mauerbau 1961 nicht nur historische Fakten sind, sondern tiefe emotionale und politische Dimensionen haben. Durch handlungsorientierte Methoden verstehen Schüler die Komplexität der DDR-Diktatur und die menschlichen Schicksale hinter den Daten konkret.

KMK BildungsstandardsOrientierungskompetenzSachkompetenz
25–45 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Forschungskreis45 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Ursachen des 17. Juni

Schüler untersuchen in Gruppen verschiedene Quellen: Normerhöhungen, politische Unzufriedenheit und die Rolle des Rundfunks (RIAS). Sie erstellen ein Ursachen-Wirkungs-Diagramm an der Tafel, um die Eskalation des Aufstands nachzuvollziehen.

Warum scheiterte der Volksaufstand in der DDR?

ModerationstippBei der Collaborative Investigation zu den Ursachen des 17. Juni 1953 stellen Sie sicher, dass Gruppen unterschiedliche Quellen analysieren, um ein vollständiges Bild der sozialen und politischen Spannungen zu erhalten.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karteikarte mit einer der beiden Schlüsselbegriffe: '17. Juni 1953' oder 'Mauerbau 1961'. Sie sollen auf der Rückseite eine kurze Erklärung (2-3 Sätze) verfassen, warum dieses Ereignis eine Zäsur darstellt und welche Hauptakteure beteiligt waren.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 02

Museumsgang40 Min. · Kleingruppen

Museumsgang: Reaktionen auf den Mauerbau

An Stationen werden Zitate von Kennedy, Ulbricht, Adenauer und einfachen Berlinern ausgehängt. Die Schüler analysieren die unterschiedlichen Perspektiven und bewerten die Handlungsspielräume der Akteure in dieser Krisensituation.

War der Mauerbau aus Sicht der SED-Führung alternativlos?

ModerationstippBeim Gallery Walk zum Mauerbau 1961 achten Sie darauf, dass die Schüler nicht nur Bilder betrachten, sondern auch die dazugehörigen Texte im Kontext der jeweiligen Perspektive diskutieren.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage in Kleingruppen: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Bürger Berlins im Sommer 1961. Welche Argumente würden Sie für oder gegen den Bau einer Mauer anführen, um die Stadt zu trennen? Diskutieren Sie die unterschiedlichen Perspektiven.' Sammeln Sie die wichtigsten Argumente im Plenum.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
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Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): War die Mauer 'alternativlos'?

Die Lernenden setzen sich mit der Argumentation der SED (Antifaschistischer Schutzwall) und der wirtschaftlichen Notlage der DDR auseinander. In Paaren diskutieren sie, ob es aus Sicht der DDR-Führung andere Wege gegeben hätte, den Kollaps zu verhindern.

Wie veränderte die Mauer das Leben der Menschen in Ost und West?

ModerationstippBeim Think-Pair-Share zur Alternativlosigkeit der Mauer fordern Sie die Schüler auf, ihre Argumente mit Belegen aus den vorangegangenen Quellen zu untermauern.

Worauf zu achten istTeilen Sie Arbeitsblätter aus, auf denen kurze Zitate von Zeitzeugen oder Auszüge aus historischen Dokumenten zum 17. Juni 1953 und zum Mauerbau stehen. Die Schüler ordnen diese Zitate dem jeweiligen Ereignis zu und begründen kurz ihre Wahl.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
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Vorlagen

Vorlagen, die zu diesen Geschichte-Aktivitäten passen

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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte betonen die Bedeutung von Perspektivwechsel und Quellenarbeit, um die emotionale und politische Tragweite dieser Ereignisse zu erfassen. Vermeiden Sie eine rein faktenorientierte Darstellung. Nutzen Sie Zeitzeugenberichte und originale Dokumente, um die Ereignisse greifbar zu machen. Forschung zeigt, dass Schüler durch emotionale Betroffenheit nachhaltiger lernen und die Mechanismen von Diktaturen besser verstehen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass Schüler die politischen Strukturen der SED-Diktatur erklären und die Handlungsmöglichkeiten der Beteiligten kritisch einordnen können. Sie erkennen die langfristigen Folgen dieser Ereignisse für Deutschland und Europa und argumentieren historisch fundiert.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Collaborative Investigation zu den Ursachen des 17. Juni 1953 denken einige Schüler, der Aufstand sei nur ein Arbeiterprotest wegen höherer Arbeitsnormen.

    Während der Collaborative Investigation verteilen Sie originale Flugblätter aus dem Juni 1953. Die Schüler analysieren darin die politischen Forderungen und erkennen, wie schnell sich der Protest ausweitete. Fordern Sie sie auf, die Forderungen in eine Tabelle einzutragen und zu bewerten, welche Ziele sich aus den sozialen Beschwerden entwickelten.

  • Während der Think-Pair-Share-Diskussion zur Alternativlosigkeit des Mauerbaus 1961 behaupten Schüler, die Westmächte hätten die Mauer militärisch verhindern können.

    Während der Think-Pair-Share-Diskussion stellen Sie den Schülern die 'Three Essentials' Kennedys vor. Die Schüler werten in Kleingruppen diplomatische Dokumente aus und diskutieren, warum ein militärisches Eingreifen unrealistisch war. Jede Gruppe präsentiert ein Argument, das gegen die Alternativlosigkeit spricht.


In dieser Übersicht verwendete Methoden