Skip to content
Geographie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Metropolisierung und Marginalisierung

Aktive Lernformen eignen sich besonders gut, um die komplexen Zusammenhänge von Metropolisierung und Marginalisierung greifbar zu machen. Die Schülerinnen und Schüler erleben die Perspektiven der Betroffenen direkt durch Rollenspiele und Fallanalysen und erkennen so die menschliche Dimension hinter abstrakten Prozessen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - RaumorientierungKMK: Sekundarstufe I - Fachwissen
20–40 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Museumsgang30 Min. · Kleingruppen

Museumsgang: Gesichter der Megastadt

An Stationen werden Bilder und Karten von Städten wie Mumbai, Lagos und São Paulo gezeigt. Schüler analysieren die Gegensätze zwischen Gated Communities und Favelas und notieren Beobachtungen zu Infrastruktur und Lebensqualität.

Was zieht Menschen trotz widriger Bedingungen in die Slums der Megastädte?

ModerationstippLassen Sie beim Gallery Walk bewusst Kontraste entstehen, indem Sie gegenüberliegende Bilder (z.B. Reichtums- und Armutsviertel) auswählen, um räumliche Segregation direkt erfahrbar zu machen.

Worauf zu achten istDie Schüler erhalten eine Karte einer fiktiven Megastadt mit eingezeichneten Luxusvierteln und informellen Siedlungen. Sie sollen auf der Karte zwei konkrete Orte markieren und jeweils eine kurze Begründung geben, warum diese Orte typisch für Metropolisierung bzw. Marginalisierung sind.

VerstehenAnwendenAnalysierenErschaffenBeziehungsfähigkeitSozialbewusstsein
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 02

Rollenspiel40 Min. · Kleingruppen

Rollenspiel: Die Ankunft in der Stadt

Schüler nehmen verschiedene Rollen ein: Ein Landflüchtling, ein Stadtplaner und ein Fabrikbesitzer. Sie diskutieren in einer fiktiven Stadtratssitzung über den Bau neuer Unterkünfte vs. die Räumung informeller Siedlungen.

Wie unterscheidet sich die Urbanisierung in Europa von der in Schwellenländern?

ModerationstippIm Rollenspiel 'Die Ankunft in der Stadt' achten Sie darauf, dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur Klischees reproduzieren, sondern gezielt die Push-Faktoren aus den vorangegangenen Materialien einbeziehen.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei Hauptgründe ziehen Menschen trotz der oft schlechten Lebensbedingungen in die Slums von Megastädten?' Lassen Sie die Schüler ihre Antworten auf Kärtchen schreiben und dann in Kleingruppen diskutieren, welche Gründe am häufigsten genannt werden und warum.

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Aktivität 03

Ich-Du-Wir (Denken-Austauschen-Vorstellen): Warum ziehen sie dorthin?

Die Schüler sammeln einzeln Gründe für den Umzug in eine Megastadt trotz schlechter Bedingungen. Im Paar-Austausch ordnen sie diese in Push- und Pull-Faktoren und präsentieren ihre Top-3-Gründe der Klasse.

Welche sozialen Spannungen entstehen durch die räumliche Nähe von Luxusvierteln und Elendsquartieren?

ModerationstippBeim Think-Pair-Share 'Warum ziehen sie dorthin?' fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, ihre Argumente mit konkreten Beispielen aus den Fallstudien zu untermauern.

Worauf zu achten istZeigen Sie zwei Bilder: eines von einem wohlhabenden Stadtteil und eines von einer informellen Siedlung in derselben Stadt. Bitten Sie die Schüler, drei Unterschiede in Bezug auf Infrastruktur und Wohnqualität zu benennen und zu erklären, wie diese Unterschiede mit dem Konzept der räumlichen Segregation zusammenhängen.

VerstehenAnwendenAnalysierenSelbstwahrnehmungBeziehungsfähigkeit
Komplette Unterrichtsstunde erstellen

Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Dieses Thema erfordert einen multiperspektivischen Zugang. Vermeiden Sie eine eindimensionale Darstellung von Slums als nur problembehaftet. Stattdessen sollten Sie gezielt die Widerstandsfähigkeit und Innovationskraft der Bewohnerinnen und Bewohner hervorheben. Aktuelle Forschung zeigt, dass Schülerinnen und Schüler durch narrative Zugänge – etwa Lebensgeschichten von Migrantinnen und Migranten – nachhaltiger lernen als durch reine Faktenvermittlung.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler Ursachen und Folgen der Urbanisierung differenziert benennen können, die Lebensrealität in Megastädten aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und Marginalisierung nicht als Einzelschicksal, sondern als strukturelles Phänomen einordnen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während des Gallery Walks 'Gesichter der Megastadt' werden oft Slums als reine Orte der Hoffnungslosigkeit dargestellt.

    Nutzen Sie die Bilder und Beschreibungen aus dem Gallery Walk, um gezielt auf die wirtschaftlichen Aktivitäten im informellen Sektor einzugehen. Zeigen Sie Beispiele wie Straßenverkauf oder handwerkliche Produktion und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler diskutieren, wie diese Tätigkeiten die Lebensrealität prägen.

  • Während des Rollenspiels 'Die Ankunft in der Stadt' dominieren häufig Klischees über die 'Anziehungskraft der Stadt'.

    Beziehen Sie die Schülerinnen und Schüler im Nachgespräch explizit auf die vorab erarbeiteten Fallstudien (z.B. Mumbai oder São Paulo) und fragen Sie nach konkreten wirtschaftlichen oder sozialen Chancen, die die Stadt bietet – nicht nur nach der Hoffnung auf Arbeit.


In dieser Übersicht verwendete Methoden