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Geographie · Klasse 9

Ideen für aktives Lernen

Grünflächen und Stadtklima

Aktives Lernen macht das Mikroklima in Städten für Schülerinnen und Schüler greifbar, weil sie physikalische Prozesse wie Verdunstung und Schattenbildung selbst messen und an lokalen Beispielen nachvollziehen. Durch das Wechseln zwischen Stationen, dem Analysieren von Karten und dem Diskutieren von Zielkonflikten im Stadtraum entwickeln sie ein ganzheitliches Verständnis für die Bedeutung von Grünflächen.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - FachwissenKMK: Sekundarstufe I - Handlung
30–50 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse4 Aktivitäten

Aktivität 01

Concept-Mapping45 Min. · Kleingruppen

Stationenrotation: Mikroklima-Messungen

Richten Sie Stationen ein: 1. Temperatur unter Baum und auf Beton messen. 2. Verdunstung mit feuchten Tüchern testen. 3. Windströmung mit Fähnchen bei Hecken prüfen. 4. Luftfeuchtigkeit mit Hygrometern vergleichen. Gruppen rotieren alle 10 Minuten und protokollieren Daten.

Erklären Sie, wie Stadtbäume und Parks zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

ModerationstippLassen Sie die Schülerinnen und Schüler bei der Stationenrotation die Messgeräte selbst bedienen und die Ergebnisse direkt auf Plakaten festhalten, um die Handlungsorientierung zu stärken.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit zwei Begriffen: 'Hitzeinsel' und 'Grünfläche'. Sie sollen jeweils eine präzise Aussage formulieren, die den Zusammenhang zwischen beiden erklärt und eine konkrete Maßnahme zur Minderung der Hitzeinsel nennt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 02

Concept-Mapping30 Min. · Partnerarbeit

Paararbeit: Stadtplan-Analyse

Paare erhalten Karten ihrer Stadt und markieren Grünflächen. Sie notieren Vorteile für benachbarte Gebäude und schlagen Erweiterungen vor. Abschließend präsentieren sie einen Vorschlag für die Klasse.

Beurteilen Sie die Rolle von Dachbegrünung und vertikalen Gärten in der urbanen Hitzevorsorge.

ModerationstippFordern Sie die Paararbeit zur Stadtplan-Analyse auf, konkrete Grünflächen in ihrer Stadt zu markieren und deren Funktion im Klimasystem zu beschreiben.

Worauf zu achten istStellen Sie folgende Frage in den Raum: 'Welche drei Argumente würden Sie einem Stadtrat vorlegen, um die Schaffung eines neuen Parks in einem dicht bebauten Viertel zu befürworten?' Die Schülerinnen und Schüler diskutieren in Kleingruppen und präsentieren ihre stärksten Argumente.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Aktivität 03

Debatte50 Min. · Ganze Klasse

Debatte: Grünflächen vs. Bebauung

Teilen Sie die Klasse in Für- und Gegen-Gruppen. Jede Gruppe bereitet Argumente vor, basierend auf Recherche. Moderierte Debatte mit Abstimmung am Ende.

Entwickeln Sie Argumente für den Erhalt und die Schaffung von Grünflächen in dicht besiedelten Stadtteilen.

ModerationstippGeben Sie der Ganzer-Klasse-Debatte klare Rollen (z.B. Stadtplaner, Anwohner, Investor) vor, damit alle Perspektiven systematisch eingebracht werden.

Worauf zu achten istZeigen Sie ein Bild einer Stadtstraße mit und ohne Bäume. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, auf einem Arbeitsblatt die Unterschiede im Mikroklima (Temperatur, Wind, Schatten) zu notieren, die sie aufgrund der Vegetation erwarten würden.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 04

Concept-Mapping40 Min. · Einzelarbeit

Individuelle Modellierung: Dachgrün-Effekt

Schüler bauen aus Karton und Folie Modelle von Gebäuden mit und ohne Dachbegrünung. Sie simulieren Sonne mit Lampe und messen Temperaturunterschiede mit Thermometern.

Erklären Sie, wie Stadtbäume und Parks zur Verbesserung des Mikroklimas beitragen.

ModerationstippAchten Sie bei der individuellen Modellierung darauf, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Annahmen zu Material und Bewässerung dokumentieren und die Ergebnisse im Plenum vergleichen.

Worauf zu achten istDie Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit zwei Begriffen: 'Hitzeinsel' und 'Grünfläche'. Sie sollen jeweils eine präzise Aussage formulieren, die den Zusammenhang zwischen beiden erklärt und eine konkrete Maßnahme zur Minderung der Hitzeinsel nennt.

VerstehenAnalysierenErschaffenSelbstwahrnehmungSelbststeuerung
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte beginnen mit einer kurzen Bildimpulsphase, in der die Schülerinnen und Schüler ihre Vorstellungen zu Hitzeinseln und Grünflächen sammeln. Sie vermeiden reine Frontalphasen und setzen stattdessen auf forschend-entdeckendes Lernen, bei dem die Lernenden Hypothesen entwickeln und mit Messdaten überprüfen. Wichtig ist, dass die Aktivitäten an Alltagserfahrungen anknüpfen, etwa an heißen Tagen in der Stadt oder beim Beobachten von begrünten Dächern im Wohnumfeld.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Kühlmechanismen von Grünflächen erklären, Temperaturunterschiede anhand von Messdaten interpretieren und Handlungsoptionen für klimagerechtes Bauen begründen können. Sie nutzen dabei Fachbegriffe wie Verdunstungskühlung oder Feinstaubbindung sicher und transferieren ihr Wissen auf reale Stadtplanungsfragen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Währen der Stationenrotation 'Mikroklima-Messungen' wird geäußert, Grünflächen würden nur durch Schatten kühlen.

    Nutzen Sie die gemessenen Temperaturdaten vor und nach dem Bewässern der Pflanzen und vergleichen Sie diese mit den Werten im Schatten. Fragen Sie die Gruppen gezielt: 'Wo sinkt die Temperatur stärker – unter dem Baum oder auf der bewässerten Wiese?' und lassen Sie sie die Ergebnisse in einem kurzen Protokoll festhalten.

  • Während der Paararbeit 'Stadtplan-Analyse' wird behauptet, nur große Parks seien wirksam gegen Hitzeinseln.

    Fordern Sie die Schülerinnen und Schüler auf, die Karte auf begrünte Dächer und Fassaden zu untersuchen und deren Anteil an der Gesamtfläche zu schätzen. Lassen Sie sie die Kühleffekte dieser Flächen mit denen des Parks vergleichen und in einer Tabelle gegenüberstellen.

  • Während der Ganzer-Klasse-Debatte 'Grünflächen vs. Bebauung' wird argumentiert, Grünflächen seien zu teuer und brächten keinen Nutzen.

    Verweisen Sie auf die Recherche-Ergebnisse zum Münchner Westpark und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in der Rolle als Stadtplaner konkrete Kosteneinsparungen durch Kühlung, Abwasserrückhaltung und Gesundheitskosten berechnen. Geben Sie ihnen eine Vorlage mit Beispielzahlen an die Hand.


In dieser Übersicht verwendete Methoden