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Geographie · Klasse 10 · Klimawandel und globale atmosphärische Prozesse · 1. Halbjahr

Klimafolgen: Temperaturanstieg und Extremwetter

Die Schülerinnen und Schüler untersuchen die direkten Auswirkungen des globalen Temperaturanstiegs und die Zunahme von Extremwetterereignissen.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.03KMK: STD.04

Über dieses Thema

Klimapolitik ist das Feld, auf dem wissenschaftliche Erkenntnisse auf globale Machtinteressen treffen. In der 10. Klasse analysieren Schüler die Meilensteine der internationalen Klimadiplomatie, vom Kyoto-Protokoll bis zum Pariser Abkommen. Im Fokus stehen die KMK-Standards zur politischen Gestaltung und Bewertung (STD.06, STD.07). Die Lernenden untersuchen, warum verbindliche Ziele oft schwer durchsetzbar sind und welche Rolle wirtschaftliche Interessen sowie nationale Souveränität spielen.

Ein zentrales Thema ist die Klimagerechtigkeit: Wer hat historisch am meisten emittiert und wer leidet heute am stärksten unter den Folgen? Die Schüler bewerten Instrumente wie den CO2-Zertifikatehandel und diskutieren die Verantwortung von Industrieländern gegenüber dem globalen Süden. Da Klimapolitik von Verhandlungen lebt, bietet sich dieses Thema ideal für Simulationen und Rollenspiele an, in denen Schüler die Komplexität globaler Konsensfindung selbst erleben.

Leitfragen

  1. Erklären Sie den Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und der Häufigkeit von Hitzewellen.
  2. Analysieren Sie, wie sich der Klimawandel auf die Intensität von Stürmen auswirkt.
  3. Prognostizieren Sie die regionalen Auswirkungen eines weiteren Temperaturanstiegs.

Lernziele

  • Erklären Sie den kausalen Zusammenhang zwischen steigenden globalen Durchschnittstemperaturen und der Zunahme von Hitzewellenereignissen.
  • Analysieren Sie anhand von Klimamodell-Daten, wie sich die Intensität und Häufigkeit von tropischen Wirbelstürmen durch den Klimawandel verändert.
  • Prognostizieren Sie spezifische regionale Auswirkungen eines weiteren Temperaturanstiegs von 2°C für eine ausgewählte deutsche Region (z.B. Nordseeküste, Alpenvorland).
  • Bewerten Sie die Zuverlässigkeit verschiedener Klimamodelle bei der Vorhersage von Extremwetterereignissen.

Bevor es losgeht

Grundlagen der Meteorologie: Wetter und Klima

Warum: Die Schülerinnen und Schüler müssen die grundlegenden Unterschiede zwischen Wetter und Klima verstehen, um die langfristigen Auswirkungen des Klimawandels auf Wetterphänomene einordnen zu können.

Treibhauseffekt und anthropogener Klimawandel

Warum: Ein Verständnis der Ursachen des Klimawandels ist notwendig, um die Folgen wie Temperaturanstieg und Extremwetterereignisse kausal zu erklären.

Schlüsselvokabular

HitzewelleEine Periode ungewöhnlich hoher Temperaturen, die mehrere Tage oder Wochen andauert und oft mit hoher Luftfeuchtigkeit einhergeht.
ExtremwetterereignisEin Wetterereignis, das signifikant von den durchschnittlichen Wetterbedingungen abweicht und potenziell schädliche Auswirkungen hat.
KlimamodellEin computergestütztes System, das die Wechselwirkungen in der Atmosphäre, den Ozeanen, der Landoberfläche und dem Eis simuliert, um zukünftige Klimazustände vorherzusagen.
DürreEin langanhaltender Mangel an Niederschlag, der zu Wasserknappheit führt und erhebliche Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ökosysteme hat.
StarkregenereignisEin Niederschlagsereignis, bei dem innerhalb kurzer Zeit eine sehr große Menge Regen fällt, was zu lokalen Überschwemmungen führen kann.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungSchüler glauben oft, dass internationale Abkommen wie Gesetze funktionieren, die bei Nichteinhaltung sofort bestraft werden.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Völkerrecht basiert meist auf Freiwilligkeit und diplomatischem Druck. Durch ein Rollenspiel zu Sanktionsmechanismen verstehen Schüler, warum 'Soft Law' in der Weltpolitik oft das einzige Mittel ist, um alle Staaten an einen Tisch zu bekommen.

Häufige FehlvorstellungEs herrscht die Ansicht, dass Klimaschutz nur Geld kostet und keinen wirtschaftlichen Nutzen hat.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Klimaschutz fördert Innovationen und vermeidet immense Folgeschäden. Eine Fallstudienanalyse zu 'Green Jobs' hilft Schülern, die ökonomischen Chancen der Transformation zu erkennen.

Ideen für aktives Lernen

Alle Aktivitäten ansehen

Bezüge zur Lebenswelt

  • Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) erstellen täglich Wettervorhersagen und Warnungen vor Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Starkregen, die direkt die Bevölkerung und die Landwirtschaft beeinflussen.
  • Stadtplaner in deutschen Großstädten wie Berlin oder Hamburg entwickeln Konzepte zur Anpassung an steigende Temperaturen und häufigere Hitzewellen, z.B. durch Schaffung von Grünflächen und Wasserelementen zur Kühlung.
  • Versicherungsunternehmen wie die Allianz analysieren das steigende Risiko durch Extremwetterereignisse, um ihre Tarife für Gebäude- und Elementarschäden anzupassen und neue Versicherungsprodukte zu entwickeln.

Ideen zur Lernstandserhebung

Lernstandskontrolle

Geben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit einem spezifischen Extremwetterereignis (z.B. Hitzewelle in Süddeutschland 2022, Elbehochwasser 2013). Bitten Sie sie, eine Ursache im Kontext des Klimawandels zu nennen und eine mögliche Auswirkung auf die Region zu beschreiben.

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche drei konkreten Maßnahmen könnten Kommunen in Deutschland ergreifen, um sich auf die prognostizierten Folgen eines weiteren Temperaturanstiegs vorzubereiten?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und die Ergebnisse im Plenum vorstellen.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie eine Grafik, die den Zusammenhang zwischen globaler Durchschnittstemperatur und der Häufigkeit von Hitzetagen darstellt. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Grafik zu interpretieren und eine kurze schriftliche Erklärung des beobachteten Trends zu verfassen.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das wichtigste Ziel des Pariser Abkommens?
Das Hauptziel ist es, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad, idealerweise auf 1,5 Grad Celsius gegenüber vorindustriellen Werten zu begrenzen. Dazu müssen alle Staaten nationale Klimaschutzbeiträge einreichen und diese alle fünf Jahre verschärfen.
Warum ist Klimagerechtigkeit so umstritten?
Industrieländer haben durch ihre frühe Industrialisierung den Großteil des CO2 in der Atmosphäre verursacht. Entwicklungsländer fordern daher finanzielle Unterstützung für den Klimaschutz und die Anpassung an Schäden, die sie selbst kaum verursacht haben. Dieser Konflikt prägt fast jede Klimakonferenz.
Wie funktioniert der Emissionshandel?
Der Staat legt eine Obergrenze für CO2-Emissionen fest und gibt Zertifikate aus. Wer viel ausstößt, muss Zertifikate kaufen; wer wenig ausstößt, kann sie verkaufen. Dies schafft einen finanziellen Anreiz für Unternehmen, in saubere Technologien zu investieren.
Warum ist ein schülerzentrierter Ansatz in der Klimapolitik wichtig?
Politik wirkt oft abstrakt und weit weg. Durch Simulationen wie eine UN-Konferenz erfahren Schüler am eigenen Leib, wie schwierig Kompromisse sind. Sie lernen, Perspektiven zu wechseln und komplexe Interessenlagen zu durchschauen. Das fördert nicht nur das Fachwissen, sondern auch die demokratische Handlungsfähigkeit und Ambiguitätstoleranz.