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Geographie · Klasse 10

Ideen für aktives Lernen

Klimafolgen: Temperaturanstieg und Extremwetter

Aktives Lernen funktioniert bei diesem Thema besonders gut, weil die Schülerinnen und Schüler komplexe Zusammenhänge zwischen Wissenschaft, Politik und Wirtschaft selbst erleben und analysieren müssen. Durch Rollenspiele und Debatten verstehen sie, warum Klimapolitik so schwer umsetzbar ist und welche Interessen hinter globalen Entscheidungen stehen.

KMK BildungsstandardsKMK: STD.03KMK: STD.04
45–120 Min.Partnerarbeit → Ganze Klasse3 Aktivitäten

Aktivität 01

Planspiel120 Min. · Ganze Klasse

Planspiel: UN-Klimakonferenz (COP)

Schüler schlüpfen in die Rollen von Delegierten verschiedener Staaten (USA, China, Tuvalu, Deutschland). Sie müssen ein gemeinsames Ziel zur Emissionsminderung aushandeln, wobei sie ihre nationalen Wirtschaftsinteressen und die Klimaziele in Einklang bringen müssen.

Erklären Sie den Zusammenhang zwischen globaler Erwärmung und der Häufigkeit von Hitzewellen.

ModerationstippIn der Simulation der UN-Klimakonferenz sollten Sie als Lehrkraft klare Rollenprofile vorgeben, um die Diskussion zu strukturieren und allen Schülerinnen und Schülern eine aktive Beteiligung zu ermöglichen.

Worauf zu achten istGeben Sie den Schülerinnen und Schülern eine Karte mit einem spezifischen Extremwetterereignis (z.B. Hitzewelle in Süddeutschland 2022, Elbehochwasser 2013). Bitten Sie sie, eine Ursache im Kontext des Klimawandels zu nennen und eine mögliche Auswirkung auf die Region zu beschreiben.

AnwendenAnalysierenBewertenErschaffenSozialbewusstseinEntscheidungsfähigkeit
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Aktivität 02

Forschungskreis60 Min. · Kleingruppen

Forschungskreis: Das 1,5-Grad-Ziel

In Kleingruppen untersuchen Schüler die nationalen Klimaschutzpläne (NDCs) verschiedener Länder. Sie vergleichen, ob diese Pläne ausreichen, um das Pariser Abkommen zu erfüllen, und visualisieren die 'Lücke' zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf einem Zeitstrahl.

Analysieren Sie, wie sich der Klimawandel auf die Intensität von Stürmen auswirkt.

ModerationstippBei der Fallstudie zum 1,5-Grad-Ziel ist es wichtig, den Schülerinnen und Schülern konkrete Datenquellen (z.B. IPCC-Berichte) an die Hand zu geben, um ihre Analyse fundiert zu gestalten.

Worauf zu achten istStellen Sie die Frage: 'Welche drei konkreten Maßnahmen könnten Kommunen in Deutschland ergreifen, um sich auf die prognostizierten Folgen eines weiteren Temperaturanstiegs vorzubereiten?' Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler in Kleingruppen diskutieren und die Ergebnisse im Plenum vorstellen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungSelbstwahrnehmung
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Aktivität 03

Debatte45 Min. · Ganze Klasse

Debatte: CO2-Steuer vs. Zertifikatehandel

Zwei Teams bereiten Argumente für unterschiedliche politische Steuerungsinstrumente vor. Sie diskutieren vor der Klasse über Effektivität, soziale Gerechtigkeit und bürokratischen Aufwand, während die restlichen Schüler als 'Jury' die Überzeugungskraft bewerten.

Prognostizieren Sie die regionalen Auswirkungen eines weiteren Temperaturanstiegs.

ModerationstippFühren Sie die Debatte zur CO2-Steuer vs. Zertifikatehandel mit einer klaren Pro- und Kontra-Liste ein, damit die Schülerinnen und Schüler ihre Argumente systematisch aufbauen können.

Worauf zu achten istZeigen Sie eine Grafik, die den Zusammenhang zwischen globaler Durchschnittstemperatur und der Häufigkeit von Hitzetagen darstellt. Bitten Sie die Schülerinnen und Schüler, die Grafik zu interpretieren und eine kurze schriftliche Erklärung des beobachteten Trends zu verfassen.

AnalysierenBewertenErschaffenSelbststeuerungEntscheidungsfähigkeit
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Einige Hinweise zum Unterrichten dieser Einheit

Erfahrene Lehrkräfte setzen bei diesem Thema auf problemorientiertes Lernen, weil die Schülerinnen und Schüler so die Komplexität von Klimapolitik hautnah erleben. Vermeiden Sie reine Frontalunterrichtseinheiten, sondern nutzen Sie diskursive Formate wie Debatten und Rollenspiele. Aktuelle Beispiele aus den Medien helfen, den Bezug zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler herzustellen und die Relevanz des Themas zu unterstreichen.

Erfolgreiches Lernen zeigt sich darin, dass die Schülerinnen und Schüler die Mechanismen internationaler Klimapolitik erklären können, wirtschaftliche und politische Interessen gegeneinander abwägen und konkrete Handlungsoptionen für den Klimaschutz entwickeln. Sie erkennen, dass Klimaziele nicht automatisch zu verbindlichen Gesetzen führen.


Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

  • Während der Simulation der UN-Klimakonferenz (COP) glauben einige Schüler, dass internationale Abkommen wie Gesetze funktionieren, die bei Nichteinhaltung sofort bestraft werden.

    Gehen Sie während der Simulation explizit auf die Mechanismen von 'Soft Law' ein und lassen Sie die Schülerinnen und Schüler diskutieren, warum verbindliche Sanktionen in der internationalen Klimapolitik selten sind und wie diplomatischer Druck stattdessen wirkt.

  • Während der Collaborative Investigation zum 1,5-Grad-Ziel herrscht die Ansicht, dass Klimaschutz nur Geld kostet und keinen wirtschaftlichen Nutzen hat.

    Nutzen Sie die Fallstudie zu 'Green Jobs', um den Schülerinnen und Schülern konkrete Beispiele für wirtschaftliche Chancen des Klimaschutzes zu zeigen und lassen Sie sie in Kleingruppen diskutieren, wie diese Innovationen Arbeitsplätze schaffen.


In dieser Übersicht verwendete Methoden