Problemorientiertes Lernen

Problemorientiertes Lernen

Bearbeitung offener Problemstellungen ohne vorgegebene Lösungen

3560 min1232 Schüler:innenGruppentische mit Zugang zu Recherchequellen

Auf einen Blick

Dauer

3560 min

Gruppengröße

1232 Schüler:innen

Raumgestaltung

Gruppentische mit Zugang zu Recherchequellen

Materialien

  • Dokumentation des Problemszenarios
  • KWL-Tabelle (Wissen, Wollen, Lernen) oder Inquiry-Framework
  • Ressourcenpool / Handapparat
  • Vorlage für die Ergebnispräsentation

Bloom’sche Taxonomie

AnalysierenEvaluierenErschaffen

Kompetenzen für Soziales und Emotionales Lernen

Verantwortungsvolle EntscheidungsfindungSelbstmanagementBeziehungsfähigkeit

Was ist Problemorientiertes Lernen?

Problembasiertes Lernen (PBL) ist eine schülerzentrierte Unterrichtsstrategie, bei der Lernende Wissen und Problemlösekompetenzen entwickeln, indem sie komplexe, reale Herausforderungen bearbeiten. Die Methode funktioniert, indem sie die Lehrkraft vom Wissensvermittler zum Facilitator macht und kognitive Dissonanz nutzt, um intrinsische Motivation und tiefes konzeptionelles Verständnis zu fördern. Im Gegensatz zu traditionellen Modellen beginnt PBL mit dem Problem statt mit einem Vortrag. Dies zwingt die Schüler dazu, zu identifizieren, was sie bereits wissen und was sie noch lernen müssen, um eine Lösung zu finden. Diese Methodik ist hochwirksam, da sie die berufliche Praxis widerspiegelt und von den Schülern verlangt, multidisziplinäres Wissen in einem kollaborativen Umfeld anzuwenden. Durch die Einbettung des Lernens in authentische Kontexte verbessert PBL die langfristige Behaltensleistung und den Transfer von Fähigkeiten auf neue Situationen. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Schüler zwar anfangs mit der Ungewissheit des Prozesses kämpfen, die daraus resultierenden Gewohnheiten des selbstgesteuerten Lernens jedoch zu überlegenen kritischen Denkweisen und metakognitiven Fähigkeiten führen. Letztlich verwandelt PBL das Klassenzimmer in ein Labor der Untersuchung, in dem der Entdeckungsprozess ebenso wertvoll ist wie die endgültige Lösung.

Ideal für

Komplexe realitätsnahe SzenarienFörderung von Recherche- und AnalysekompetenzenStärkung der AmbiguitätstoleranzFächerübergreifendes Denken

Anwendungszeitpunkt

Altersstufen

Kl. 1–2Kl. 3–5Kl. 6–8Kl. 9–12

Eignung nach Fach

MathematikDeutschNaturwissenschaftenGeschichte/SozialkundeSoziales und Emotionales LernenKunst

Durchführung von Problemorientiertes Lernen

1

Ein „schlecht strukturiertes“ Problem präsentieren

Führen Sie ein komplexes, reales Szenario ein, das keine eindeutige richtige Antwort hat, um die Neugier der Schüler zu wecken und Wissenslücken aufzudecken.

2

Eine „Need-to-Know“-Liste erstellen

Moderieren Sie ein Brainstorming, bei dem die Schüler kategorisieren, was sie bereits wissen, was sie herausfinden müssen und welche ersten Hypothesen sie haben.

3

Rollen zuweisen und Gruppen bilden

Organisieren Sie die Schüler in kleinen Teams und weisen Sie spezifische Rollen zu (z. B. Forscher, Protokollant, Moderator), um die individuelle Verantwortlichkeit sicherzustellen.

4

Eigenständige Recherche durchführen

Ermöglichen Sie den Zugang zu Ressourcen und geben Sie den Schülern Zeit, die Wissensfragen zu untersuchen sowie Daten zu sammeln, um ihre Hypothesen zu stützen oder zu widerlegen.

5

Synthetisieren und Iterieren

Bringen Sie die Teams wieder zusammen, um Ergebnisse auszutauschen, ursprüngliche Ideen neu zu bewerten und die Problemlösestrategie basierend auf neuen Erkenntnissen zu verfeinern.

6

Die vorgeschlagene Lösung präsentieren

Lassen Sie die Gruppen ihre Ergebnisse und Lösungen vor einem authentischen Publikum präsentieren, wobei sie ihre Argumentation verteidigen und auf mögliche Gegenargumente eingehen.

7

Metakognitive Reflexion anleiten

Leiten Sie eine Nachbesprechung, in der die Schüler über ihren Lernprozess, die Effektivität ihrer Zusammenarbeit und ihre zukünftige Herangehensweise an ähnliche Probleme reflektieren.

Forschungsergebnisse

Hmelo-Silver, C. E.

2004 · Educational Psychology Review, 16(3), 235-266

PBL hilft Schülern durch angeleitete Untersuchung dabei, flexibles Wissen, effektive Problemlösefähigkeiten, selbstgesteuertes Lernen und Kompetenzen zur Zusammenarbeit zu entwickeln.

Walker, A., Leary, H.

2009 · Interdisciplinary Journal of Problem-Based Learning, 3(1), 12-43

Die Meta-Analyse ergab, dass PBL-Schüler bei der Bewertung der klinischen Leistung und der langfristigen Wissensspeicherung konsistent besser abschneiden als traditionell unterrichtete Schüler.

Strobel, J., van Barneveld, A.

2009 · Interdisciplinary Journal of Problem-Based Learning, 3(1), 44-58

PBL ist für die langfristige Wissensspeicherung und die Entwicklung beruflicher Kompetenzen signifikant effektiver als traditioneller Unterricht.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der Unterschied zwischen problembasiertem und projektbasiertem Lernen?
Problembasiertes Lernen konzentriert sich auf den Prozess der Lösung eines spezifischen, oft unstrukturierten Problems, während projektbasiertes Lernen auf die Erstellung eines Endprodukts ausgerichtet ist. Bei PBL ist das Problem das primäre Mittel zum Erlernen neuer Inhalte, während Projekte oft als abschließende Anwendung bereits gelernter Inhalte dienen.
Wie bewerte ich Schüler in einer problembasierten Lernumgebung?
Die Bewertung sollte vielseitig sein und sowohl die endgültige Lösung als auch den kollaborativen Prozess durch Rubriken und Selbstreflexion erfassen. Lehrkräfte sollten formative Assessments wie „Need-to-Know“-Listen und Peer-Feedback nutzen, um den Fortschritt zu überwachen.
Welche Vorteile bietet problembasiertes Lernen für Schüler?
PBL steigert das Engagement und entwickelt essenzielle Kompetenzen des 21. Jahrhunderts wie kritisches Denken, Teamarbeit und selbstgesteuerte Recherche. Es schließt die Lücke zwischen Theorie und Praxis und stellt sicher, dass Schüler das „Warum“ hinter dem Lehrplan durch reale Anwendung verstehen.
Wie führe ich die Klassenregie während des problembasierten Lernens?
Effektives Management erfordert klare Gruppennormen und strukturierte Hilfestellungen wie Untersuchungsprotokolle oder Zeitpläne. Die Lehrkraft muss ständig präsent sein und eher sondierende Fragen stellen, anstatt direkte Antworten zu geben, um den schülerzentrierten Charakter der Arbeit zu wahren.
Ist problembasiertes Lernen für alle Klassenstufen effektiv?
PBL ist am effektivsten ab der späten Grundschule bis hin zur Universität, da die Schüler hier über die nötigen Lese- und Selbstregulationskompetenzen verfügen. Für jüngere Schüler (K-2) erfordert das Modell deutlich mehr Unterstützung durch die Lehrkraft und kürzere, konkretere Problemszenarien.

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