Internationale Klimakonferenzen und Abkommen
Die Schülerinnen und Schüler verfolgen die Entwicklung der internationalen Klimapolitik von Kyoto bis Paris.
Über dieses Thema
Internationale Klimakonferenzen und Abkommen bilden einen zentralen Bestandteil der globalen Klimapolitik. Schülerinnen und Schüler in der 10. Klasse verfolgen die Entwicklung von der UN-Klimakonferenz in Rio 1992 über das Kyoto-Protokoll von 1997 bis zum Pariser Abkommen von 2015. Sie vergleichen die verbindlichen Emissionsreduktionsziele und Mechanismen wie Emissionshandel im Kyoto-Protokoll mit den nationalen Beiträgen und der Flexibilität des Pariser Abkommens. Diese Abfolge zeigt, wie multilaterale Verhandlungen auf wissenschaftliche Erkenntnisse zu Klimawandel reagieren.
Im Kontext der KMK-Standards STD.06 und STD.07 fördert das Thema Kompetenzen in der Analyse globaler Vernetzungen und der Bewertung politischer Prozesse. Schülerinnen und Schüler analysieren Umsetzungsherausforderungen wie unterschiedliche nationale Interessen, fehlende Sanktionen und die Rolle von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) bei der Einflussnahme durch Lobbyarbeit und Öffentlichkeitsarbeit. So entsteht ein Verständnis für die Komplexität internationaler Kooperation.
Aktives Lernen eignet sich hervorragend für dieses Thema, da Rollenspiele und Debatten abstrakte Verhandlungen erlebbar machen. Schülerinnen und Schüler übernehmen Rollen von Staaten oder NGOs, argumentieren Positionen und erleben Kompromissfindung direkt. Solche Methoden vertiefen kritisches Denken und machen Zusammenhänge zwischen Politik und Klimawandel greifbar.
Leitfragen
- Vergleichen Sie die Ziele und Mechanismen des Kyoto-Protokolls und des Pariser Abkommens.
- Analysieren Sie die Herausforderungen bei der Umsetzung globaler Klimaziele.
- Bewerten Sie die Rolle von Nichtregierungsorganisationen in Klimaverhandlungen.
Lernziele
- Vergleichen Sie die Hauptziele und Kernmechanismen des Kyoto-Protokolls und des Pariser Abkommens hinsichtlich ihrer Emissionsreduktionsstrategien.
- Analysieren Sie die spezifischen Herausforderungen bei der Umsetzung globaler Klimaziele, indem Sie nationale Interessen und Durchsetzungsmechanismen untersuchen.
- Bewerten Sie die unterschiedlichen Rollen und Einflussmöglichkeiten von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) in den Verhandlungsphasen internationaler Klimakonferenzen.
- Erläutern Sie die historische Entwicklung der internationalen Klimapolitik von den Anfängen bis zum Pariser Abkommen unter Berücksichtigung wichtiger Meilensteine.
- Klassifizieren Sie die verschiedenen Verhandlungsstrategien und Kompromissfindungen, die auf Klimakonferenzen angewendet werden.
Bevor es losgeht
Warum: Ein grundlegendes Verständnis der Ursachen und Folgen des Klimawandels ist notwendig, um die Notwendigkeit internationaler Abkommen nachvollziehen zu können.
Warum: Grundkenntnisse über die Funktionsweise internationaler Organisationen wie der UN und die Prinzipien der internationalen Zusammenarbeit sind hilfreich für das Verständnis von Verhandlungsprozessen.
Schlüsselvokabular
| Kyoto-Protokoll | Ein internationales Abkommen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, das 1997 verabschiedet wurde und verbindliche Ziele für Industrieländer festlegte. |
| Pariser Abkommen | Ein rechtsverbindliches internationales Abkommen, das 2015 geschlossen wurde und darauf abzielt, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius, vorzugsweise auf 1,5 Grad Celsius, gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen. |
| Nationale Emissionsbeiträge (NDCs) | Von jedem Land im Rahmen des Pariser Abkommens festgelegte Ziele zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen, die regelmäßig überprüft und aktualisiert werden sollen. |
| Emissionshandel | Ein marktwirtschaftliches Instrument, bei dem ein Höchstmaß für Emissionen festgelegt wird und Unternehmen Emissionszertifikate handeln können, um Kosten für die Emissionsreduzierung zu senken. |
| Klimagerechtigkeit | Ein Konzept, das die ungleiche Verteilung der Auswirkungen des Klimawandels und die unterschiedliche Verantwortung von Staaten und Bevölkerungsgruppen betont, insbesondere im Hinblick auf Entwicklungsländer. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungDas Kyoto-Protokoll war effektiver als das Pariser Abkommen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Kyoto setzte verbindliche Ziele für Industrieländer, scheiterte aber an US-Auszug und fehlender Beteiligung Chinas. Paris fördert freiwillige nationale Pläne mit regelmäßigen Überprüfungen. Aktive Vergleichstabellen in Gruppen helfen, Mechanismen und Erfolgsfaktoren klar zu unterscheiden.
Häufige FehlvorstellungInternationale Abkommen sind rechtlich bindend für alle Länder.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele Ziele sind freiwillig, Sanktionen fehlen oft. Das führt zu Umsetzungslücken. Rollenspiele zeigen, wie nationale Souveränität Verhandlungen beeinflusst, und fördern Diskussionen über Durchsetzbarkeit.
Häufige FehlvorstellungNGOs haben keinen echten Einfluss auf Klimakonferenzen.
Was Sie stattdessen lehren sollten
NGOs mobilisieren Öffentlichkeit und drängen Staaten zu Kompromissen. Beispiele wie Fridays for Future wirken indirekt. Recherchen in Paaren machen konkrete Fälle sichtbar und stärken Bewertungskompetenz.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenTimeline-Bau: Kyoto bis Paris
Gruppen sammeln Daten zu Konferenzen, Zielen und Ergebnissen von Kyoto bis Paris. Sie erstellen eine interaktive Timeline mit Post-its oder digitalen Tools und präsentieren Meilensteine. Abschließend diskutieren sie Entwicklungen in der Klasse.
Rollenspiel: Klimaverhandlungen
Teilen Sie Rollen wie Vertreter von EU, USA, China und NGOs zu. Gruppen bereiten Positionen vor, verhandeln in Runden und erarbeiten ein Abkommen. Reflexion erfolgt durch Peer-Feedback.
Debatte: Umsetzungsherausforderungen
Die Klasse teilt sich in Pro- und Contra-Teams zu Themen wie Sanktionen. Jede Seite hat 3 Minuten Redezeit, gefolgt von Nachfragen. Moderator leitet und fasst ab.
NGO-Recherche: Einflussfälle
Paare recherchieren eine NGO wie Greenpeace bei einer Konferenz, notieren Strategien und Erfolge. Sie erstellen Infoblätter und teilen in einer Galerie-Runde.
Bezüge zur Lebenswelt
- Diplomaten und Verhandlungsführer des Auswärtigen Amtes arbeiten auf UN-Klimakonferenzen wie der COP (Conference of the Parties) an der Ausgestaltung und Umsetzung globaler Klimaziele, oft in Abstimmung mit anderen Ministerien und internationalen Partnern.
- Mitarbeiter von Umweltorganisationen wie dem WWF oder Greenpeace nehmen als Beobachter an Klimakonferenzen teil, um Druck auf Regierungen auszuüben, wissenschaftliche Erkenntnisse zu verbreiten und die Öffentlichkeit zu informieren.
- Unternehmen im Energiesektor und in der Automobilindustrie müssen ihre Geschäftsmodelle und Produktionsprozesse an die Vorgaben internationaler Klimaschutzabkommen anpassen, was Investitionen in erneuerbare Energien und emissionsarme Technologien erfordert.
Ideen zur Lernstandserhebung
Die Schülerinnen und Schüler erhalten eine Karte mit den Namen 'Kyoto-Protokoll' und 'Pariser Abkommen'. Sie schreiben auf die Rückseite jeweils einen Satz, der ein zentrales Ziel oder einen Kernmechanismus jedes Abkommens beschreibt, und einen Satz, der eine wesentliche Gemeinsamkeit oder einen wesentlichen Unterschied hervorhebt.
Lehrkraft: 'Stellen Sie sich vor, Sie sind Teil einer Delegation bei einer Klimakonferenz. Welche drei Argumente würden Sie anführen, um die Bedeutung von verbindlichen Emissionszielen für Ihr Land zu unterstreichen, und welche zwei Kompromisse wären Sie bereit einzugehen, um eine Einigung zu erzielen?'
Die Lehrkraft nennt eine NGO (z.B. Greenpeace) und fragt: 'Welche zwei konkreten Aktionsformen könnte diese NGO nutzen, um Einfluss auf die Verhandlungen des Pariser Abkommens zu nehmen?' Die Schülerinnen und Schüler schreiben ihre Antworten auf kleine Zettel und geben sie ab.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die Hauptunterschiede zwischen Kyoto-Protokoll und Pariser Abkommen?
Welche Herausforderungen gibt es bei der Umsetzung globaler Klimaziele?
Wie hilft aktives Lernen beim Verständnis internationaler Klimapolitik?
Welche Rolle spielen NGOs in Klimaverhandlungen?
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