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Deutsch · Klasse 9 · Sprachreflexion: Varietäten und Wandel · 2. Halbjahr

Sprache und Geschlecht

Die Schülerinnen und Schüler diskutieren über geschlechtergerechte Sprache, ihre Notwendigkeit und die Herausforderungen ihrer Umsetzung.

KMK BildungsstandardsKMK: Sekundarstufe I - Sprache und Sprachgebrauch reflektierenKMK: Sekundarstufe I - Sprachliche Varietäten

Über dieses Thema

Geschlechtergerechte Sprache ist ein zentrales Thema in der Sprachreflexion, da sie den gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt und Inklusion fördert. Schülerinnen und Schüler in Klasse 9 lernen, die Notwendigkeit solcher Formulierungen zu diskutieren, Argumente für und gegen Gendersternchen oder Binnen-I zu analysieren und eigene Vorschläge zu entwickeln. Dies knüpft an KMK-Standards an, die Reflexion über Sprache und Varietäten fordern. Praktisch üben sie, wie Sprache Diskriminierung vermeidet und Vielfalt respektiert.

In der Einheit 'Sprachreflexion: Varietäten und Wandel' bearbeiten die Lernenden Key Questions wie 'Warum ist geschlechtergerechte Sprache wichtig?'. Sie untersuchen Beispiele aus Medien und Alltag, debattieren Vor- und Nachteile und erstellen inklusive Texte. So entsteht Bewusstsein für sprachliche Machtdynamiken.

Aktives Lernen bereichert dieses Thema, weil es Diskussionen und kreative Übungen ermöglicht. Dadurch internalisieren Schülerinnen und Schüler die Inhalte emotional und kognitiv, üben Argumentation und entwickeln eigene Positionen nachhaltig.

Leitfragen

  1. Warum ist geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft?
  2. Analysieren Sie die Argumente für und gegen die Verwendung von Gendersternchen oder Binnen-I.
  3. Entwickeln Sie eigene Vorschläge für eine inklusive Sprachverwendung.

Lernziele

  • Analysieren Sie die sprachlichen Strategien, die zur Darstellung von Geschlecht in verschiedenen Textsorten verwendet werden.
  • Bewerten Sie die Wirksamkeit von gendergerechten Sprachformen hinsichtlich ihrer inklusiven Wirkung und Verständlichkeit.
  • Entwickeln Sie alternative Formulierungen für stereotype geschlechtsspezifische Sprachmuster in alltäglichen Kommunikationssituationen.
  • Erklären Sie die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe der Debatte um geschlechtergerechte Sprache.

Bevor es losgeht

Sprachliche Normen und Abweichungen

Warum: Grundlegendes Verständnis dafür, was als 'normale' oder 'korrekte' Sprache gilt und wie davon abgewichen werden kann, ist notwendig, um den Wandel hin zu gendergerechter Sprache zu verstehen.

Argumentation und Debatte

Warum: Die Fähigkeit, eigene Standpunkte zu formulieren und Argumente anderer zu analysieren, ist essenziell für die Diskussion der Vor- und Nachteile geschlechtergerechter Sprache.

Schlüsselvokabular

GendersternchenEin Sonderzeichen (z.B. *), das anstelle von Endungen wie -er und -in verwendet wird, um alle Geschlechter einzuschließen.
Binnen-IDie Verwendung eines Großbuchstabens 'I' innerhalb eines Wortes (z.B. LehrerInnen), um sowohl männliche als auch weibliche Formen sichtbar zu machen.
Generisches MaskulinumDie Verwendung der männlichen Form eines Substantivs, um eine Gruppe von Personen unterschiedlichen Geschlechts zu bezeichnen (z.B. 'Lehrer' für alle Lehrkräfte).
Inklusive SpracheSprachgebrauch, der darauf abzielt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder anderen Merkmalen wertzuschätzen und einzubeziehen.

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungGeschlechtergerechte Sprache ist nur eine Modeerscheinung.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Sie adressiert reale Diskriminierung und fördert Gleichberechtigung, wie KMK-Standards zur Sprachreflexion betonen.

Häufige FehlvorstellungGendersternchen erschweren das Lesen immer.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Viele Leserinnen und Leser gewöhnen sich daran, und es gibt Alternativen, die Inklusion wahren.

Häufige FehlvorstellungMännliche Formen schließen Frauen automatisch aus.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Generische Maskulina wirken exkludierend, da sie kulturell männlich konnotiert sind.

Ideen für aktives Lernen

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Bezüge zur Lebenswelt

  • Journalistinnen und Journalisten bei großen Nachrichtenagenturen wie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) müssen Richtlinien für geschlechtergerechte Sprache beachten, um eine neutrale und inklusive Berichterstattung zu gewährleisten.
  • Personalabteilungen in Unternehmen wie Siemens oder SAP entwickeln Leitfäden für interne Kommunikation und Stellenausschreibungen, um diskriminierungsfreie Sprache zu fördern und ein diverses Arbeitsumfeld zu schaffen.
  • Politikerinnen und Politiker in Parlamenten und Ministerien diskutieren und verabschieden Gesetze, in denen die Verwendung geschlechtergerechter Sprache eine Rolle spielt, beispielsweise bei der Benennung von Ämtern.

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Stellen Sie die Frage: 'Welche Argumente überzeugen Sie persönlich am meisten für oder gegen die Verwendung des Gendersternchens? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen aus dem Unterricht oder Ihrem Alltag.' Die Schülerinnen und Schüler äußern ihre Meinung und begründen diese mündlich oder schriftlich.

Lernstandskontrolle

Geben Sie jeder Schülerin und jedem Schüler eine kurze Textpassage (z.B. einen Zeitungsartikel-Auszug). Bitten Sie sie, zwei Sätze zu formulieren: 1. Identifizieren Sie mindestens eine Stelle, die nicht gendergerecht ist. 2. Schlagen Sie eine gendergerechte Alternative vor und erklären Sie kurz, warum diese besser passt.

Kurze Überprüfung

Zeigen Sie verschiedene Satzbeispiele (z.B. 'Alle Bürger sind aufgerufen...', 'Der Patient muss...', 'Die Studierenden haben...'). Bitten Sie die Lernenden, auf einem Zettel 'Ja' zu schreiben, wenn der Satz gendergerecht ist, und 'Nein' mit einem Verbesserungsvorschlag, wenn nicht. Sammeln Sie die Zettel zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.

Häufig gestellte Fragen

Warum ist geschlechtergerechte Sprache in der Gesellschaft wichtig?
Sie spiegelt den Wandel zu mehr Gleichberechtigung wider und vermeidet unbewusste Diskriminierung. Schülerinnen und Schüler lernen, wie Sprache Identitäten formt und Inklusion stärkt. Durch Analyse von Argumenten verstehen sie Herausforderungen der Umsetzung und entwickeln eigene Strategien. Dies entspricht KMK-Standards zur Reflexion sprachlicher Varietäten und bereitet auf gesellschaftliche Debatten vor. (62 Wörter)
Wie analysiert man Argumente für und gegen Gendersternchen?
Man sammelt Pro-Argumente wie Inklusion und Anti-Argumente wie Lesbarkeit. In Diskussionen wägt man Vor- und Nachteile ab, prüft Beispiele aus Medien. Schülerinnen und Schüler bewerten empirische Studien zur Verständlichkeit. So entsteht eine fundierte Haltung, die KMK-Ziele zur Sprachreflexion erfüllt. (58 Wörter)
Was sind Strategien für eigene Vorschläge inklusiver Sprache?
Schülerinnen und Schüler testen Paarformen, Alternativen wie 'Mitarbeitende' oder Aufzählungen. Sie schreiben Texte und lassen sie von Peers prüfen. Dies fördert Kreativität und praktische Anwendung, passend zu Standards über Sprachgebrauch. (52 Wörter)
Warum ist aktives Lernen bei diesem Thema vorteilhaft?
Aktives Lernen wie Debatten und Rollenspiele lässt Schülerinnen und Schüler Themen emotional erleben und eigene Positionen bilden. Es stärkt Argumentationsfähigkeiten und Reflexion, statt passivem Vortrag. Dadurch bleibt Wissen nachhaltig, und KMK-Standards zu Varietäten werden praxisnah umgesetzt. Gruppenarbeit fördert gegenseitigen Respekt. (68 Wörter)

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