Sprache und Geschlecht
Die Schülerinnen und Schüler diskutieren über geschlechtergerechte Sprache, ihre Notwendigkeit und die Herausforderungen ihrer Umsetzung.
Über dieses Thema
Geschlechtergerechte Sprache ist ein zentrales Thema in der Sprachreflexion, da sie den gesellschaftlichen Wandel widerspiegelt und Inklusion fördert. Schülerinnen und Schüler in Klasse 9 lernen, die Notwendigkeit solcher Formulierungen zu diskutieren, Argumente für und gegen Gendersternchen oder Binnen-I zu analysieren und eigene Vorschläge zu entwickeln. Dies knüpft an KMK-Standards an, die Reflexion über Sprache und Varietäten fordern. Praktisch üben sie, wie Sprache Diskriminierung vermeidet und Vielfalt respektiert.
In der Einheit 'Sprachreflexion: Varietäten und Wandel' bearbeiten die Lernenden Key Questions wie 'Warum ist geschlechtergerechte Sprache wichtig?'. Sie untersuchen Beispiele aus Medien und Alltag, debattieren Vor- und Nachteile und erstellen inklusive Texte. So entsteht Bewusstsein für sprachliche Machtdynamiken.
Aktives Lernen bereichert dieses Thema, weil es Diskussionen und kreative Übungen ermöglicht. Dadurch internalisieren Schülerinnen und Schüler die Inhalte emotional und kognitiv, üben Argumentation und entwickeln eigene Positionen nachhaltig.
Leitfragen
- Warum ist geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft?
- Analysieren Sie die Argumente für und gegen die Verwendung von Gendersternchen oder Binnen-I.
- Entwickeln Sie eigene Vorschläge für eine inklusive Sprachverwendung.
Lernziele
- Analysieren Sie die sprachlichen Strategien, die zur Darstellung von Geschlecht in verschiedenen Textsorten verwendet werden.
- Bewerten Sie die Wirksamkeit von gendergerechten Sprachformen hinsichtlich ihrer inklusiven Wirkung und Verständlichkeit.
- Entwickeln Sie alternative Formulierungen für stereotype geschlechtsspezifische Sprachmuster in alltäglichen Kommunikationssituationen.
- Erklären Sie die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe der Debatte um geschlechtergerechte Sprache.
Bevor es losgeht
Warum: Grundlegendes Verständnis dafür, was als 'normale' oder 'korrekte' Sprache gilt und wie davon abgewichen werden kann, ist notwendig, um den Wandel hin zu gendergerechter Sprache zu verstehen.
Warum: Die Fähigkeit, eigene Standpunkte zu formulieren und Argumente anderer zu analysieren, ist essenziell für die Diskussion der Vor- und Nachteile geschlechtergerechter Sprache.
Schlüsselvokabular
| Gendersternchen | Ein Sonderzeichen (z.B. *), das anstelle von Endungen wie -er und -in verwendet wird, um alle Geschlechter einzuschließen. |
| Binnen-I | Die Verwendung eines Großbuchstabens 'I' innerhalb eines Wortes (z.B. LehrerInnen), um sowohl männliche als auch weibliche Formen sichtbar zu machen. |
| Generisches Maskulinum | Die Verwendung der männlichen Form eines Substantivs, um eine Gruppe von Personen unterschiedlichen Geschlechts zu bezeichnen (z.B. 'Lehrer' für alle Lehrkräfte). |
| Inklusive Sprache | Sprachgebrauch, der darauf abzielt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder anderen Merkmalen wertzuschätzen und einzubeziehen. |
Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen
Häufige FehlvorstellungGeschlechtergerechte Sprache ist nur eine Modeerscheinung.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Sie adressiert reale Diskriminierung und fördert Gleichberechtigung, wie KMK-Standards zur Sprachreflexion betonen.
Häufige FehlvorstellungGendersternchen erschweren das Lesen immer.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Viele Leserinnen und Leser gewöhnen sich daran, und es gibt Alternativen, die Inklusion wahren.
Häufige FehlvorstellungMännliche Formen schließen Frauen automatisch aus.
Was Sie stattdessen lehren sollten
Generische Maskulina wirken exkludierend, da sie kulturell männlich konnotiert sind.
Ideen für aktives Lernen
Alle Aktivitäten ansehenFishbowl-Diskussion: Pro und Contra Gendersternchen
Die Schülerinnen und Schüler sammeln in Paaren Argumente für und gegen Gendersternchen und präsentieren sie. Sie bewerten die Stärken beider Seiten. Dies schärft die Argumentationsfähigkeit.
Textumformung: Inklusive Formulierungen
Individuell wandeln Lernende traditionelle Texte in geschlechtergerechte um. Sie begründen ihre Änderungen. Danach erfolgt ein Peer-Feedback.
Rollenspiel: Sprachdebatten
In kleinen Gruppen simulieren sie Debatten über Sprache in Institutionen. Jede Gruppe vertritt eine Position. Abschluss ist eine Klassenabstimmung.
Vorschlagsrunde: Eigene Ideen
Ganze Klasse brainstormt Alternativen zu Sternchen. Ergebnisse werden an der Tafel gesammelt und diskutiert.
Bezüge zur Lebenswelt
- Journalistinnen und Journalisten bei großen Nachrichtenagenturen wie der Deutschen Presse-Agentur (dpa) müssen Richtlinien für geschlechtergerechte Sprache beachten, um eine neutrale und inklusive Berichterstattung zu gewährleisten.
- Personalabteilungen in Unternehmen wie Siemens oder SAP entwickeln Leitfäden für interne Kommunikation und Stellenausschreibungen, um diskriminierungsfreie Sprache zu fördern und ein diverses Arbeitsumfeld zu schaffen.
- Politikerinnen und Politiker in Parlamenten und Ministerien diskutieren und verabschieden Gesetze, in denen die Verwendung geschlechtergerechter Sprache eine Rolle spielt, beispielsweise bei der Benennung von Ämtern.
Ideen zur Lernstandserhebung
Stellen Sie die Frage: 'Welche Argumente überzeugen Sie persönlich am meisten für oder gegen die Verwendung des Gendersternchens? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen aus dem Unterricht oder Ihrem Alltag.' Die Schülerinnen und Schüler äußern ihre Meinung und begründen diese mündlich oder schriftlich.
Geben Sie jeder Schülerin und jedem Schüler eine kurze Textpassage (z.B. einen Zeitungsartikel-Auszug). Bitten Sie sie, zwei Sätze zu formulieren: 1. Identifizieren Sie mindestens eine Stelle, die nicht gendergerecht ist. 2. Schlagen Sie eine gendergerechte Alternative vor und erklären Sie kurz, warum diese besser passt.
Zeigen Sie verschiedene Satzbeispiele (z.B. 'Alle Bürger sind aufgerufen...', 'Der Patient muss...', 'Die Studierenden haben...'). Bitten Sie die Lernenden, auf einem Zettel 'Ja' zu schreiben, wenn der Satz gendergerecht ist, und 'Nein' mit einem Verbesserungsvorschlag, wenn nicht. Sammeln Sie die Zettel zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.
Häufig gestellte Fragen
Warum ist geschlechtergerechte Sprache in der Gesellschaft wichtig?
Wie analysiert man Argumente für und gegen Gendersternchen?
Was sind Strategien für eigene Vorschläge inklusiver Sprache?
Warum ist aktives Lernen bei diesem Thema vorteilhaft?
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