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Sprache und GeschlechtAktivitäten & Unterrichtsstrategien

Sprache und Geschlecht wirkt oft abstrakt, bis Lernende selbst aktiv werden und sehen, wie Formulierungen Alltag und Wahrnehmung prägen. Durch praktische Übungen wie Umformungen oder Rollenspiele verstehen Schülerinnen und Schüler konkret, warum sprachliche Inklusion wichtig ist und wie sie selbst wirksam werden können.

Klasse 9Sprache, Literatur und Medien: Identität und Verantwortung4 Aktivitäten15 Min.30 Min.

Lernziele

  1. 1Analysieren Sie die sprachlichen Strategien, die zur Darstellung von Geschlecht in verschiedenen Textsorten verwendet werden.
  2. 2Bewerten Sie die Wirksamkeit von gendergerechten Sprachformen hinsichtlich ihrer inklusiven Wirkung und Verständlichkeit.
  3. 3Entwickeln Sie alternative Formulierungen für stereotype geschlechtsspezifische Sprachmuster in alltäglichen Kommunikationssituationen.
  4. 4Erklären Sie die gesellschaftlichen und historischen Hintergründe der Debatte um geschlechtergerechte Sprache.

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20 Min.·Partnerarbeit

Fishbowl-Diskussion: Pro und Contra Gendersternchen

Die Schülerinnen und Schüler sammeln in Paaren Argumente für und gegen Gendersternchen und präsentieren sie. Sie bewerten die Stärken beider Seiten. Dies schärft die Argumentationsfähigkeit.

Vorbereitung & Details

Warum ist geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft?

Moderationstipp: Lassen Sie in der Diskussion 'Pro und Contra Gendersternchen' bewusst beide Seiten zu Wort kommen, um die eigene Position erst danach zu schärfen.

Setup: Innenkreis mit 4–6 Stühlen, umgeben von einem Außenkreis

Materials: Diskussionsimpuls oder Leitfrage, Beobachtungsbogen

AnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
30 Min.·Einzelarbeit

Textumformung: Inklusive Formulierungen

Individuell wandeln Lernende traditionelle Texte in geschlechtergerechte um. Sie begründen ihre Änderungen. Danach erfolgt ein Peer-Feedback.

Vorbereitung & Details

Analysieren Sie die Argumente für und gegen die Verwendung von Gendersternchen oder Binnen-I.

Moderationstipp: Fordern Sie bei der Textumformung klare Kriterien ein, etwa dass alle Formulierungen mindestens zwei Geschlechter sichtbar machen müssen.

Setup: Raum mit freier Mittellinie und zwei klar getrennten Seiten

Materials: Karten mit provokanten Thesen, Evidenzkarten/Belege (optional), Protokollbogen für Positionswechsel

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein
25 Min.·Kleingruppen

Rollenspiel: Sprachdebatten

In kleinen Gruppen simulieren sie Debatten über Sprache in Institutionen. Jede Gruppe vertritt eine Position. Abschluss ist eine Klassenabstimmung.

Vorbereitung & Details

Entwickeln Sie eigene Vorschläge für eine inklusive Sprachverwendung.

Moderationstipp: Im Rollenspiel 'Sprachdebatten' geben Sie den Lernenden konkrete Rollen mit unterschiedlichen Perspektiven vor, um Empathie zu fördern.

Setup: Spielfläche oder entsprechend angeordnete Tische für das Szenario

Materials: Rollenkarten mit Hintergrundinfos und Zielen, Szenario-Briefing

AnwendenAnalysierenBewertenSozialbewusstseinSelbstwahrnehmung
15 Min.·Ganze Klasse

Vorschlagsrunde: Eigene Ideen

Ganze Klasse brainstormt Alternativen zu Sternchen. Ergebnisse werden an der Tafel gesammelt und diskutiert.

Vorbereitung & Details

Warum ist geschlechtergerechte Sprache ein wichtiges Thema in der heutigen Gesellschaft?

Moderationstipp: In der Vorschlagsrunde achten Sie darauf, dass jede Idee mit einem Beispielsatz illustriert wird, um die Umsetzung greifbar zu machen.

Setup: Raum mit freier Mittellinie und zwei klar getrennten Seiten

Materials: Karten mit provokanten Thesen, Evidenzkarten/Belege (optional), Protokollbogen für Positionswechsel

AnalysierenBewertenSelbstwahrnehmungSozialbewusstsein

Dieses Thema unterrichten

Unterrichten Sie dieses Thema nicht als reine Debatte über Richtig oder Falsch, sondern als Reflexionsprozess. Betonen Sie, dass es um Wirkung geht: Wer wird angesprochen, wer fühlt sich ausgeschlossen? Vermeiden Sie moralische Bewertungen, sondern zeigen Sie auf, wie Sprache gesellschaftliche Normen spiegelt und verändert. Aktuelle Studien zeigen, dass Schülerinnen und Schüler besonders dann überzeugen, wenn sie selbst Beispiele aus ihrem Umfeld einbringen.

Was Sie erwartet

Erfolgreich ist das Lernen, wenn die Schülerinnen und Schüler nicht nur Argumente wiedergeben, sondern eigene Positionen begründen, alternative Formulierungen sicher anwenden und Debatten sachlich führen. Sie erkennen, dass Sprache Macht hat und Vielfalt sichtbar macht.

Diese Aktivitäten sind ein Ausgangspunkt. Die vollständige Mission ist das Erlebnis.

  • Vollständiges Moderationsskript mit Lehrkraft-Dialogen
  • Druckfertige Schülermaterialien, bereit für den Unterricht
  • Differenzierungsstrategien für jeden Lerntyp
Mission erstellen

Vorsicht vor diesen Fehlvorstellungen

Häufige FehlvorstellungWährend der Diskussion 'Pro und Contra Gendersternchen' hören manche, dass geschlechtergerechte Sprache nur eine Modeerscheinung sei.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Nutzen Sie in der Diskussion die KMK-Standards als Argumentationshilfe: Zeigen Sie auf, dass Sprachreflexion explizit gefordert wird und geschlechtergerechte Sprache Diskriminierung sichtbar macht.

Häufige FehlvorstellungWährend der Textumformung 'Inklusive Formulierungen' glauben einige, dass Gendersternchen immer das Lesen erschweren.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Fordern Sie in der Umformung dazu auf, verschiedene Varianten auszuprobieren (z.B. Paarformen, neutrale Begriffe) und die Lesbarkeit selbst zu testen.

Häufige FehlvorstellungIn der Vorschlagsrunde 'Eigene Ideen' vertreten einige, dass männliche Formen Frauen automatisch einschließen.

Was Sie stattdessen lehren sollten

Greifen Sie hier die kulturelle Prägung generischer Maskulina auf: Lassen Sie die Lernenden Beispiele sammeln, in denen sich Frauen nicht angesprochen fühlen (z.B. 'Die Ärzte' in Stellenausschreibungen).

Ideen zur Lernstandserhebung

Diskussionsfrage

Nach der Diskussion 'Pro und Contra Gendersternchen' stellen Sie die Frage: 'Welche Argumente überzeugen Sie persönlich am meisten für oder gegen die Verwendung des Gendersternchens? Begründen Sie Ihre Antwort mit Beispielen aus dem Unterricht oder Ihrem Alltag.' Fordern Sie eine mündliche oder schriftliche Stellungnahme ein.

Lernstandskontrolle

Nach der Textumformung 'Inklusive Formulierungen' geben Sie jeder Schülerin und jedem Schüler eine kurze Textpassage (z.B. einen Zeitungsartikel-Auszug). Bitten Sie sie, zwei Sätze zu formulieren: 1. Identifizieren Sie mindestens eine Stelle, die nicht gendergerecht ist. 2. Schlagen Sie eine gendergerechte Alternative vor und erklären Sie kurz, warum diese besser passt.

Kurze Überprüfung

Während des Rollenspiels 'Sprachdebatten' zeigen Sie verschiedene Satzbeispiele (z.B. 'Alle Bürger sind aufgerufen...', 'Der Patient muss...', 'Die Studierenden haben...'). Bitten Sie die Lernenden, auf einem Zettel 'Ja' zu schreiben, wenn der Satz gendergerecht ist, und 'Nein' mit einem Verbesserungsvorschlag, wenn nicht. Sammeln Sie die Zettel zur schnellen Überprüfung des Verständnisses.

Erweiterungen & Unterstützung

  • Challenge: Lassen Sie die Schülerinnen und Schüler einen kurzen Podcast oder ein Video erstellen, in dem sie eine gendergerechte Formulierung erklären und ihre Vorteile aufzeigen.
  • Scaffolding: Geben Sie eine Liste mit neutralen Formulierungen (z.B. 'Lehrkräfte', 'Team') als Hilfestellung für die Textumformung.
  • Deeper exploration: Analysieren Sie gemeinsam Werbeslogans oder politische Reden auf ihre gendergerechte Sprache und diskutieren Sie, welche Zielgruppe damit angesprochen wird.

Schlüsselvokabular

GendersternchenEin Sonderzeichen (z.B. *), das anstelle von Endungen wie -er und -in verwendet wird, um alle Geschlechter einzuschließen.
Binnen-IDie Verwendung eines Großbuchstabens 'I' innerhalb eines Wortes (z.B. LehrerInnen), um sowohl männliche als auch weibliche Formen sichtbar zu machen.
Generisches MaskulinumDie Verwendung der männlichen Form eines Substantivs, um eine Gruppe von Personen unterschiedlichen Geschlechts zu bezeichnen (z.B. 'Lehrer' für alle Lehrkräfte).
Inklusive SpracheSprachgebrauch, der darauf abzielt, alle Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder anderen Merkmalen wertzuschätzen und einzubeziehen.

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